Nachtpoets Traumfrauen

Text zum Thema Biographisches/ Personen

von  Nachtpoet

Mein erster Schwarm war – glaube ich – Julia, meine Sandkastenfreundin, schwarze kurze Haare, süß und rotbäckig. Sie machte jeden Streich mit und gehörte zu unserer Bande: Die vier Gerechten. In der Grundschule kitzelte ich Bianca auf meinem Bett durch, als auf unserer ersten Klassenfahrt uns die Mädchen nachts heimlich

besuchten. Unsere Schwimmlehrerin hieß Frau Rohde. rotgetönte Locken und braungebrannte Weichbrüste, die vom Leopardenbikini hin und her gehalten wurden. Irgendwie fand ich den Anblick interessant, wusste aber noch nicht genau warum.

Aber die erste, die mich wirklich kribbeln ließ, war Maria auf der Ketteler-Schule! Brave glatte, lange Blond-Haare, unverschämt süße Grübchen und einen erfrischenden, forschen Charme. Sie war Ausgeberin in der Schulbücherei und ich las kein einzigen von diesen Schinken, die ich jeden Tag bei ihr auslieh und verträumte die Mathestunden. Ich mochte ihren beschen Strickpullover unter dem sich vorsichtig ihre zarten Schneckenhäuschen hervortaten. Barbara aus der Parallelklasse wusste nie, wo sie ihre langen, kräftigen Beine unterm Tisch lassen sollte. Sie lächelte mich bei jeder Gelegenheit an mit ihren träumerischen Braunaugen. Und natürlich Elke, die meine verrückte Art so gut verstand! Besser als irgend ein anderes Mädchen. Ich gab ihr an der Wewelsburg Karateunterricht mit Fantasieverrenkungen. Und Stefanie, die meinen Mut lobte, eine Kröte in die Hand zu nehmen. Und die andere Stefanie, die in einer heimlichen Ecke immer ihren Zauberwürfel unter das T-Shirt fallen ließ, den ich (nicht) wiederholten sollte … Beim Kochkurs der Projektwoche biss ich mir heftig auf die Lippen, als sich Susanne bückte, um etwas aus der Spülmaschine zu holen. Wenn sie nur nicht so eine lange, blonde Mähne und nicht solche perfekten Kegelbusen unter dem weißen, weitem Shirt mit nichts sonst drunter gehabt hätte … dann wüsste ich heute vielleicht noch, wie ich nach Unterrichtsende nach Hause gekommen bin … Die blonde Sylvia fragte mich mal im 8. Schuljahr, wie groß die Penisse der einzelnen Jungs wohl wären und wer wohl den Längsten habe. Sie hatte nur das Eine im Kopf und knutschte und fummelte bei der Klassenfahrt mit Jörg, dem größten Charmeur der Klasse im oberen Doppelstockbett herum, während wir anderen drei Jungs im Zimmer ihn anfeuerten und „Pettingalarm“ oder „gleich gib'ts Schleimis!“ riefen. Hinterher meinte Jörg: „Die Sylvia, die kannst du ruhig in die Titten kneifen, die sagt nichts dagegen.“


Einmal im Freibad verirrte sich meine Frisbee-Scheibe bei einer blonden, kurzhaarigen mit Zahnlücke. Sie lächelte zu meinem erstaunen, wollte mitspielen und wie warfen uns die Scheibe zu, während wir uns kennenlernten. Irgendwie fand ich sie aber später zu dümmlich. Gar nicht dümmlich, klein, brünett und wunderschön mit tollen Kurven und Kirschlippen fand ich Miriam, aber nachdem ich sie im Freibad ansprach, merkte ich schnell, dass ich nicht ihr Typ war. Echt schade, fast schon gemein schade! Mit Claudia, einer Verwandten meiner Tante plauderte ich die ganze Zeit über die gerade aufkommenden Grünen und wir waren uns einig, dass diese Partei dringend notwendig sei. Später meinte meine Mutter und meine Tante, dass wir uns auch deswegen so gut verstanden haben, weil wir beide als Kinder eine Herzoperation überstanden haben.

