AUCH REFORMATIONSTAG IST HEUTE WEIL LUTHER EINST NICHT DAVOR SCHEUTE DER KIRCHE VOLL SAURES ZU GEBEN ANPRANGERND IHR GOTTLOSES LEBEN

Gedicht zum Thema Aktuelles

von  harzgebirgler

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es klingelten einst toll der kirche kassen
denn allenthalben bot sie ablass feil
und luther konnte ganz und gar nicht fassen
dass käuflich sollte sein das seelenheil

er las die bibel gründlich auf der suche
nach argumenten gegen dies gebahr'n
und seine suche schlug auch voll zu buche
weil des apostels worte glasklar war'n:

im römerbrief von paulus steht zu lesen
selig wird jeder wenn er an gott glaubt *
gar nirgends ist die rede je gewesen

von käuflichkeit; an gliedern und an haupt
galt's kirche drum zu reformier'n für luther -
sein thesenwerk gab bei die fische butter...


* Paulus, Römerbrief 1,16f.



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Als Martin Luther lobesam
dem Papsttum auf die Schliche kam

mit seiner Herrschsucht seinen Finten
saß man in Rom arg in der Tinten
Zwar war der Mann noch Katholik
doch machte alles schön publik
durch seine legendären Thesen -
die wurden prompt vom Volk gelesen
oder man las dem Volk sie vor
das hörte sie mit offnem Ohr
und es verstand daß da was stinkt
wenn nett das Geld im Kasten klingt
dank dreister Lügenbolderei:
Kauft Ablass und seid sündenfrei
versprach die Kirche ihren Kindern
und selbst den schlimmsten Menschenschindern -
man hielt also das Seelenheil
geldgeil für bare Münze feil
und ihre Furcht vorm Fegefeuer
kam so die Katholiken teuer...

Luther indes wies darauf hin:
Gott hat mit Geld rein nichts im Sinn
kein Mensch muß erst zum Tetzel laufen
um sich von Sünden freizukaufen -
wer an Gott glaubt dem ist vergeben
was immer er auch tut im Leben
und Gottes Liebe ist grandios:
Er schenkt uns durch Mariens Schoß
den eignen Sohn Herrn Jesus Christ
der dann am Kreuz gestorben ist...
An Ablass hat Gott nicht gedacht
und schließlich wär es doch gelacht
wenn Bibelwort nicht schwerer wiegt
als Pfaffenmund der es verbiegt!
Denn in der Schrift steht es geschrieben:
Gott hat gegeben seinen lieben
Sohn für die Menschen die ihm trau’n
und nicht ihr Heil auf Werke bau’n
die gut sein mögen wie sie woll’n -
Gott mag nur Glauben Gnade zoll’n!...


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Weil Martin Luther lobesam
als Rechtsstudent zum Glauben kam,
trat er, um Gott recht nah zu sein,
zu Erfurt prompt ins Kloster ein.
Durch stetes Lesen in der Bibel
stieß er dann auf das grosse Übel:
Dort steht, daß Gott die Menschen liebt
und jedem Sünder gern vergibt,
der an ihn glaubt ohne Verdruß,
weshalb auch kein Christ fürchten muß,
daß ihn Beelzebub sich greift
und schnurstracks in die Hölle schleift,
sobald er eines Tages stirbt,
wenn er nicht Ablässe erwirbt.
Die bot zum Beispiel Tetzel feil
mit Garantie fürs Seelenheil.

Der Ablaß füllte Kirchenkassen
und keiner wollte davon lassen –
Schon gar nicht der Herr Papst in Rom:
Der brauchte für den Petersdom,
der damals noch nicht fertig war,
ja Riesensummen Jahr für Jahr.
Man lebte auch in Saus und Braus
und ließ die Sau gar mächtig raus,
machte sehr oft und gerne Fete,
dachte kaum noch an Gebete
damals in Rom, der heil’gen Stadt,
die Luther selbst gesehen hat.
Da ihn nicht ohne Grund empörte,
daß niemand auf die Bibel hörte,
machte der fromme Bergmannssohn
dann unverhofft Reformation!

Die Kirchenspaltung lag ihm fern –
doch disputieren wollt’ er gern.
Forsch nagelte der Gottesmann
daher einst seine Thesen an
die Kirchentür zu Wittenberg
und stellte fest: Ein gutes Werk
ist Gott im Grunde einerlei –
allein der Glaube, der macht frei
von Sünde und vor Gott gerecht;
der Ablasshandel ist echt schlecht
und die Vergebung gegen Geld
ein großes Übel in der Welt.
Das Seelenheil ist kostenlos –
deshalb war Luthers Wirkung groß!

Er hatte dann zwar nichts zu lachen:
Man wollte ihn schnell mundtot machen,
belegte ihn mit Acht und Bann.
Doch wie ein Fels stand dieser Mann
zu seinem Wort, zu seiner Lehre
und zollte Gott allein die Ehre!
Sein Kurfürst Friedrich war auch weiser
und schützte Luther vor dem Kaiser,
bot auf der Wartburg ihm Asyl,
wo´s zugig war und ziemlich kühl.
Im thüringischen Eisenach
saß Luther nun im Burggemach
und machte sich als „Junker Jörg“
ans Bibelübersetzungswerk.

Den Teufel, der ihm nachts erschien
in Bocksgestalt mit Monstermien´,
den exorzierte Luther krass
dank seinem vollen Tintenfass,
das er ihm an die Hörner schmiss,
wobei er wütend brüllte: „Friss
schwarze Tinte, Höllenfürst,
weil du mich niemals kriegen wirst!
Mach bloß, verdammt noch mal, ´ne Fliege,
bevor ich dich am Kragen kriege,
denn schließlich bin ich Doktor Luther
und gebe dir gleich richtig Futter!
Selbst wenn die Welt voll Teufel wär’ –
Gott steht mir bei, Gott ist der Herr!“...
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