Der Killer

Text

von  Wastl

In einem Café sitzt ein mehr oder weniger unbedarfter Mann und bekommt vom Nebentisch ein paar bemerkenswerte Bruchstücke eines Gesprächs mit. „Auftrag“, „Problem beseitigen“, „Töten“ und immer wieder „Töten“ und dann auch „solange, bis sie tot ist“. Der Mann, von dem diese schlimmen Worte kommen, hat einen eiskalten Gesichtsausdruck. „Sicherlich ein Berufskiller”, denkt der Unbedarfte. "Und er scheint mit seinem Beruf zu prahlen – hier, in der Öffentlichkeit!".

Der Sitznachbar, womöglich einer seiner vielen Auftraggeber, steht auf und verlässt das Café. Nun sitzt der Berufskiller allein an seinem Tisch. Daraufhin fasst der Unbedarfte seinen ganzen Mut zusammen, steht auf und setzt sich zu dem Auftragskiller. Dieser schaut ihn mit seinen kalten Augen fast unbeteiligt an.

„Darf ich Sie etwas fragen?“, fragt der Unbedarfte den Mann mit dem eiskalten Gesicht.

„Ich habe vom Nebentisch ein paar Worte mitbekommen.
Was wollen Sie wissen?
Wie machen Sie das?
Durch Schnelligkeit.
Aha.
Ja, das muss schnell gehen, sonst ist sie weg.
Haben Sie da kein schlechtes Gewissen?
Am Anfang vielleicht ein bisschen.
Und wie oft tun Sie das?
Sobald mir eine lästig wird, schlage ich zu!
Und Sie nehmen Geld dafür?
Wie bitte? Warum sollte mich jemand dafür bezahlen, dass ich eine Ameise in meinem Garten totschlage?
Ach so!
Was haben Sie gedacht?
Äh, nichts.“

Darauf steht der Unbedarfte auf, und setzt sich wieder an seinen alten Platz.


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Kommentare zu diesem Text


 Verlo (05.11.26, 08:51)
Warum tötet jemand Ameisen in seinem Garten?

 LotharAtzert meinte dazu am 05.11.26 um 09:27:
Weil Wastl Leute wie Dich damit unterhalten kann, Verlo.
Oder besser gesagt: ... unten halten kann, bei den Ameisen.

 Verlo antwortete darauf am 05.11.26 um 09:38:
Lothar, woher weißt du, daß ich über den Ameisen bin?
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