Ist Seelenruhe für Philosophen erstrebenswert?

Aphorismus zum Thema Seele

von  EkkehartMittelberg

Die meisten Menschen wünschen sich Seelenruhe. Doch wenn sie erreicht wird, wird das Denken träge.

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Anmerkung von EkkehartMittelberg:

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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (28.09.26, 12:40)
Lieber Ekki,
die meisten meinen, Seelenruhe mit totaler Entspannung 
zu bezeichnen. Eine innere Ausgeglichenheit, angstlos dem Ende entgegenzusehen, kann große Kreativität freisetzen nach dem Motto: "Ich habe den Menschen noch etwas zu sagen!" Das betrifft hauptsächlich Menschen, die Kinder haben und ihnen eine sichere Welt hinterlassen möchten.
Lieber Gruß!
Hartmut

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 28.09.26 um 12:52:
Merci, Hartmut
ja, Seelenruhe muss nicht die von mir befürchtete Wirkung haben, aber sie verführt zum Genießen.

 DanceWith1Life (28.09.26, 13:39)
Eigentlich ein Thema, das eine genauere Betrachtung wert wäre, aber ich bin mir nicht sicher, ob die meisten Menschen, wer immer das sein soll, das wollen.

 LotharAtzert antwortete darauf am 29.09.26 um 10:36:
Das erspart mir den eigenen Kommentarstrang. Es wird bereits die Individualität und mit der die Eigenständigkeit des Philosophen abgesprochen, wenn man von den Philosophen spricht. Ein Denkerkollektiv - wer kann, der flüchte.
See you in the Denkbar.

 DanceWith1Life schrieb daraufhin am 29.09.26 um 13:50:
Womit wir quasi schon die Kneipenphilosophen in unsere illustre Runde eingeladen haben. Ich denke eine Beobachtung oder einen Gedanken in einem Forum zu teilen und denselben Gedanken während einer Meditation im Kopf herumflattern zu haben, wird zu unterschiedlichen Betrachtungsweisen führen.

Antwort geändert am 29.09.2026 um 13:50 Uhr

 LotharAtzert äußerte darauf am 29.09.26 um 14:53:
In Tibet war es bis vor wenigen Jahren so, daß Du, wolltest Du in irgendeine Praxis eingeweiht werden, mußtest Du darum bitten, betteln, musstest Geschenke (nicht für die Bereicherung der Initierenden, sondern als Zeichen der Ernsthaftigkeit) mitbringen und irgendwann, wenn Du schon nicht mehr damit rechnetest, war es so weit.

Was ist ein Philosoph? Ekki setzt voraus, daß das allgemein bekannt ist. Ich behaupte einfach mal, daß dem nicht so ist, es "glaubt" bloß jeder das zu wissen. Dem Freund der Wahrheit kann ich es nicht ersparen, darauf hinzuweisen (Jupiter im Schützen), daß Wahrheit als Währen zeitlos ist, sonst wäre es unwahr. Bin ich ein Freund des Zeitlosen, so interessiert es mich nicht mehr, ob ich in Seelenruhe bin, oder in welchem hervorzuhebenden Zustand. Nein, in Wahhrheit ist nichts außer Wahr-Sein. Wäre ich Christ, würde ich Halleluja sagen, so sage ich OM MANI PEME HUNG
Solches aus sich Heraus artikulieren ist möglicherweise der Freudenzustand und dann ... ach entschuldigt. Die heilige Theresa von Avilla soll bei der Essensausgabe jedesmal die Bodenhaftung verloren haben vor lauter Hingabe, so daß es Suppentropfen vom Himmel regnete ... entschuldigt, ich kann nur warnen vor mir.
Ekki, ich bin bekifft.

Krebs-Steinbock - die Opposition. Die Sonnenwenden

Antwort geändert am 29.09.2026 um 15:04 Uhr

 Juli ergänzte dazu am 29.09.26 um 18:02:
Das sehe ich ähnlich. Wer weshalb warum soll man etwas bzgl. Ihrer Seelenruhe über die Köpfe der betroffenen, also der Philosophen, hinweg postulieren?
Das ist doch eine individuelle Sache, soll jeder ob Philosoph oder Küchenpsychologe, selber für sich entscheiden.

 Regina (28.09.26, 13:53)
Auch das Denken muss zur Ruhe kommen, so dass es seine Aufgabe erfüllt, ohne überbordend auszuschweifen und Dominanz über andere Seelenqualitäten zu beanspruchen. Aufgeregtes Hin- und Herdenken bringt nämlich weniger als man gemeinhin glaubt.

