Licht und Raum

Betrachtung zum Thema Meditation

von  LotharAtzert

Als Bub schon interessierten mich das Feuer, das Wasser, der Wind und die Erde. Des Geheimnisvollsten, dem Raum, wurde ich mir ungefähr mit dreizehn bewußt, durch Gewahrwerdung der Verbundenheit des einen mit dem anderen – durch Bewegung des ewigen Windes, der aus dem Spiele des Feuers mit dem Wasser steigt, das mal eben so verdampft, und aufgrund der Wärmeabnahme wieder zusammenfindet um als Tropfen erdwärts zu fallen. Jetzt an dieser Zeithaltestelle kam der Begriff Raum zu Bewußt-Sein in mir. eingeräumt sozusagen.

Der Raum ist unbegreifbar und doch geschieht alles Geschehen in ihm. Und es geschieht nicht planlos und blind, sondern die vier Elemente agieren artgemäß, wie oben genannt.

In unsrer Welt zeigt das Feuer, was passiert, sobald die Himmels-Ordnung aus dem Gleichgewicht ist: Hier regnets nicht, alles verdorrt; andernorts steigt das Hochwasser. Und so weiter das volle Katastrophenprogramm.

 

Viele von uns wurden damals Opfer ihrer eigenen Zwangsvorstellung, - daß man den Wahnsinn stoppen müsse, (RAF zb) während ich instinktiv ahnte, daß eine Gegnerschaft nichts helfen würde. Und ich kam wieder auf die fünf Elemente zurück, wie sie all die vielartigen Körper bilden, die über ein schlagendes Herz eine lebendige Gestalt beherbegt. Zufällig? – Niemals! In der Zeit las ich erste hinduistische Werke.

 In der Folge daraus vereinsamte ich ein wenig und mußte begreifen, daß gerade die Einsamkeit eine gute Lehrerin ist: es ist die erste Prüfung, ob du nicht doch lieber zum Arzt oder ein Kollektiv gehst. Dann wärest Du meiner nicht wert.

Den Indern ist der Raum Akasha: alles für immer bewahrend, als Akashachronik für jene geöffnet, für die es, zumindest durch Yogapraxis zeitweise, keine Zeit gibt, quasi jeder-zeit offen.

Ākāśadhātvīśvarī (auch Akasha-dhatvishvari oder tibetisch Ying Chukma) ist im Vajrayana eine bedeutende weibliche Buddha-Gestalt. Ihr Name bedeutet übersetzt „Souveräne Herrin der Sphäre des unendlichen Raums“. Sie ist die Gefährtin des Dhyanibuddha Vairocana, dem Licht des Wahrheitszustands. Sie befinden sich im Mandala im Zentrum. Ihre Weisheit ist Buddhaweisheit (Dharmadathu), ihr Unterdrücken und schließliches Verdrängen ins Unbewußte erschafft das Geistesgift der Unwissenheit, die sich zusammen mit Gier und Haß unaufhörlich – metaphorisch - um die Nabe des Weltenrades dreht.

 

Oṃ sarva buddha jñāna aṃ svāha

(Om, allumfassende höchste Weisheit aller erwachten Buddhas, aṃ svāha.)




Anmerkung von LotharAtzert:

Die Philosophie des Vajrayana

Buddha-Natur: Der Vajrayana lehrt, dass jedes Lebewesen bereits von Natur aus die reine, erleuchtete Essenz (die sogenannte Buddha-Natur) in sich trägt, die jedoch durch Alltagsillusionen und das Ego verdeckt wird.
 
Pfad der Transformation: Im Gegensatz zu anderen Wegen, die oft auf das schrittweise Beseitigen von Leid und Begierden setzen, nutzt der Vajrayana die vorhandene Energie (selbst negative Emotionen wie Wut oder Anhaftung) als Treibstoff, um sie direkt in Weisheit und Mitgefühl umzuwandeln.
 
Das Ziel als Weg: Anstatt nur auf einen zukünftigen Zustand hinzuarbeiten, praktizieren Anhänger die „Verwirklichung der Frucht“, indem sie sich unmittelbar mit den Eigenschaften eines erleuchteten Wesens identifizieren

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Kommentare zu diesem Text


 Moppel (02.10.26, 19:53)
sehr interessanter Text, Lothar. l>G von M.
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