Ego-Shooter

Sonett zum Thema Gewalt

von  Möllerkies

Dieser Text gehört zum Projekt  Sonette.
Dieser Text ist Teil der Serie  Spitzen-Verse*
Terrorisieren lässt sich keiner gerne,
Erbärmlich ist’s, den Nächsten zu bedrohen.
Ruin droht, wenn die Sitten jäh verrohen,
Respekt und Menschlichkeit zu üben lerne.
 
Oft ist dies Postulat verletzt im Kerne:
Ringsum sieht man des Hasses Feuer lohen,
Verbrecher wüten, und die Guten flohen.
Es scheint dir, das geschieht in weiter Ferne?
 
Raketen feuerst du und wirfst Granaten
Daheim, im virtuellen Reich der Daten,
Auf Menschen schießt du, zögerst kaum beim Zielen.
 
Computer nutzt du, um Gewalt zu spielen.
Hör auf damit, am Bildschirm blinkt es: Error!
Tabu sei die Gewalt. Mach keinen Terror!


Anmerkung von Möllerkies:

31.05.2013

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Kommentare zu diesem Text

janna (66)
(28.06.14)
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 Möllerkies meinte dazu am 29.06.14:
Vielen Dank, janna.

 TrekanBelluvitsh (28.06.14)
Da frage ich mich doch, welchen Egoshooter ein  Oskar Drlewanger,  Theodor Eicke[/u],  Odilo Globocnik und andere SS-Schergen wohl gespielt haben...

'Tschuldigung, aber das ist viel zu einfach...
Graeculus (69) antwortete darauf am 28.06.14:
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 Möllerkies schrieb daraufhin am 29.06.14:
Zu einfach? Mag sein. Ich wollte allerdings auch kein Thesenpapier zur Medienwirkungsforschung schreiben, sondern ein Gedicht.

Alternativen? Z. B. Gedichte schreiben – oder von mir aus auch Gedichte kritisieren.
Graeculus (69) äußerte darauf am 29.06.14:
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 TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 29.06.14:
Ich finde euren fröhlichen Relativismus den eigenen Aussagen gegenüber doch ein verwirren und auch ein wenig herablassend.

Und Medientheorie hin, Gedicht her, wenn der Inhalt eines Textes sich dem Unfug annähert, muss man das auch sagen dürfen.

Alternative Gedichte schreiben? Nun, ein kleines Gedankenexpeiment: Ich schreibe ein Gedicht über Schlagermusik in dem ich feststelle, dass die in Schlagern entweder eine idealisierte Welt oder der durch und durch egozentrische Blick auf diese postuliert wird. Und darum sind Schlager schuld an so manchem Amoklauf von Familienvätern, die ihr Familien auslöschen. Ich bin mir sicher, dass die Kritik der Schlagerfans an der Form entzünden würde - auch wenn ich in die Anmerkungen setzen würde, dass das Gedicht im Wittner Rumpelhexameter geschrieben ist - weil der Inhalt ja keiner Diskussion würdig ist.

Oder um es anders zu formulieren. "Bowling for Columbine"!

 Möllerkies meinte dazu am 01.07.14:
Ich habe die Zeile „Ob dies Gebot noch gilt in der Moderne?“, die unnötig von der Aussage des Gedichts abgelenkt hat, durch die Zeile „Oft ist dies Postulat verletzt im Kerne:“ ersetzt.

Das Gedicht erhebt die Forderung, auf Gewalt nicht nur im realen Leben zu verzichten, sondern sie auch nicht zu spielen. Mit dieser Forderung mag man übereinstimmen oder nicht; dass sie sich dem Unfug annähere, halte ich für Unfug.

Die Behauptung, die du aus dem Gedicht herauszulesen scheinst, dass nämlich gespielte Gewalt reale Gewalt bedinge, kann ich dort nicht erkennen.

Danke, Trekan und Graeculus, für eure Kommentare.
Setos (32)
(28.06.14)
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 Möllerkies meinte dazu am 29.06.14:
Also nun, ganz ehrlich: bin einfach ratlos ...
Graeculus (69) meinte dazu am 29.06.14:
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