 DanceWith1Life meinte dazu am 28.09.26 um 13:58:
Guter Punkt finde ich, wobei ich vermute, dass Ekki ja eigentlich den Konflikt der Kreativität beschreibt, die in der Unruhe ihre Fischgründe hat.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 28.09.26 um 14:19:
Dancer: Das hast du gut beobachtet, weil Unruhe wahrscheinlich produktiver ist als Ruhe.

 Nuna meinte dazu am 29.09.26 um 10:16:
Das stimmt lieber Ekki,
Studien beweisen das z.b.  Raucher 30% produktiver sind als Nichtraucher weil sie auf ihre Raucherpausen hinarbeiten.

LG Nuna 
 Im 12 . Jahr Nichraucher*stolz guck

 S4SCH4 (28.09.26, 14:31)
Es darf mir gerne eine Spezifizierung des Begriffes „Philosophen“ in Bezug auf den Text vorgenommen werden, denke ich, weil es unterschiedliches philosophieren gibt, fast so unterschiedlich wie die Menschen, und es je nach Art und Weise eines gewissen Gemütszustandes bedarf.
Ganz, ganz allgemein verstehe ich die originäre Frage, im Sinne einer späteren Hinleitung zur Philosophie, erst einmal also so:
„Ist Seelenruhe fürs allgemeine Denken erstrebenswert?“
 
Dazu denke ich mir, Seelenruhe ist eher passiv und das Denken dabei im Hintergrund, sprich: im Unterbewusstsein. Diese erforderlichen Phasen der Seelenruhe können dem aktiv gedachten und zu Wege gebrachten, oft zu neuem Glanz und Möglichkeiten verhelfen, müssen es aber nicht. Denn genauso kann das Gegenteil eintreten: Trägheit, Lethargie, Erholungsdrang oder gar eine scheinbare Sabotage des aktiven Denkens und der erdachten Dinge.
Daher: man kommt nicht immer ohne Seelenruhe aus, da das Denken verarbeitet werden will, und man kommt nicht immer mit Seelenruhe aus, da sie das Denken auf Dauer doch hemmt.

Nicht oft findet man sich in einem Einklang aus Seelenruhe und Denken, nicht selten in einem auf und einem ab, von Tag zu Tag, sie bedingen sich dabei und versuchen sich abwechselnd in den Schwanz zu beißen, und sehr oft, ja eigentlich immer, muss man es nehmen wie es halt kommt oder wie persönliche „Rituale“ es zulassen.  

Wenn und wo man derart akzeptieren kann, ist sowohl der Seelenruhe, als auch der aktiven Seite des Denkens begegnet. Und das, als wohl kleinster gemeinsamer Nenner, um kontinuierlich bewusst zu sein und mit der Möglichkeit, gesund zu philosophieren.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 28.09.26 um 14:46:
Gut dialektisch gedacht, S4SCH4, die Synthese könnte in einer "argwöhnischen" Begleitung der eigenen Seelenruhe liegen.

 EVdR (28.09.26, 16:04)
Denkfehler?, der den Begriff der Seelenruhe völlig missversteht?:

Echte Seelenruhe ist nicht die Trägheit eines faulen Geistes, 
sondern das Fundament wahrer Weisheit.

Der sprichwörtliche „weise alte Mensch“ schaltet beim Erreichen der Seelenruhe nicht das Denken ab. 

Im Gegenteil:
Er hat lediglich das emotionale Rauschen, 
die Ängste und die Impulsivität des Alltags hinter sich gelassen. 
Erst diese tiefe, 
innere Gelassenheit ermöglicht ihm den klaren, 
ungetrübten
Blick auf die Welt. 

Seelenruhe macht nicht träge 
– sie macht weise, 
besonnen 
und 
urteilskräftig.

Nennt man es
Gelassenheit?

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 28.09.26 um 16:22:
Ich danke dir, dass du bereit bist, mir engagiert zu antworten. Doch operiere bitte nicht so schnell mit Bewertungen wie Denkfehler. Was du mir antwortest, habe ich gewusst.  Ich wollte nur das überkommene Denken mal wieder auf den Prüfstand stellen.
"Seelenruhe macht nicht träge 
– sie macht weise, 
besonnen 
und 
urteilskräftig."

Ich denke, dass die Reaktionen unterschiedlich sind und dass die Versuchung, sich mit der Seelenruhe zu begnügen, groß ist.

