Die Drei

Gedicht zum Thema Tragik

von  SapphoSonne

Gesprungener,
der du der Kanzel  entronnen,
dem Teufel im Fluge das Zepter geklaut.

Geflohener,
der an der Straße die Bäume
mit Nägeln bestückt und die Rinde geschält.

Gebrochener,
der aus Angst vor der Leere
die Schwärze mit Geistern aus Schmerzen befüllt.

Die Drei sind der Eine und einer ist drei,
doch keiner von ihnen ist wirklich dabei.

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Kommentare zu diesem Text

Koka† (46)
(11.02.14)
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 SapphoSonne meinte dazu am 11.02.14:
Nicht wahr? Danke

 susidie (11.02.14)
Faszinierende Kurzzusammenfassung einer Tragödie. In den Irrungen und Wirrungen wandelnd. Auf Wirkung bedacht. Beim Sprung übers Feuer verlorengegangen. Und niemand hat es gesehen und keiner war dabei. Klasse geschrieben. Liebe Grüße von Su :)
(Kommentar korrigiert am 11.02.2014)

 SapphoSonne antwortete darauf am 11.02.14:
Ja genau so. Hab Dank. LG Sappho

 AZU20 (11.02.14)
Sehr stark. LG

 SapphoSonne schrieb daraufhin am 11.02.14:
Dankeschön. LG Sappho
chichi† (80)
(11.02.14)
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 SapphoSonne äußerte darauf am 11.02.14:
*lach*
Danke dir. LG Sappho
Metulskie (32)
(11.02.14)
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 SapphoSonne ergänzte dazu am 11.02.14:
Löse dich von deiner Eingangsthese. Manchmal verstellt eine falsche Interpretation den Blick. Danke für die Auseinandersetzung mit den Zeilen.
LancealostDream (49)
(11.02.14)
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 SapphoSonne meinte dazu am 11.02.14:
Herzlichen Dank, Lance. Schön dich wieder hier zu sehen. LG Sappho

 franky (11.02.14)
Hi liebe Sappho,

Nach Meinung von Tulski hättest du ein anderes Gedicht schreiben sollen oder müssen.
Mir gefällt aber dein hier geposteter Beitrag.

Herzliche Grüße

Von Franky

 SapphoSonne meinte dazu am 11.02.14:
Oh ich glaube nach der (vermuteten) Meinung des werten Herrn sollte ich das Schreiben gänzlich aufgeben.
Ich danke dir, Franky. :)
LG Sappho

 TrekanBelluvitsh (11.02.14)
Also zunächst einmal: Sehr schöne Worte, die in ihrer Art an mittelalterliche Bannsprüche im modernen Gewande erinnern. Wobei ich finde, dass zumindest der 'Gesprungene' eine ambivalente Figur ist insofern, dass man ihn nicht unbedingt der Tragik zuordnen muss. Es könnte auch ganz einfach jemand sein, der sich gegen einen zementierte Ordnung der Dinge auflehnt - und das mit Erfolg!

 SapphoSonne meinte dazu am 11.02.14:
Der Gesprungene ist der einzige der wirklich aus eigenem Antrieb heraus agiert und eine Wahl trifft, somit trägt er auch die volle Verantwortung. Der Geflohene traf auch eine Entscheidung, aber wirklich aus freien Stücken oder aus inneren Zwängen heraus? Wieviel Verantwortung trägt er für das, was er auf der Flucht macht? Und der Gebrochene... inwieweit ist er noch er selbst? Tragisch hier wohl in allen drei Fällen aus Sicht der Zuschauenden.
Mittelalterliche Bannsprüche ... *lach
Find ich gut, aus dem Blickwinkel habe ich das noch gar nicht betrachtet.
Ich danke dir.
LG Sappho

 TrekanBelluvitsh meinte dazu am 11.02.14:
Bannsprüche sind aus der Modernen Welt ja fast verschwunden, weil wir uns so viele Dinge erklären und erkennen können. "Gesundheit" wenn jemand niest ist noch ein Überbleibsel. Aber früher gab es jede Menge davon. Gerade über mittelalterlichen Gebäuden findet man viele davon. Und auch wenn sie mit der Zeit christlich wurden, ist ihre Tradition doch sehr viel älter. Nicht umsonst sind die erste 'deutsche' Literatur die Mersebuger Zaubersprüche. Daran hat mich dein Text einfach erinnert. Und auch wenn wir diese Schreibform heute ja kaum noch kennen, bzw. in diesem Rahmen benutzen, geht so Manches auf diese alte Tradition zurück. Denke nur an "Just married".

 EkkehartMittelberg (12.02.14)
Das konsequent aufgebaute Gedicht lässt die Tragik eines Abtrünnigen nachempfinden. Doch nur ein auswegloses Schicksal ist tragisch, eines mit Freiheit der Wahl, die schlecht genutzt wurde, ist traurig.
liebe Grüße
Ekki

 SapphoSonne meinte dazu am 12.02.14:
Herzlichen Dank lieber Ekki. Ja, das sehe ich auch so.
Ich wünsch dir einen schönen Abend.
LG Sappho
gaby.merci (61)
(13.02.14)
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