MÄRCHEN mythen legenden & sagen -- auch mit einer sau doch nicht saumagen... (7)

Gedicht zum Thema Mythisch

von  harzgebirgler


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Theseus bringt Phaia, die Krommyonische Sau, zur Strecke


es gab einst wirklich schweine, sagenhafte,
und wenn es ein schwein in die sage schaffte
wie phaia diese wildsau der antike
lag’s weniger an lautem rumgequieke

des nachts wenn alle schliefen weiß gott nein
das riesengroße viech war hundsgemein
und hatte spaß daran viel zu verwüsten
was sie und ihre nachkommen dann büßten -

zwei eber *, furchteinflössend so wie sie
wär’n sonst geraten wohl zum mythos nie -
den einen hat sich herkules geschnappt
beim zweiten die jagd anderen geklappt...

* erymanthischer & kalydonischer eber

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Herkules und der erymanthische Eber

von Louis Tuaillon (1904)



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orpheus in der unterwelt


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als orpheus einst nach hause kam
war seine frau nicht da
und er entsetzt als er vernahm
warum und was geschah:
aristaios ein freund von ihm
wollt sich an ihr vergehn
eurydike floh ungestüm
ohn auf den weg zu sehn
 
ne schlange übersah sie dann
an deren biß sie starb
was ihrem armen ehemann
die lebensfreud verdarb
im totenreich war sie ja nun
woraus kein wiederkehrn
doch orpheus wußte was zu tun -
wer wollts ihm auch verwehrn?!
 
er greift sich flugs sein instrument
und schlägt die saiten an
so zauberhaft wie mans kaum kennt
und halt nur orpheus kann
"eurydike ach du mein stern
ich folge dir sogleich
ich habe dich so irre gern
seist du auch totenbleich
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hinunter in die unterwelt
und hole dich zurück
sieh cerberus der sonst wild bellt
bellt momentan kein stück
läßt mich passiern das hadestor
vom leierklang entzückt
und auch der armeseelenchor
schweigt still und ist beglückt
 
[- selbst göttersinn erweicht sein sang
es wendet sich das los
eurydike soll leben dank
der liebe die so groß -]
oh gott man gibt dich wirklich frei
das leben oh es lockt!"
ertönte orpheus’ jubelschrei
doch dann hat ers verbockt:
 
er sollte nicht so das gebot
hin zu der liebsten schaun
sonst wäre sie tatsächlich tot
sondern den göttern traun
das tat er nicht er blickt zu ihr
prompt reißt man sie hinfort
von orpheus diesem dusseltier
zurück zum totenort!
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...so war das damals mit den zwein
sie liebten sich so sehr
und nie konnt orpheus sich verzeihn
er sah sie nimmermehr...

(2011)

Als Beitrag auch enthalten in der Anthologie GRIECHISCHE GÖTTER UND
IHRE MACKEN, net-Verlag 2012

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als orpheus einst die leier schlug und herrlich dazu sang
geschah’s, erzählt’ man, dass er selbst das wilde meer bezwang
auch feinde die erlagen prompt zuhauf des sängers kunst
doch hatte er am hut nie was mit trunk’ner liebesbrunst

er war so mehr der coole kerl, dem rausch total abhold
deshalb haben mänaden ihm, der sage nach, gegrollt
die hingen ja dem weingott an und die zerrissen ihn
in thrakien seiner heimat wo das leicht wohl möglich schien

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Kupferstich Der Tod des Orpheus, um 1470 nach Andrea Mantegna (zugeschrieben)


als mordmotiv ward später mythologisch oft erzählt
er, orpheus, hab’ als lustobjekt sich knaben gern erwählt
und sich von frauen abgewandt - das kann schon alles sein
man warf auch seinen kopf samt lyra in den hebros rein

sie schwammen übers meer dann bis zur insel lesbos hin
dort sang der kopf echt immer noch - im mythos ist das drin -
solange bis der gott apoll zu schweigen ihm gebot
erst daraufhin war orpheus sozusagen richtig tot!...


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