 EVdR meinte dazu am 28.09.26 um 18:35:
Hallo Ekki,

der Einstieg mit „Denkfehler?“ war kein Urteil, sondern ein Hinweis darauf, dass der Begriff Seelenruhe selbst unterschiedlich verstanden werden kann. Die Fragezeichen sind bewusst gesetzt – als Öffnung, nicht als Wertung. Als philosophisches Fragezeichen.
Ich nutze Fragezeichen bewusst als sokratische Methode.

Der Rest meines Kommentars wollte genau das zeigen:
"Echte Seelenruhe ist kein Abschalten des Denkens, sondern ein Zustand, in dem das emotionale Rauschen wegfällt und Klarheit möglich wird." Das ist keine Gegenposition zu deiner These, sondern eine begriffliche Ergänzung. 

In diesem Sinn verstehe ich auch Sairas Gedanken sehr gut:
Innere Ruhe und geistige Bewegung schließen sich nicht aus – sie können sich sogar gegenseitig ermöglichen.

EVdR und der Mensch

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 28.09.26 um 18:56:
Danke für deine Erklärung, EVdR, die multifunktionale Sicht auf Seelenruhe ist weiterführend.

 Saira (28.09.26, 16:23)
Lieber Ekki,

ich glaube, ich würde Seelenruhe und geistige Unruhe nicht unbedingt als Gegensätze betrachten.

Man kann innerlich ruhig sein und trotzdem voller Fragen stecken. Und man kann sehr unruhig sein, ohne einen einzigen Gedanken wirklich zu Ende zu denken.

Für mich wird Denken nicht durch Seelenruhe träge, sondern eher durch die Gewissheit, schon alle Antworten zu kennen. Solange die Neugier bleibt, darf die Seele ruhig sein.

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 28.09.26 um 16:32:
Merci Saira, ich hoffe, dass EVdR deine Antwort liest. Er kann daraus lernen, dass dialektisches Denken ohne vorschnelle Bewertungen Ansporn genug ist.
Liebe Grüße
Ekki

 harzgebirgler (28.09.26, 18:19)
es gält' zuvor zu klär'n was denken heißt
weil sich das kätzchen sonst ins schwänzchen beißt -
das dauert überdies auch seine zeit
die aber den von vorurteil'n befreit
der sich der frage stellt
was leicht nur selten fälll.

lg
henning


 EkkehartMittelberg meinte dazu am 28.09.26 um 18:39:
Verzeih, mein Freund, mir reicht hier eine einfache Definition. Denken heißt ein Problem mit These, Antithese und Synthese zu klären usw. das heißt die Synthese wird zur neuen These.
Weißt du, ob Heidegger das Kriterium der Seelenruhe interessiert hat?

Antwort geändert am 28.09.2026 um 18:43 Uhr

 S4SCH4 meinte dazu am 28.09.26 um 20:00:
Will mich nicht einmischen, aber so wie ich das verstand war Heidegger einer der die Sache auf sich zukommen ließ, er sprach davon denken sei kein aktives machen, sondern ein hören. Außerdem lag ihm etwas daran, das "Sein der Dinge zu wahren" und sie nicht in erster Linie wissenschaftlich zu beschreiben. Er scheint in seinem "Geistesgefühl" verwandt mit Buddhistischen Elementen gewesen zu sein, kann aber auch hier auch falsch liegen, nur mein Eindruck. Er zog in jedem Fall ein harmonisches Philosophieren vor, wie gesagt, etwas das zu ihm käme und es mir dünkt demgemäß, dass Heidegger die Seelenruhe für sich empfahl.

Ob das so alles wirklich so ist oder ob es gar Expliziteres dazu gibt, kann vielleicht harzgebirgler beantworten.

 EVdR meinte dazu am 28.09.26 um 21:23:
Der dumme Mensch ...

Richtig, Heidegger: Unterscheidung zwischen „rechnenden Denken“ (die Welt kontrollieren, planen, technisch nutzen) und dem „besinnlichen Nachdenken“.

"Hören auf den Anspruch des Seins." 
„Gelassenheit“ – als Fähigkeit, die Dinge auf sich zukommen zu lassen und die Bereitschaft, zu empfangen, statt geistig zuzugreifen.

Das Sein der Dinge wahren statt Wissenschaft.

Verwandtschaft mit dem Buddhismus.