Einer der ungewöhnlichsten, ja fast schon magischsten Augenblicke hatte ich mal als 13-jähriger auf dem Rücksitz im Auto meiner Eltern, als auf der Autobahn ein Stau entstand und eine Braungelockte im Auto neben uns, die nicht älter war als ich, mir große Augen machte. Wir lächelten uns eine ganze Weile einfach nur an. Das war keine Entscheidung, das war einfach ein selbstverständlicher Vorgang. Ein komisches Gefühl von Seelenverwandtschaft floss durch meinem ganzen Körper und ich fand es so gemein schade, dass der Autobahnstau sich schon nach kurzer Zeit löste. Beide, sie und ich hielten am Blickkontakt fest, bis wir zu weit auseinander waren um den anderen noch zu erkennen, als würden wir jede Sekunde des Blicks noch schmachtend auskosten müssen!


In einer der Ferienfreizeiten in Frankreich fühlte ich mich zu einer weiteren Maria hingezogen wie ein Magnet, obwohl ich damals eigentlich schon immer nach Kurven Ausschau hielt. Wie soll ich sie beschreiben? Meine erste Magische! Mit dreckigem Lachen und knisternder Magie, wie eine elektrische Hochspannung, geladen mit vibrierendem Herzcharme und nur dem einzigen Gedanken: Männer und Frauen! Feiner Gesang, weiches Gitarrenspiel, Wuschelmähne, Verliebtheits-Augen, Mogel-BH und Wespentaille. Eine Frau wie ein süßer Bienenstich. Ihre beste Freundin Maren war nicht gerade sparsam mit Anspielungen und setzte ihre üppigen Formen gerne in Szene. Sie sah aus wie eine Inderin und irritierte die Jungs immer mit ihrem roten Punkt auf der Stirn. Einmal entzückte sie sich über eine Stunde lang bis zur Kusswut an dem tapsigen Gang eines kleinen Rüsselkäfers auf dem Tisch. Ihre süßblonde, stupsnäsige Freundin Justine schleppte allein für ihren Lockenföhn schon einen eigenen Urlaubs-Koffer mit sich herum. Und Clödi, die „aus Versehen“ oft in die Arme strammer Jungs stolperte und am Strand gar nicht so richtig braun wurde bei der ganzen Knutscherei. Ihre Zähne waren definitiv das Erotischste an ihr! Und die braunäugige Jennymaus, die ihr Unterhöschen mit den Drei Fragezeichen bemalte, als wir in einer der Ferienfreizeiten Stofffarbe bekamen. Ihre Freundin Nora, die mit blonden Haaren und braunen Augen eine ganz eigentümliche Schönheit ausstrahlte, lobte meine Auffassungsgabe beim Backgammon. Mich bei ihr zurückzuhalten, weil sie zu Hause einen Freund hatte, war im Nachhinein idiotisch. Sie und Jenny traf ich noch einmal später bei einer der irrwitzigsten Partys, auf denen ich je war. Denn im Bielefelder Oetkerpark spielte sich alles im Dunklen ab. Jennys Gitarrenspiel, Noras Geschichten, zuprosten, umarmen, lachen, alles blind und das stundenlang! Es war schon schräg, aber irgendwie lustig. Schließlich sah ich sie doch noch im Licht, als ich beide zum Abschied in der Telefonzelle umarmte und Nora mir einen zarten Kuss auf die Wange gab.


Die blonde Nicole … daran erinnere ich mich immer wieder! Als ich vom Hallenbad nach Hause fuhr, konnte ich nur noch an ihre im Wasser schwimmenden, ungezügelten Riesenballons denken, die mich verrückt machten, als wir im Kinderbecken über Gott und die Welt plauderten. Danach war ich außer mir!!


