Das Dorffest - Kapitel 2.

Legende zum Thema Tradition

von  Omnahmashivaya

Die nächsten Tage war Danai Okahari sehr aufgeregt.
Ein großes Fest sollte statt finden und sie knüpfte viele Traumfänger und Haarschmuck für ihre kleinen Schwestern.

Der fremde Mann ging ihr auch nicht aus dem Kopf. Sie hatte sich sonst nie wirklich für die Männer intressiert.

Die jungen Indianer aus ihrem Dorf reizten sie gar nicht.
Sie hatte eher Spaß daran, diese zu ärgern. Gelgentlich ließ sie das Vieh einfach frei, wenn Shitraka, der Sohn des Nachbars wieder unter dem Baum eingeschlafen war.
Aus nächster Nähe beobachtete sie dann, wie er aufschreckte und die Herde der Gitzis in weiter Ferne erblickte, sich auf sein Pferd Tsunam schwang und mit Müh und Not die Tiere wieder einfing. Mit einem Gemecker und Geblöke trudelte das Vieh dann wieder ein.
Gerne träufelte sie auch Honig in die Mokkasins von Mathatu und Maharathi, den Zwilligen von der einsamen Fazanta. Die Bienen kamen und Matahu und Maharathi wurden gestochen und mußten zwei Tage die Zähne zusammenbeißen, weil ihnen die Füße weh taten.
Am liebsten neckte sie den Sohn des Häuptlings. Gauloke war jung und ungestüm und begehrte Danai sehr.
Sie lud ihn gern in die Wiesen und Weiden ein, um ihr Spielchen zu treiben. Doch mehr als ihr Haar durfte er nie anfassen ...

Schon am nächsten Tag sollte das Fest stattfinden.
Das Indianerdorf war aufgeregt wie deh und je und die Vorbereitungen fanden schon am frühen Morgen statt.
Die Frauen schmückten die Bäume und Hütten, malten ihre Männer ab, verwandelten ihre Haarpracht in die schönsten Frisuren und kümmerten sich um das Essen.

Am frühen Nachmittag trudelten ein paar Besucher aus den Bergen ein. Sie brachten Gaben von Leder, Schmuck und Früchten. Dann fing das Fest an. Die Männer tanzten. Die Bänder um die Füße wehten im Wind, die geflochtenen Zöpfe und Federn in diesen wippten umher. Die Gesichter waren in den schönsten Farben bemalt. Die Frauen stimmten mit Gesang und Lauten ein. Kinder sprangen wild umher und spielten.

Danai Okahari wünschte sich insgeheim, dass der Fremde auch erscheinen würde. Doch vergebens.
Vielleicht gehörte er zu einem anderen Stamm oder war ein Verbannter oder gar Vagabund? Sehnsüchtig blickte sie in die Ferne. Welchen Namen ihr Angebeteter wohl trug?

Nach den Lobesliedern für den großen Gott und Mutter Natur wurden Alle zum großen Festessen gebeten.
Es gab Früchte und Gemüse in Fülle, Ziegenfleisch, Fisch, Süßspeisen und Holunderwein. Danai labte sich.
Später wurde am Lagerfeuer die Friedenspfeiffe geraucht und alte Sagen und Legenden kamen unter die Leute.
Der alte zahnlose Maniturak erzählte grinsend von den Abenteuern seiner Jugend.

Gegen Mitternacht war nahte sich das Fest dem Ende. Den Besucher, die von weiter weg kamen, wurde ein Nachtlager geboten. Andere ritten in ihr Dorf.

Danai saß noch eine Weile auf einem Stein und betrachtete den Himmel. Sie winkte dem großen Bären zu und erblickte eine Sternschnuppe.

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Kommentare zu diesem Text


 NormanM. (27.08.09)
Hier passt es mit der erzählform, könnte zwar immer noch ein wenig detaillierter auch hier sein, aber es geht an dieser stelle.
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