EIN „Skål!“ AUF ADMIRAL VON SCHNEIDER -- zum Genre des Tages:

Groteske zum Thema Erinnerung

von  harzgebirgler


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Admiral von Schneider wusste, dass der Sieg nicht auf dem Schlachtfeld gewonnen wird, sondern im Blitzlichtgewitter. Während seine Flotte am Horizont manövrierte, korrigierte er den Sitz seiner goldenen Epauletten. Der Schattenwurf der Kapitänsmütze musste perfekt sein. „Winkel etwas nach links, Kamerad“, wies er den Fotografen an, „die Narbe muss man sehen.“ Er zog den Bauch ein, richtete den Blick entschlossen in die Ferne – direkt auf den leeren Ozean.

Als das Klicken verstummte, war das Porträt fertig. Perfekt. Er gewann nie eine Seeschlacht, aber seine Autogrammkarten waren die beliebtesten in der Marine. Ein echter Admiral braucht keine Siege, er braucht Stil und ein exzellentes Profil.

Diese tadellose Haltung bewahrte er sich bis ins hohe Alter: Selbst als er längst außer Dienst war, blieb er der charmanteste Stammgast beim alljährlichen Silvesterdinner seiner engen Freundin Miss Sophie. Dort bewies er Jahr für Jahr, dass ein Admiral auch im hohen Alter beim Hackenzusammenschlagen und dem Genuss von reichlich Sherry eine glänzende Figur machen kann...


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