Gedanke: ein aktives Ertragen der Abgründigkeit des Lebens. 
Die moderne Welt vielmehr in einer tiefen Krise der „Heimatlosigkeit“ und "Seinsvergessenheit".

(Heidegger eher ein Anthroposoph? Oder „geistiger Denker“ statt  „Philosoph“?) - Off Topic -

Antwort geändert am 28.09.2026 um 21:30 Uhr

Antwort geändert am 28.09.2026 um 21:32 Uhr

 Tula (28.09.26, 21:48)
Hallo Ekki
Seelenruhe mag auch als Entschuldigung für Gleichgültigkeit oder gar Denkfaulheit dienen. Nicht umsonst heißt es, dass die Dummen meistens besonders glücklich (mit sich selbst) sind.
Zum Denken gehört Zweifel und ein Philosoph, der nicht beständig an den noch gestern als sicher angenommenen Erkenntnissen zweifelt, ist wohl nicht wirklich Philosoph. Außerdem muss solch einer ja stets überdenken, ob man die Gedanken über welches Thema auch immer nicht noch weiter verkomplizieren könnte ...  8-) 
Was dann wie Seelenruhe erscheinen mag, hat vielleicht mit dem Unterschied zwischen Zweifeln und (an der Welt) Verzweifeln zu tun.

LG Tula

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.09.26 um 12:52:
Hallo Tula, die von dir beschriebene Seelenruhe, die den Zweifel zulässt, wünsche ich allen Philosophen.

Antwort geändert am 29.09.2026 um 17:16 Uhr

 FrankReich (28.09.26, 21:56)
Hi Ekki, 


Operative Hektik ersetzt geistige Windstille.

Sobald die Seele zur Ruhe kommt, dient das nämlich dem Potential des Geistes, falls denn welches vorhanden ist, bei Philosophen gehe ich jedoch davon aus. Insofern beantworte ich Deine Titelfrage mit einem klaren 'Ja'.

Ciao, Frank

Kommentar geändert am 29.09.2026 um 08:14 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.09.26 um 17:21:
Hallo Frank,
deine geschliffene Formulierung zeigt sowohl die Gefahr geistiger Windstille als auch hektischer Betriebsamkeit auf.

 FrankReich meinte dazu am 29.09.26 um 17:36:
Hi Ekki,

da hast Du den Spruch, der nicht einmal von mir stammt, gründlich missverstanden,  denn das eine ersetzt das andere lediglich, dazu muss letzteres aber vorhanden sein. Deshalb diente er nur zur Einleitung meines eigentlichen Kommentars. 👋😉

 AchterZwerg (29.09.26, 07:59)
Lieber Ekki,

mit den Senkgruben der Kleinbürgerlichkeit vertraut, sehe ich die Nachteile der sog. Seelenruhe deutlich vor mir.
Wie oft musste ich mir im voranschreitenden Alter den Satz: "Ich bin mit mir im Reinen" anhören, der oft nichts weiter als eine herzlose und geistarme Betrachtung der Umwelt beinhaltet.

Ein bisschen spenden hier und da (natürlich gegen Quittung!) senkt die Steuern und führt parallel direkt ins Himmelreich!

. :)

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.09.26 um 17:27:
Merci, Piccola.
wer glaubt, dass alle Philosophen gegen Kleinbürgerlichkeit gefeit seien, sollte bedenken, dass die Bezeichnung "Philosoph" nicht vor Missbrauch schützt.

 plotzn (29.09.26, 09:11)
Servus Ekki,

die Gefahr besteht. Bei manchen Menschen würde ich mir wünschen, dass das Denken träge würde, das sind aber keine mit innerem Seelenfrieden...

Liebe Grüße
Stefan

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.09.26 um 17:34:
Hallo Stefan,
mir kam es darauf an, die Gefahr aufzuzeigen. Wer dialektisch denkt wie du, ist sich darüber im Klaren, dass das ethisch nicht näher definierte Denken keinen Wert an sich dartstellt.

Liebe Grüße
Ekki

 Schtzngrrrrm (29.09.26, 16:37)
ICH SEHE ÜBERHAUPT KEINEN ZUSAMMENHANG ZWISCHEN SEELENRUHE UND TRÄGHEIT IM DENKEN, ES HANDELT SICH DABEI PER DEFINITION UM GANZ UNTERSCHIEDLICHE QUALITÄTEN, ERSTERES BEZIEHT SICH AUF INNEREN FRIEDEN, GELASSENHEIT IST ALSO AUFS GEFÜHLSLEBEN BEZOGEN, LETZTERES BEZIEHT SICH AUF DEN GEIST. 

