Die Hexe klemmt den Besenstiel...

Gedicht zum Thema Mythisch

von  harzgebirgler

Die Hexe klemmt den Besenstiel
zwischen ihre Beine
und fliegt - für sie ein Kinderspiel -
bei des Mondes Scheine
auf ihm stracks zur Walpurgisnacht
zum Brocken hin im Harz,
wo ihr des Teufels Liebe lacht,
stinkschwefelgelbundschwarz.
Schon spitz wie Lumpi springt der Bock
dort über Stock und Stein,
greift jeder Hexe untern Rock
und sabbert: "Du bist mein!"
Die hat das gern und ist verrückt
nach Satan seinem Sterz,
kreischt lauthals auf, zutiefst entzückt:
"Nur dir gehört mein Herz!"

Ein Uhu fällt vor Schreck vom Baum,
als er dies Treiben sieht,
und auch der Mann im Mond glaubt kaum,
was auf dem Berg geschieht:
Die Hölle hat sich aufgetan,
ihr Feuer loht empor,
und brünstig lockt Herr Urian
der Hexen Volk hervor.
Das tanzt ekstatisch wild und geil
um Satans Po im Kreis
und küßt sein blankes Hinterteil
mit anbetendem Fleiß.
So ist es üblich bei der Brut,
die Krötenschleim ernährt,
und allen kocht vor Lust ihr Blut,
das Satan ganz begehrt.

Jetzt kriegt die Party richtig Schwung:
Der Höllenfürst vermählt
sich seinen Hexen alt und jung
und jede wird beschält
sowie bedacht mit Zaubermacht
als Dank für ihre Treu’
in triebiger Walpurgisnacht,
wenn grade kommt der Mai.
Im Harz ist dann der Teufel los
und niemand, der sich traut,
den Spuk zu stör’n ein bißchen bloß -
denn eh’ der Morgen graut
liegt wieder da die Bergeswelt,
als wäre nichts gewest,
bis nächstes Jahr gen Brockenfeld
erneut die Hexe "best". 

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