Sie war es, die es versäumt hatte, ihn zuerst zu töten. Nein, nicht mit einem Messer oder einer Pistole. Bei einem Heiratsantrag aber ist es die Kunst, sein Herz, seinen Respekt und seine freiwillige Verantwortlichkeit zu gewinnen, dafür zu sorgen, das Ego ersterben zu lassen. Ansonsten entwickeln sich jene Partnerschaften, bei denen ein Ich über das andere dominiert. Dominiert die Frau über den eher schwachen Mann, entwickelt sich eine Mutter-Kind-Beziehung, mit der manche Leute zwar zufrieden sind, aber keine wirkliche Partnerschaft auf Augenhöhe. Ehe basiert nicht auf Demokratie, sondern auf Vertrauen.
Unterliegt die Frau einem stärkeren Mann, kann er zum Tyrannen werden. Sich in eine vorhandene Ehe mit Kindern zu drängen, zeugt von großer Verantwortungslosigkeit und nicht vorhandener Solidarität mit der Ehefrau. Wer sich so verhält, kann dann letztendlich auch selber nicht mit angemessener Behandlung rechnen.
Beim ersten Rendezvous hat sie sich auf einen verheirateten Familienvater eingelassen. Erst zwei Jahre später zog die Ehefrau die Konsequenz, sich scheiden zu lassen und aus der Situation weitgehend herauszuziehen. So konnte das Liebespaar schließlich Hochzeit feiern. Aber schon in der anschließenden Schwangerschaft zeigte sich seine bizarre Neigung, sie ganz und gar zu kontrollieren. Sie sollte möglichst wenig zunehmen. Später ließ sie sich nolens volens ihm zuliebe Silikonbrüste einbauen, doch es kam noch schlimmer.
Da er reich war, suchte er seine Gewalttätigkeit mit großen Geschenken auszugleichen. Sie bekam ein Haus, einen Porsche und schließlich einen Ferrari neben den obligatorischen Schmuckstücken. Glücklich wurden beide nicht und so kam es abermals zur Ehescheidung, die keiner von beiden so recht verkraftete. Promiskuität, Stalking, Kokain, möglicherweise noch andere Drogen auf beiden Seiten taten ein Übriges.
Das alles beweist nicht, dass es schließlich zum Mord kam. O.J. Simpson nahm das Geheimnis mit ins Grab, ob er, der kein Blut sehen konnte, seine Ex-Ehefrau Nicole Brown-Simpson nebst einem zufällig auftauchenden Bekannten, den er nicht persönlich kannte, bestialisch erstochen hat, die Haustür offen ließ, wo seine Kinder im oberen Stockwerk schliefen und in der nächsten halben Stunde seelenruhig ein Flugzeug bestieg, in ein Hotel eincheckte und geschäftliche Verpflichtungen wahrnahm, oder ob sich das alles ganz anders abspielte.
Die Ereignisse um den Tod von Nicole Brown-Simpson und Ron Goldmann und das bizarre Verhalten des einstigen Footballstars O.J. Simpson wurden und werden auch nach dreißig Jahren noch kontrovers diskutiert. War er trotz Freispruch schuldig oder wurden ihm die Indizien von rassistischen Polizisten untergeschoben? Die Ermordeten könnten auch wegen Drogenhandels und entsprechender Schulden umgekommen sein.
Bis zum Ende seines Lebens spielte O.J. ein Verwirrspiel. Einerseits beteuerte er, die grausame Tat nicht begangen zu haben oder wenn doch, dann aus purer Liebe. Andererseits publizierte er ein Buch, das sich wie ein hypothetisches Geständnis liest und feierte sein Leben weiter, auch im Alter noch mit jenem strahlenden Charme, der ihn immer wieder Freunde gewinnen ließ. Interessant erscheint die Behauptung, er wolle nicht zurück zu seinem ehemaligen Starruhm, sondern in den Himmel kommen. Würde die heißgeliebte Ex-Ehefrau dort warten?
Wusste er mehr, als er sagte? War etwa sein ältester Sohn involviert oder steckten Drogenkartelle hinter dem Geschehen? Es steht immer fifty-fifty. Selbst seine Star-Anwälte waren geteilter Meinung hinsichtlich seiner Schuld oder Unschuld.
Was wäre geschehen, wenn sich Nicole nicht von Anfang an seinem Willen unterworfen hätte? Auch das weiß niemand.