Strubbel, die Blondine mit den schwarzen Augenbrauen, die immer erst ihre Vampire in ihrem Computer einschließen musste, wie sie meinte, bevor wir zum Billardspielen fuhren. Ihre brave rechteckige Brille und ihr sparsames Lächeln standen im Gegensatz zu ihrem langsam-zarten Sprechen mit diesem leicht überheblichen Blick, der wie ein versteckter Wink wirkte. Und die rothaarige Apothekerin mit dem mächtigem Hintern, der immer beim Reden die Augen zufielen und die so süße, leicht plumpe Körperbewegungen hatte, was mich innerlich ganz wild macht! Und die blonde Apothekerin mit ihren träumerischen, großen Augen und einer Stimme, die wie ein warmer Käsekuchen duftete. Auch war ich begeistert von ihren stolzen Schlüsselbeinen. Und die türkische Apothekerin, die, als wir uns einmal im Supermarkt trafen, mit ihrem Schritt zurück, fast die Artikel aus dem Regal geworfen hätte. Ihre sehr großen, schwarzen Kulleraugen freuten sich wohl, mich unerwartet zu sehen.


Und Kirsten mit den braunen, kräftigen Locken, die manchmal ihre Grübchen verdeckten, die mir ein „Dschungel-Überlebensset“ zum Geburtstag schenkte, was sich als Tranchierbesteck entpuppte. Weil ich Frauen damals fantastische Abenteuergeschichten aus meine Leben erzählte, die von vorne bis hinten frei erstunken und erlogen waren. Die Frauen glaubten mir zwar nicht, lachten sich dafür aber halb schlapp und klopften sich auf die Schenkel. „Das stimmt doch alles nicht was du da erzählst, haha!“

Wegen einer anderen Nicole kaufte ich immer Sonntags in der Bäckerei Kuchen, bis ihre große, schlanke Kollegin sich einmal zu mir über die Theke lehnte und mir im Vertrauen riet, dass ich Nicole doch endlich einladen sollte, was mich ziemlich erschrak!

Die kleine, zierliche Ina war auch Verkäuferin in der Bäckerei wo ich arbeitete. Sie hatte braune, krause Locken, braune Knopfaugen und braune Härchen auf ihren Unterarmen. Sie lächelte mich warm und verheißungsvoll an, als ich für meine Ferienfreizeit-Maria eine Torte backte. Sie und Maria hatten eines gemeinsam: Sie hatten keine Körbchengröße und ließen mich trotzdem nicht los.

Die nächste Nicole kannte ich noch von der Grundschule. Jetzt war sie eine Frau geworden und das fiel einem schon auf. Sie war die typische Blondine: Perfekte Figur mit strammem, spitzem Busen, glatte lange Mähne, Schlafzimmerblick und eine ungeübte Arroganz, die mich voll elektrisierte! Als sie mir einmal gestand, „Prince“ sexy zu finden, machte ich mir als kleiner Mann für ganz kurze Zeit Hoffnung, welche aber schnell zerstört wurde.

Ja an die Frauen in der Bäckerei erinnere ich mich gerne zurück! Vor allem an die blondgelockte Andrea, die sich beim Betriebsfest einmal zu mir hinunterbeugte, mich küsste und verzückt zischte: „Du bist ja so ssüß du kleiner Mann!“ Ich hätte ihr soo gerne ihren barocken Hintern gestreichelt, aber ich glaube, ich war ihr zu jung und zu schüchtern. Auch in Susi war ich verliebt: Klein, kurvig, süß, braune Locken und Kirschlippen, ich träumte oft von ihr!

Später verstand ich mich mit meiner Kollegin Mandy aus der Konditorei außerordentlich gut. Schlank, viel Kurven, blonde Mähne und den süßesten Akzent, den eine Frau haben kann: thüringisch! Ich besuchte sie Silvester um mit ihr auszugehen und bei ihr zu schlafen, aber mehrere Flirts von ihr und auch mir mit anderen in berüchtigten Baggerschuppen machte das Vorhaben zunichte. Ihre rothaarige Kollegin Catrin lieh sich einmal im Winter für die Arbeit meinen AC/DC-Pullover aus, der bei ihr viel dreidimensionaler wirkte. Catrin und Mandy besuchten mich mal zum Vorglühen, weil wir auf die Piste wollten. Wir drehten ein Spaßvideo mit Eierlikör, dass ich heute noch habe.


