Es riecht mir nach Heimat, dort am See. Das brackige Wasser, der Geruch nach Algen und Feuchte. Ich liebe es.
Hier ist es still. Nur das Wasser streicht zärtlich gurgelnd und glucksend den Stein. Kaum ein Geräusch dringt zu mir. Ich atme tief, tiefer geht kaum.
Von fern Motorengeräusche. Nicht eine einzige menschliche Stimme. Nur meine Gedanken und die See. Selbst der Hund steht still auf den Steinen.
Eine einzelne Möwe kreuzt unseren Sitz im Wasser. Was für eine Ruhe.
Ruhe die ich fühlen kann. Ruhe die mich durchdringt, bis in jeden Zellkern.
Das ist Glück! Was brauche ich mehr?
Inne halten, gewahr sein, gewahr bleiben!
Die Stille und ich, wir werden eins, während mein Auge über die glatte Wasseroberfläche schweift. Es atmet mich.
Wie eine blaue, leicht schwingende Plastikfolie, so liegt die See vor mir und atmet. Ein und aus. Hier herrscht Frieden, selbst in mir.
Hier könnte ich bleiben, mir ein Haus bauen und alt werden.
Die alte Frau und die See. Abgeschieden. Bei mir. Einfach endlich Frieden.
Was, ja was brauche ich mehr?
Ela Möller
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