Sonderbare Mütter

Text

von  Wastl

Gespräch in einem Café an einem großen Tisch, an dem Erfahrungen über die Erziehung von Kindern ausgetauscht werden:

K: „Meinen Sohn habe ich von Geburt an meine ganze Liebe gegeben. Ich habe dafür gesorgt, dass er nie laufen muss, damit er sich nie die Beine bricht. Sobald er irgendwohin wollte, habe ich ihn dorthin getragen. Allmählich gewöhnte er sich daran, dass ich, seine Mutter, auch ein liebevoller Ersatz für seine Beine und Füße bin.
L: Wunderbar, ich wünschte, ich hätte das mit meinem Sohn auch getan, dann wäre er vielleicht heute noch am Leben.
N: Wie kam er denn um?
L: Nun ja, ich gab ihm alle drei Stunden 463 verschiedene Nahrungsersatzmittel, um jeglicher Gefahr einer Infektion oder sonstigen Krankheiten vorzubeugen. Ein Arzt meinte, das sei zu viel für ihn gewesen, was ich auf gar keinen Fall glaube. Ich glaube eher, er wurde vergiftet. Aber die Polizei wollte mir nicht glauben.
S: Schlimm, diese Menschen da draußen. Sie wollen uns einfach nicht verstehen.



Anmerkung von Wastl:

Dieses Gespräch fand wie jeden Nachmittag zwischen denselben Damen in einem Café am Nachmittag statt. Das Café befindet sich in einer geschlossenen Heilanstalt, in der sich auch Serienmörder befinden.

Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren

Kommentare zu diesem Text


 EVdR (04.11.26, 13:38)
Eine Entarte Vision der Realität. Wenn die Wirklichkeit die Fiktion übertrifft. Einfach Klasse!
Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren
Zur Zeit online: