DER KOMMENTAR ZUM RÖMERBRIEF DEN EINST KARL BARTH VERFASSTE WIRKT FORT BIS HEUTE INTENSIV WEIL ER SICH NICHT ANPASSTE...
Karl Barths Kommentar zum Römerbrief schlug 1922 wie eine Bombe auf dem Spielplatz der Theologen ein. Dieser radikale Einschlag hinterließ einen tiefen, bleibenden Krater im selbstgefälligen Weltbild des bürgerlichen Kulturprotestantismus, der Gott im menschlichen Fortschritt und in der eigenen Moral gefangen halten wollte. Barth setzte dieser Bequemlichkeit ein unüberhörbares ✋Halt entgegen.
Im Zentrum dieser Sichtweise steht die dialektische Krise. Barth reißt einen unendlichen qualitativen Unterschied zwischen Himmel und Erde auf. Gott ist der ganz Andere. Er lässt sich nicht durch menschliche Philosophie, Religion oder Kultur vereinnahmen. Jede Brücke, die der Mensch aus eigener Kraft zu bauen versucht, stürzt vor der absoluten Souveränität des Schöpfers in sich zusammen.
Diese Theologie verweigert sich jeder einfachen Synthese. Sie bleibt ein ständiges Spannungsfeld aus Gericht und Gnade. Das göttliche Nein zu allen menschlichen Absolutheitsansprüchen ist die zwingende Voraussetzung für sein rettendes Ja. Erst im radikalen Bankrott des menschlichen Strebens, im Erkennen der eigenen Ohnmacht angesichts des Kreuzes, bricht die echte, unverdiente Gnade mächtig durch.
Barths Werk bleibt ein zutiefst revolutionärer theologischer Epochenbruch. Es zwingt den Leser unausweichlich in die existenzielle Krise des Glaubens. Es nimmt dem Menschen jede Illusion der Selbsterlösung und lässt Gott wieder ganz Gott sein. Ein wahrhaft monumentaler Paukenschlag für alle, die ER angeht...