Die Nicole vom Schnellrestaurant mit den blonden Haaren, die mit einem äußerst strengem Haarband an ihrem schöne Kopf klebten, zeigte immer nur ein Hauch von Augenzwinkern, ein Hauch von Lächeln, aber das reichte bei ihr! Ich machte immer einen Sport daraus, sie zum Lachen zu bringen, was nicht einfach war. Nicht weil sie keinen Humor gehabt hätte, sondern weil sie so korrekt und kühl wie möglich zu sein versuchte, was mich wirklich reizte!

Zum Weberei-Flohmarkt nach Gütersloh fuhr ich nicht wegen des Trödels, da gab es in Rheda-Wiedenbrück am HIT-Markt-Trödel interessante Dinge zu kaufen. Nein, die Frauen in Gütersloh waren einfach lockerer, wunderschön und strahlten viel mehr Charme aus als bei uns im Kaff. Eine Brünette mit schulterlangem Glatthaar mit engem, gelben Shirt und hellbraunen Schlafaugen schockte mich einmal mit einer so süßen Stimme, dass ich mich gezwungen fühlte sie auf der Stelle abzuknutschen! Nur ihre zwei Begleiter und der Anstand hielten mich davon ab. Auf dem Heimweg war ich wie paralysiert! Auch die rothaarige süße Maus mit knackiger Figur und Hündchenblick vom Flohmarkt, der ich meine Nummer gab, machte mich wild vor so viel Süßheit! In der letzten der Ferienfreizeit-Fahrt war Astrid meine Traumfrau! Blonde, lange Wuschelmähne, blaue Traumaugen mit einer immer leicht stöhnerischen, hauchenden aber bestimmten Stimmlage mit unverschämtem „Jaja-von-wegen-Lächeln“ Ich zeigte ihr die Sternbilder auf Korsika, wir übten Handstand im Meer und ich brachte sie immer dazu, sich vor Lachen auf die Schenkel zu klatschen! … Als wir Jungs auf dem Nachtreffen im Auto von ihr heiße Beachfotos nachbestellen wollten, säuselte sie mit glasigen, tiefen Augen und mit noch viel unverschämterem Lächeln: „Ihr geilen Böcke ...“Wobei ihr B fast wie ein P klang und wir bei so viel gehauchter unfreiwilliger Erotik Gänsehaut an den Oberschenkeln bekamen, dass wir sie synchron stromschlagartig zusammenpressten! Ihr Freundin Anja war auch blond, machte mit ihrer Brille eher einen braveren Eindruck und wir plauderten über Umwelt- und Tierschutz die ganze Nacht und sie hatte mich wohl mehr im Visier als Astrid, die mich ja eigentlich am meisten elektrisierte. Schwere Wahl manchmal …


Zu Frauen hinter der Theke fühlte ich mich immer besonders hingezogen. So wie von Yvonne, die auf einer Party immer noch nicht wusste, wo sie schlafen sollte, bis sie am nächsten Morgen nach Hause fuhr. Ihre äußerst schönen Kurven, ihre braunen Wuschel-Locken, ihre kirschroten Lippen und ihre unvergleichlichen Kastanienaugen versuchte ich in meinem Fotostudio für die Nachwelt zu erhalten. Es ist mir aber nur ansatzweise gelungen. Yvonne war aufgrund ihrer chaotischen Lebensweise immer ein Garant für spannenden Situationen. Einmal fiel ihr das Handy ins Klo und sie trocknete die Einzelteile bei der Fahrt in der Klimaanlage ihres Autos, dann irrte sie sich bei der Abfahrtzeit des letzten Zuges aus Bielefeld oder ein anderes mal stand sie nachts um eins plötzlich vor meiner Tür, weil sie wiedermal den letzten Zug verpasst hatte. Wir tapezierten und tünchten die Wände zusammen und aßen Nussschokolade, wir kochten zu viert chinesisch und guckten danach Bruce-Lee-Filme, wir streiften durch die lange Nacht der Kunst in Gütersloh und ließen die Düfte auf uns wirken, die wir aus den Kopfhöhrern hörten. Wir redeten über Kunst und die Welt bis morgens um sechs und es wurde nie langweilig!

