Lieber alleine

Gedanke zum Thema Fremde/ Fremdheit

von  Manzanita

Kapitel 1 – Sitzplätze suchen

    Ich fahre jeden Tag zur Schule. Jeden Tag fahre ich mehrmals mit dem Bus. An der Haltestelle, wo ich immer ein- und aussteige, wird der Bus entweder randvoll oder richtig leer. Wenn ich aber Bus fahre, ohne das der Bus so voll ist, oder U-Bahn fahre, fällt mir regelmäßig etwas auf: Niemand möchte mit anderen Leuten zusammen sitzen (Ausnahme: es ist die eigene Gruppe). Die Leute wollen immer überall alleine sitzen. Ich verstehe das nicht. Ich mag es, wenn ich mit fremden Leuten reden kann, auch wenn ich bestimmte Informationen nicht einfach preisgebe. Ich glaube nicht, dass das aus Angst, es wären Verbrecher, gemacht wird. Ich glaube, das liegt daran, dass die Leute keine Lust haben, an Stellen im Leben, die für die Person nicht sonderlich wichtig sind, irgendetwas mit anderen Personen zu teilen. Wenn man Leute auf der Straße anpöbelt, kann man schlecht auffallen, das wissen meine Bekannten aber nicht unbedingt. Wenn man aber auf der Straße immer nett ist, man kann gelegentlich davon profitieren, obwohl die Bekannten es gar nicht wissen. Man kann dann neue Leute kennen lernen, vielleicht sogar Freunde.
    Ein anderes, aber ähnliches Beispiel für dieses Verhalten ist, dass Auto fahren deutlich beliebter ist als mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Ich kann verstehen, dass es beim Regional- und Fernverkehr auf der Schiene auch noch andere Gründe gibt, diesen zu meiden, doch in der Stadt kann sich die Nutzung von Autos wirklich negativ auswirken. Ich vestehe nicht, warum in der Stadt so viele Leute Autos nutzen, dass es zu Staus kommt. Das ist ja zu bestimmten Fahrzeiten vor Beginn der Fahrt schon längst klar. Bei diesen Fahrzeiten sind,  zugegebenermaßen, auch die Busse und Bahnen oft überlastet. Allerdings, passen ja nocht alle Passagiere in die Bahn bzw. in den Bus. Wenn mehr Leute vom Individualverkehr auf den ÖPNV umsteigen würden, könnte man mehr Geld in diesen investieren. Doch, da lautet die Frage natürlich: <Würde man mehr Geld in den öffentlichen Nahrverkehr investieren oder würde man lieber den privaten Firmen, die Autos verkaufen, den Verkehr überlassen?> Wenn die Regierung Geld in den Nahrverkehr investieren würden, wären wir längst nicht mehr bei diesem Punkt. Aber, versucht hat man es noch nicht mal. Das finde ich unverstäntlich. Könntet ihr Gründe nennen?

Kapitel 2 – Warum ist groß besser?

    Groß ist besser, das ist klar. Man sieht es an der Wohnungssuche. Eigentlich ist dieses Wort falsch. Es müsste Häusersuche heißen. Das liegt daran, dass die meisten Leute mit einem großen Haus zufrieden sind. Diese Leute können das mit <ich habe viel mehr Platz zur Verfügung>, <ich habe einen großen Garten> und vielen weiteren solcher positiven Argumentationen begründen. Aber ich habe ein Gegenargument. <Die Kosten sind bei einem Einfamilienhaus deutlich höher als bei einer Wohnung.> Doch warum die Menschen trotzdem dieses Haus haben möchten? Die Nachbarn sind erst ein Haus weiter. Man muss in einer Einfamilienhaussiedlung nicht mit anderen, möglicherweise fremden, Leuten, zusammenleben. Das wollen die Leute nicht. Und das, das kann ich nicht verstehen. Dass man als Erwachsener nicht neue Leute kennenlernen möchte. Obwohl man es als Kind vielleicht noch machen würde, und die Lust oft im Rentnerleben wieder zurückkehrt.

Kommentare zu diesem Text

Earlibutz (44)
(12.10.18)
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 Dieter_Rotmund (28.07.19)
Gerne gelesen, die geäußerten Ansichten sind allerdings reichlich naiv.

 Manzanita meinte dazu am 06.08.19:
Aha.

 Dieter_Rotmund antwortete darauf am 07.08.19:
Jean-Paul Sartre: "Die Hölle, das sind sie anderen".
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