ANDERSRUM IST EIN MENSCH MIT SEELENUNRUHE, DER SICH Z.B. AN DINGEN ABARBEITET, DIE AUßERHALB SEINER SELBST LIEGEN, NICHT AUTOMATISCH GEISTIG BEWEGLICHER; ES KANN SEIN, DASS ER GEDANKLICH AUF DER STELLE RENNT UND IN SEINER EMOTIONALEN ENTWICKLUNG NICHT WEITERKOMMT. VIELLEICHT IST ER SOGAR EIN LEBEN LANG DAMIT BESCHÄFTIGT, ERKENNTNIS ABZUWEHREN. DIESE ABWEHR MAG ANFANGS EINE SUBLIMIERUNG SEIN, IRGENDWANN WIRD SIE ZUM STILLSTAND. EINE ZUR RUHE KOMMENDE SEELE HINGEGEN IST SCHON DAS ERGEBNIS VON ERKENNTNIS. DIESE ERKENNTNIS WIEDERUM IST DIE VORAUSSETZUNG DAFÜR, DASS GEDANKENGÄNGE BEWEGLICHER WERDEN UND SICH VERTIEFEN.

Kommentar geändert am 29.09.2026 um 16:42 Uhr

 AchterZwerg meinte dazu am 29.09.26 um 16:51:
@Schatzi & Ekki

Die Skeptiker, die man als erste Relativisten der Philosophie bezeichnen kann, sagen zum Thema:


Von der Skepsis aus ... gelangen wir zuerst zur Zurückhaltung, danach zur Seelenruhe (Sextus Empiricus)
Praktisch heißt das nichts anderes, als einen Mittelweg zu suchen. Denn Gewissheit über einen Tatbestand werden wir niemals erreichen und die ausgewogenen Gewichtung aller Möglichkeiten ebenso nicht.


Andererseits kann sich der Zwerch noch gut an die güldenen 70er Jahre erinnern, wo er fröhlich mitskandierte:
"In Gefahr und größter Not ist der Mittelweg der Tod!"

Warum? Hab' ich vergessen.  8-)

 Schtzngrrrrm meinte dazu am 29.09.26 um 17:07:
:D WUNDERSCHÖNER SELBSTIRONISCHER UND VERSÖHNLICHER SCHLUSSSATZ, ZWERGI. 

ABER: AUS MEINER SICHT KANN ES ZWISCHEN GEISTIGER TRÄGHEIT UND SEELENRUHE DAHER KEINEN MITTELWEG GEBEN, DA SIE AUF ANDEREN BLÄTTERN STEHEN. DER KANZLER MAG SICH 20 STUNDEN AM TAG EREIFERN, EIN TIEFSCHÜRFENDER ODER NEUER GEDANKE IST DABEI ZUMINDEST ÖFFENTLICH NOCH NICHT HERAUSGEKOMMEN..

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.09.26 um 17:52:
Hallo Schtzgrmmm, ich möchte deine logischen in sich geschlossenen Beiträge nie missen. Du bist dir aber hoffentlich darüber im Klaren, dass deine Definitionen nicht alle teilen müssen. Seelenruhe ist für mich nicht nur aufs Gefühlsleben bezogen, sie beinhaltet die Komponente Geist immer mit. Den größeren sehr beweglichen zweiten Abschnitt deiner Antwort unterschreibe ich gerne.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.09.26 um 18:06:
Hallo Piccola, die Skeptiker sind mir vom Denkansatz her sympathisch. Aber das bewahrt auch sie nicht vor gelegentlichen Gedankensprüngen. Ich begreife zum Beispiel nicht, wie Sextus Empiricus von der Zurückhaltung zur Seelenruhe kommt.
Aber deine Selbstironie verstehe ich sehr gut. Möge sie immer das Körnchen Salz in der Seelenruhe bleiben.

 Schtzngrrrrm meinte dazu am 29.09.26 um 18:32:
HALLO EKKI, BEVOR ICH MEINE VORHERIGEN BEITRÄGE SCHRIEB, HABE TATSÄCHLICH  IN VERSCHIEDENEN WÖRTERBÜCHERN NACHGESCHLAGEN, UM MICH ZU VERGEWISSERN, DASS ES SICH NICHT UM MEINE DEFINITION HANDELT. 

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.09.26 um 18:54:
Okay, mein Wörterbuch hat zu wenig Leser. :)
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