Eine andere Bedienung hinter der Theke hatte lange blonde Haare und ein leicht kantiges, strenges Gesicht, was gerade ihre besondere Süße ausmachte. Sie war nur als Teilzeit hinterm Tresen. Hauptberuflich arbeitete sie am Katasteramt. Als sie mich einmal mit sehr kurzer Hose und roten Socken Prospekte austeilen sah, musste sie gehörig in sich rein schmunzeln.

Carmen war so schön wie sie hieß. Blond, spitzer Mund, weiche Stimme, Stupsnase und träumerische Augen. Sie betrieb einen Irish Pup und hatte die Männers alle im Griff. Sie trank Kurze mit uns, lachte sich den ganzen Abend über uns Thekengeiern kaputt und gab mir mal zur Antwort: „Selber Schnucki!“

Sarahs Vater kam aus Ghana und sie war eine richtige Strahlefrau. Immer am Grinsen und Lachen. Ihre Grübchen hatte sie sich wohl mit der Zeit antrainiert. Ihre großen dunkelen Augen fingen jeden ein!

Sylvia sprach immer mit einer schneidigen aber lieben Stimme. Sie wusste was sie wollte, trug immer coole Klamotten und machte aus ihren natürlichen Kurven nie ein Geheimnis ohne jemals auch nur einen Hauch schlampig zu wirken, im Gegenteil: Eine Frau mit Herz, Verstand und Erfahrung. Sie rückte den Männern am Tresen den Kopf wieder grade, wenn die sich nicht benehmen konnten. Es war immer herzerfrischend mit Sylvia zu plaudern.

Leyla von der Kneipe „Markt 13“ hatte so schwarze Haare, dass die sogar fast blau schimmerten. Das passte zu ihren schwarzen Augen. Sie hatte perfekte Kurven und setzte sich einmal mit ihrer glatten Hose auf meinen Schoß, weil sie mit uns am Tisch nach einem schweren Arbeitstag plaudern wollte. Als ich ihre Körperhitze spürte, war mein Interesse an ihr nicht das einzige, das größer wurde …

Damals in der „Tenne“, eine coole Musik-Kneipe in Wiedenbrück saß ich – damals noch Bäcker-Lehrling – mit unserem Gesellen Udo am Tisch, von dem ich den Ofenposten lernte wie auch das Ansprechen und flirten mit Frauen. Er lud zwei Mädels ein, sich zu uns zu setzen und hatte ein Gespür dafür, für welchen Typ ich mich interessierte. Sie hieß Simone und mochte auch Punk und die Pogues. Er plauderte mit der älteren, Schwarzhaarigen, die ein bisschen flippig wirkte und ich mit dem Punkfan mit Nasenring und rotgefärbten, langen Haaren. Als die Leute die blind fertig gezapften halben Liter wie Raubtiere ihre Beute an der Theke abholten, weil der Laden brechend voll war, drückte die kumpelhafte Frauke mir ein schwappenden Humpen in die Hand und rief „3 Mark achzig, Junge, halt den bloß gut fest!“

