Trinkt, o Augen, was die Wimper hält

Aphorismus zum Thema Sehen/ nicht sehen

von  EkkehartMittelberg

„Trinkt, o Augen, was die Wimper hält,
Von dem goldnen Überfluss der Welt!“
Gottfried Keller: Abendlied

1 Manche Touristen haben die ganze Welt bereist und nichts gesehen.

2 Menschen und Dinge mit den Augen der Liebe sehen schafft eine neue Realität.

3 Wer vorwärts geht, sieht Neues, wer rückwärts geht, sieht Übergangenes.

4 Die Alten verehrten ihre Seher. Die Seher unserer Zeit werden überhört, weil

die meisten nur glauben können, was sie mit eigenen Augen sehen.

5 Mit der Seele schauen ist  Bilder in sich hineinzuholen, sie im Unterbewusstsein reifen zu lassen und sie nach außen zu projizieren, wenn die Zeit dafür reif ist.

6 Bei den Shows verlernt man das Schauen.

7 Wer gelernt hat zu schauen, denkt in Bildern.

8 Wenn zwei Blicke sich richtig treffen, können sie eine Zündschnur fürs Leben

legen.

9 Aus geduldiger Betrachtung entstehen Visionen.

1o Wer zu lange auf den Boden sieht, wird den Himmel nicht erblicken. Wer zu lange in den Himmel schaut, wird den Boden unter den Füßen verlieren.




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