Black Sabbath

Sonett zum Thema Melancholie

von  Walther

Black Sabbath

Man steht am Morgen vor den toten Tagen.
Am Abend steht man – bleicher – hinter ihnen.
Auf all den Blüten ist ein Nichts – statt Bienen.
Und Sorgen drücken dunkelgrau den Magen.

Erst gestern hatte noch’s Gestirn geschienen.
Der Mond vernebelt sich sehr gern mit Fragen,
Kommt aus dem Wald kein Knistern oder Klagen?
Die Erde dreht die Runden wie auf Schienen.

Am Fenster steht ein Rabe. Ja, nur einer.
Er pickt sich einen Reim um seine Zehen.
Wer hört ihm zu? Denn da ist niemand. Keiner.

Die Schattenwinde feiern leis ihr Wehen,
Und Trauer ist auf einmal allgemeiner:
Man kann sie nur nicht fühlen oder sehen.

Kommentare zu diesem Text


 GastIltis (06.10.21)
Hallo Walther, ich lese gerade links unten neben dem Text: „Was hat euch heute den Tag versüßt?“
KV sorgt immer für Überraschungen.
LG von Gil.

 Walther meinte dazu am 06.10.21:
Hey GiL,
mein sonett selbstredend! große kunst versüßt jeden tag!
lg W.

ps der dichter dankt für leseempfehlungen: Tula, AZU20, GastIltis.
und: AlmaMarieSchneider, Jo-W..

Antwort geändert am 08.10.2021 um 11:35 Uhr
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