Mit Silke aus unserer Clique verstand ich mich am besten. Sie war klein, blond, mollig, klug und wir waren irgendwie auf einer Wellenlänge. Einmal auf einer Party nach einigen Drinks konnten wir nicht anders als knutschen. Da es eine Poolparty war, zogen wir nach dem Planschen einfach irgendwelche Klamotten an, die gerade herumlagen. Sie hatte mein Multicolor-Shirt an und ich ihren langen, beschen Mantel, sonst nichts! Und genauso fuhr ich mit dem Fahrrad nach Hause, sogar vor der Polizeiwache her. Auf der nächsten Party, einen Samstag später tauschten wir wieder unsere Klamotten, was bei den Anwesenden für große Augen sorgte! Bei der gleichen Pool-Party zog Martina, die immer nur Männer im Kopf hatte, an Kais Badehose und schrie plötzlich auf, als ihr sein Ding vor den Augen baumelte. „Ich dachte du stoppst mich!“ Rief sie. „Und ich dachte, du ziehst nicht weiter“, antwortete er lachend … Martina war lieb, zickig, üppig und kokettierte gern mit ihrer „Blondheit“... Eine weitere Sylvia klebte sich im Road House Aufkleber auf das T-Shirt, da wo ihre Rundungen waren und meinte flippig-lächelnd: „Na? Sieht das nicht super aus?!“ Wir hatten immer viel Spaß, wenn wir uns trafen. Meistens auf dem Altstadtfest. Dort traf ich auch eine kleine, sehr hübsche Blonde mit feiner Stimme und Humor, mit der ich durch das Fest zigeunerte, tanzte und sie später verlor. Sie warf sich einem großen Typen an den Hals. Aber das nimmt man nicht so schwer …

Eileen war auch im Schützenverein, wo wir zusammen tanzten. Sie hatte einen gemütlichen, lieben Blick, eine warme Stimme, schwarze Haare und eine sehr mollige Figur. Sie schnitt mir in meiner Küche die Haare und wir tranken Kaffee.

Keas Lachen hörte sich immer an wie ein verzweifelter Kehlen-Schrei eines Erstickenden oder wie ein Esel in der Brunft. Als sie in Rheda auf dem Markt in diesem alten Anhänger Zeitungen verkaufte, brachte ich sie immer zum Lachen und damit in die peinlichsten Situationen. Aber die Leute kauften gerne bei ihr, hier war wenigstens beste Stimmung!


Auf der Party eines befreundeten Künstlers plauderte ich mal den ganzen Abend am Tisch mit einem Mädchen von den Philippinen. Untypisch für sie war ihre große und mächtige Erscheinung. Die Schöne war von scharfem Verstand und geprägt von der Sicht auf' s Wesentliche. Ich dachte mir: Die hat mal gute Chancen, glücklich im Leben zu werden.

Eine weitere Claudia lernte ich auf dem Altstadtfest in Rheda kennen. Sie war zierlich mit braunen Knopfaugen, Azurkleid und dunklem Wuschelkopf. Als sie mir gestand, Italienerin zu sein, quatschte ich irgendwas auswendig gelerntes und brachte sie zu hohem Staunen! Sie krallte sich unter und wir tänzelten dem Fest entgegen wie zwei neugierige Kinder. Leider war sie tatsächlich noch minderjährig und musste nach Hause. Ich haute einen mir bekannten Taxifahrer an, damit sie nicht ausgenommen wurde. Nachher beschwerte er sich scherzhaft bei mir, weil sie so frech gewesen ist. „Tja, die ist Italienerin, die hat Pfeffer im Arsch.“ gab ich zurück, da schmunzelte er erst recht.

Beatrice war die schlanke Fidlerin in einer Irish-Folk-Band. Wir tranken Guinness und sie hatte ihre feinen, braunen Locken streng zusammengebunden. Ihr Lächeln hatte etwas gebildetes, warmherziges. Mit ihr konnte ich prima über Irish Folk und Irland plauderen.

