DIE FAULSAU

Gedicht zum Thema Arbeit und Beruf

von  hermann8332

DIE FAULSAU

EIN INDIGENES

DSCHUNGEL- URWALD -

MÄRCHEN


Nachdem die Faulsau

gebrunst und gschissen hatte

legte sie sich wieder

in die Folklore -Hängematte


Sie ist ein ethnisches Faultier

aus dem Dschungelurwald


vielleicht 30 Jahre alt

und von unförmiger Gestalt


Sobald etwas anliegt

das nach Arbeit ausschaut

sie sich in die Hängematte haut


Dort schnarcht und pennt

das Faulschwein


und furzt ungehemmt


und wenn es mal erwacht

so schreit es gleich


nach Affenfleisch

und Palmwein


frißt und säuft unmäßig

und schläft dann wieder ein


Die Faulsau textet im Schlaf

in der REM -Phase


aber nicht über ein Schaf


sondern über die Arbeitsethik

und die Arbeitsmoral


erinnert sich total

an jeden Traum

und jedes Wort


steht auf und geht

dann zum Abort


setzt sich hin coram

publico


ganz unverschämt

und ungeniert


auf das Plumpsklo


und zitiert

und kommentiert

seinen Traum


und läßt ihn

niederschreiben


auf Tonkrugscherben

Bananblätter

Brotbaumrinde

Schlangenhaut


und allem

was nach Papier

ausschaut


aber nicht

auf Klopapier

denn es fehlt

den Leuten hier


den Indigenen ,

die sich nach TV sehnen,


aber den Arsch

mit der Hand abwischen

und gleich danach den Fraß

auftischen


verzehrend mit

der Scheißhaushand


Anders

haben sie es nie gekannt


Das Faultierschwein

ist ein Arbeitsliterat


von der Oblomowschen Art


ein Hängematten – Potato


antriebslos


will pennen bloß


und Palmwein saufen


und will weder gehen

noch laufen


Nur zum Klo:


Er ist halt so …


Ein echter Arbeitsliterat

der keinerlei Arbeit je ausführt


weil er sie internalisiert


nämlich komplett

verinnerlicht hat


Er ist beweibt

und sehr beleibt


wie ein Mastschwein


und frißt alles in sich rein


und spült es dann hinunter

mit Unmengen von Palmwein


Doch er ist auch

ein legasthenischer Poet


der es wunderbar versteht

bei allem, was sich um Arbeit

dreht


zu texten

auf abfällige

und orale Weise


laut und ordinär

und kein bisschen leise


denn

Arbeit ist für ihn Scheiße




Vom Faulschein habe ich

geträumt

Der Palmwein hat nur so

geschäumt

wähnend ich sei die Faulsau


aber ohne seine Frau


Genüßlich hab ich dran gedacht

und das die ganze Nacht

als der Wecker schellte

und der Hund laut bellte

und ich zur Frühschicht mußte

und totsicher wußte:


Ich bin die Faulsau nicht

nicht einmal im Gedicht


Der Faulsautraum

war nur ein Schaum


geplatzt im Morgengraun


Des Tages Müh und Hast

läßt mich das Fleißschwein sein …


und zwingt mich zum Malochen


Ich laß das Träumen sein

und mach mich auf die Socken


Und dies geht so Tag für Tag

ohne Unterlaß:


Wie ich die Arbeit haß !


Und komm ich

ausgemergelt heim

verkriech ich mich im

Kämmerlein


und lese Faulsauverse

zum Trost und zur Entspannung

weil ich die Texte mag


transkribiert aus dem Kauderwesch

ins Hochdeutsch überführt


und sorgfältig editiert


vom Olbomow - Verlag


und schlafe auf dem harten

Stuhl unversehens ein


und träume von der Hängematte


Doch da kommt meine Frau

das Nilpferd und die Fettsau

polternd zur Tür herein


und schreit mir ins Ohr


Du mein Trebergänger – Gatte,


Ich dir deinen Fraß jetzt mache


In einer halben Stunde gibt es

Fressen:


Nicht vergessen !


Und schlaf nicht wieder ein,

du Penner:


Du bist ein faules Schwein


Jawohl, eine Faulsau

Das bist du ganz genau !




Ps


Hier die Verse

der Dschungel- Faulsau

mündlich tradiert

und in Schriftform überführt


Übrigens die Faulsau

ist kein Christ

sondern ein Animist

und betet den Faultiergott an


im Gegensatz zu Calvin

diesem strebsamen und

gottesfürchtigen Mann


Der betete zum Christengott

der Mühe und des Schweißes


Meint ihr ,die Faulsau weiß es

daß es solch einen Gott gibt:


der Mühe und des Schweißes ?


Das käm der Sau verrückt vor


Sie schüttelt den Nilpferdkopf

und murmelt:


Was ist doch dieser Gläubige

für ein armer Tropf


und legt sich

wieder aufs Ohr


EINE KOSTPROBE

AUS DEM FAULSAU-KOMPENDIUM

ZUR ARBEIT


Arbeit schändet nicht ! .... oder doch ?


Arbeit adelt ! ....nicht den Arbeiter,

sondern den Adeligen,

für den die Arbeiter arbeiten


Arbeit ist des Lebens Würze ! .

...und sie sorgt für seine Kürze


Der Mensch ist zur Arbeit geboren,

wie der Vogel zum Fliegen ! ...........


...doch der Vogel fliegt,

aber arbeitet nicht


Gesundheit

ist die Tochter der Arbeit ?


Nein , die Arbeit

ist die Mutter der Krankheit


Ora et labora !


.....also bete nicht

und arbeite nicht


Stöhnen ist die halbe Arbeit !

...... und Jammern die ganze


Not lehrt beten, Arbeit lehrt

wie man gegen Not

sich vergeblich wehrt


Guter Anfang ist die halbe Arbeit !

..... und schlechter die ganze ?


Wer nicht arbeitet soll nicht essen !

- dann wären alle Reichen verhungert



Zwei Arbeitsgedichte


Mußte arbeiten,


bis mir der Buckel kracht


und lag dann tot im Eck

und wurde ausgelacht



Du weißt nicht


wie die Blumen duften,


kennst nicht das holde

Abendrot,


von früh bis nachts

mußtest du schuften,


kaputt gerackert :


Vollidiot !












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