die Reife

Gedicht zum Thema Entwicklung(en)

von  Tula

Du hieltst den Puls im kühlen Knotenquell,
die anzestrale Formel der Magie,
dein ungefurchtes Herz in grünem Fell,
den Horizont, der allem Sinn verlieh.

Du hast dich in der Flut der Glut gesonnt.
Die sogst du gierig auf, ganz ohne Scheu
und wolltest schließlich selbst den Horizont.
Nie fingst du ihn. Und doch, er blieb dir treu.

Du hältst den Puls. In seinem schweren Lauf
wird alles Weiche nun allmählich steif.
Der Horizont fällt wie ein Schatten auf
das faule Fleisch, in dir, der Kern, ist reif.


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Kommentare zu diesem Text


 Aron Manfeld (14.05.23, 02:05)
Wenn so die Reife ist, bester Tula, dann bleibe ich lieber kindisch wie bisher ... :(
Taina (39) meinte dazu am 14.05.23 um 07:04:
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 Tula antwortete darauf am 14.05.23 um 09:04:
Lieber Aron
Alles eine Frage der Perspektive. Sich den Kern im Innern frisch zu halten bzw. vor der Fäulnis der Hülle drum herum zu bewahren, ist schon richtig. Verhindern kannst du den letzten Moment der Reife aber nicht  ;)

LG
Tula

 Tula schrieb daraufhin am 14.05.23 um 09:09:
Moin Taina
Ich denke, viele verwechseln Fruchtfleisch und Kern  :D
Das erste ist süß, aber die Reife nur äußerlich und von kurzer Dauer. Genau genommen nur Strategie des Kerns im Innern, der auf seinen großen Moment wartet ...

Die Reife des Kerns im Gedicht ist ebensowenig ewig, ganz und gar nicht. Leider. 

LG
Tula
Taina (39) äußerte darauf am 14.05.23 um 10:35:
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 EkkehartMittelberg (14.05.23, 15:21)
Hallo Tula,
die Reife ist wie Seife. Du möchtest sie festhalten, doch sie entgleitet.

LG
Ekki

 Tula ergänzte dazu am 14.05.23 um 17:34:
Hallo Ekki
Ein passender Vergleich  8-)

Dankend lieben Gruß
Tula

 AchterZwerg (14.05.23, 18:51)
Hui,
das klingt recht depressiv!
Ein paar Tage wirst du schon noch machen, Tula, und allzu faul schaust du noch nicht aus, bist es vermutlich nicht einmal.
Interessant ist in diesem Zusammenhang der sog. harte Kern, um den sich das Fleisch allmählich wellt.
Der gilt bis zum finalen Fallen als unzerstörbar.

In diesem Sinne
der8.

 Tula meinte dazu am 14.05.23 um 23:17:
Hallo lieber 8er
Auf jeden Fall hast du mir einen kräftigen Lacher entlockt. Ja natürlich, der Kern bleibt tapfer und unverwüstlich!

Deprimierend sollte es nicht klingen. Ich fürchtete eher den Vorwurf des Alt-Philosophischen. Ich überlege, in welchem Tonfall ich es selbst vortragen würde. Das Ende könnte man sowohl als fatalistisch-düster sehen/lesen, oder eben auch mit einem ironischen Augenzwinkern. Wie beim witzigen Vergleich des Alters mit Wein: je älter, umso köstlicher! Zumindest solange das Zeug nicht ansäuert  ;)

Dankend lieben Gruß
Tula

Antwort geändert am 14.05.2023 um 23:18 Uhr

 plotzn (15.05.23, 08:57)
Servus Tula,

dass Reife nichts Dauerhaftes ist, erklärt uns schon der Sensenmann, wenn er händereibend murmelt: Jetzt ist er reif...

Liebe Grüße
Stefan

 Tula meinte dazu am 15.05.23 um 11:09:
Servus Stefan
So ist es, wir schreiten im Grunde unserer Ernte entgegen, 'reif sein' hat eben nicht nur positives. 
Mit Sicherheit aber bin ich schon wieder reif für den nächsten Urlaub  8-)

LG
Tula
Teolein (70)
(15.05.23, 10:00)
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 Tula meinte dazu am 15.05.23 um 11:12:
Moin Teolein
Das tut mir leid. Dass es nicht immer so enden muss ... vielleicht helfen jetzt Bananen, die sind im Kern eher weich. Und du wirst sogar satt davon  8-)

LG
Tula
Agnete (66)
(18.05.23, 12:56)
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 Tula meinte dazu am 18.05.23 um 23:09:
Hallo Agnete
Gewiss, genau darum geht es. Es reift der Kern, der Rest drum herum saftet nur für kurze Zeit ... Natürlich stünde ich noch einmal gern in diesem Saft, jetzt wo mein Kern im Kern wenigstens einige Irrtümer abgelegt hat. Man kann eben nicht beides, süß und reif zugleich sein.

LG
Tula

Antwort geändert am 18.05.2023 um 23:10 Uhr
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