Zum Schlecker fuhr ich nicht wegen Duschgel und Zahnpasta, das hätte ich im Supermarkt auch bekommen. Nein, wegen der Molligen mit den dicken, glatten, weichen Oberarmen. Ihre braunen Locken waren von irgendeinem Haarmittel immer feucht und mit ihrem üppigen, leckeren Körperbau und ihrem Babyface war sie das Objekt meiner Kuschelträume! Ihre Nachfolgerin Rita war auch üppig, schwarzhaarig, sogar noch hübscher, besser proportioniert und hatte einen kindlichen Straßenköter-Humor, der mich verblüffte! Ich plauderte und lachte manchmal über eine Stunde mit ihr während sie die Kunden bediente. Es kam in dieser Zeit Facebook und Co. auf und wir chatteten auch. Irgendwann machte Schlecker pleite und Rita war weg und heiratete recht schnell. Ich traf sie Jahre später nochmal am Kaufland mit ihren zwei Töchtern, als sie mir um den Hals fiel, wir aber nicht viel Zeit hatten, zu schwatzen, weil sie ihr Auto wegfahren musste, damit ihre Kinder nicht vor Langeweile auf die Straße rannten.

Als ich Tina kennenlernte, war das wie ein Kometeneinschlag! Pure Liebe, die einen besinnungslos machte und viele poetische Gedichte! Wir küssten uns wie verrückt, waren im Bett fest umschlungen und rauschten durch eine unfassbare, kurze Zeit. Die Trennung war der größte Schmerz, den ich je erlebt habe! Ich baute mir eine Brücke aus Gedichten, sonst wäre ich vielleicht „erstickt“.


Eine Mexikanerin kaufte bei mir mal eine Tisch-Statur, die ich online verkaufte. Als sie an meiner Tür stand, schien es förmlich zu knistern vor Energie! Sie hatte ein warmes Liebeslächeln und ihre schwarze Lockenmähne umrahmte ihr verflucht schönes Gesicht mit tiefem Blick. Später beim Chatten gestand sie mir, dass sie auch eine starke Energie gespürt habe. Da ich mit heftigen Leidenschaften schon Erfahrung hatte und sie einen Mann und Kinder und ich eine Beziehung hatte, hielt ich mich zurück. Einen energiegeladenen Blick hatte komischerweise auch die Berufsberaterin vom Arbeitsamt, als sie mich für irgendetwas lobte. Sie lächelte mit breitem Mund und zeigte mir ihre schönen Zähne, irgendwie erinnerte sie mich an Tina und es spielten sich sofort die tollsten Szenen in meinem Kopf ab!


Da ich nun meine Traumfrau habe, mit der ich zwar schon 1998 in der Bäckerei zusammengearbeitet habe, wir aber erst 2018 zusammengekommen sind, denke ich doch: manchmal ist das Leben schon seltsam schön. Und insgeheim denke ich manchmal an die Frauen zurück, die mich in meinem Leben fasziniert haben. Es waren echt mehr, als ich vor Beginn des Schreibens dieses Textes angenommen habe. Da kannst du mal sehen! Es gibt immer eine Erinnerung an eine Schönheit, bei der man denkt: „Ach ja, da war ja noch was ...“




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Kommentare zu diesem Text


 Regina (02.04.25, 07:35)
Dürfen es ein paar Traumfrauen mehr sein oder wird es irgendwann doch eintönig?

Meine Empfehlung: Text auf KV-Durchschnitt kürzen.

Kommentar geändert am 02.04.2025 um 07:37 Uhr

 Nachtpoet meinte dazu am 02.04.25 um 10:24:
Also abgesehen davon, ob der Text eintönig werden würde, wenn ich ihn noch ergänzte, werden ausdrucksstarke Frauen nie eintömnig! Kürzen? Nein, ich glaube der Text muss so lang sein. Es sind immerhin über 40 Jahre Eindrücke.

Antwort geändert am 02.04.2025 um 10:26 Uhr

 Regina antwortete darauf am 02.04.25 um 13:14:
Nicht eintönig? Für des Mannes nicht enden wollende Faszination vllt. nicht, aber ich bin beim Lesen fast eingeschlafen. Trotzdem habe ich es bis zum Ende geschafft.
Vllt. eher ein Fazit ziehen oder ähnliche Attraktivitäten zusammenfassen.

Nichts für ungut. Trotz seiner Länge war mir der Text noch ansprechend genug zum Empfehlen.

 Nachtpoet schrieb daraufhin am 02.04.25 um 19:13:
Danke.
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