Mandala - Der "Tanz von Kraft um eine Mitte"

Essay zum Thema Selbstbestimmung

von  LotharAtzert


Der im Westen als Mandala bekannte Kraftkreis ist sehr komplex und ich möchte die Grundzüge hier einmal kurz anskizzieren, (mehr vermag ich nicht) um auf seinen Tiefsinn aufmerksam zu machen auf dem Weg zum vollkommenen Erwachen:

 

Die Anordnung der Farben im Kreis

Im Zentrum der Verortung steht das Bewußtsein als fünftes von vier Richtungen, als da sind Osten, Süden, Westen und Norden. Es entspricht den so genannten 5 Skandhas oder Aggegaten: Form, Empfindung, Wahrnehmung, Bildekraft und Bewußtsein.

 

Die Mitte ist weiss, (es mag Abweichungen geben je nach Schule) das Aggregat ist im unerleuchteten Zustand Unwissenheit und Verblendung; im erleuchteten Zustand ist es die Buddhaweisheit.

 

Unten Osten, blau, Form, Wasser, entsprechend im unerleuchteten Zustand den Geistesgiften Haß und Zorn, gereinigt ist es die spiegelgleiche Weisheit.

 Lama Ole Nydahl äußerte hierzu:

Lässt man Zorn einfach vorbeigehen, ohne darauf einzusteigen, so entsteht eine Klarheit, die vollkommen leuchtend ist. Wir nennen sie „Spiegelgleiche Weisheit“, weil sie alles zeigt ohne etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen. Ich würde sagen, der beste Ausdruck dafür ist heutzutage: „cool bleiben“.

 

Links Süden, gelb, Erde, Empfindung, Geistesgift Egoismus und Stolz und ist zu verwandeln in die Weisheit der Wesensgleichheit.

 

 

Oben Westen, rot, Feuer, Wahrnehmung, Geisstesgift Begierde, Anhaftung – Umwandlung in die Weisheit der Klarschau, bzw. des urteilenden Verstandes.

 

Rechte Seite Norden, grün, Wind, Energie (karmische Bindekräfte - Zielverwirklichung), Geistesgifte Neid und Eifersucht, sind umzuwandeln in die Weisheit der Tatvollendung.

 

 

Gibt es hier was zu glauben? – Nein, jedem, der sich selbst und seine Schwächen kennt, gibt es die Möglichkeit, an diesen Skandhas gezielt zu arbeiten und in die entsprechende Weisheit zu transzendieren. Wer sich nicht kennt und keine Bereitschaft dazu verspürt, soll halt weitermachen und die äußere Welt beschimpfen, oder belehren etc. pp.

 

Für die anderen noch ein paar weitere Hinweise. Jedes Skandha entspricht einem so genannter Meditationsbuddha, der die jeweils genannte Weisheit verkörpert, so daß man sie aufrufen, bzw in sich ihr Wesen vergegenwärtigen, visualisieren kann. Zum Beispiel ist das Aggregat der Form mit dem blauen Buddha Akshobya assoziiert dessen Symbol der Vajra ist, der unzerstörbare Diamant. Akshobya heißt „der Unerschütterliche“ und weist schon auf das hin, was oben als spiegelgleiche Weisheit bezeichnet und von Lama Ole Nydahl trefflich artikuliert wurde, die erreicht wird durch die Umwandlung von Haß und Zorn in eben diese Haltung des nichts dazu und nichts weg, die zur spiegelgleichen Weisheit führt, bzw. zur perfekten unzerstörbar leeren Form. Unerschütterlich meint unbeeinflußt von Geistesgiften.

 

Jede Vollkommenheit wird durch ihren Buddha ausgedrückt und im weiteren wächst die Zahl der Buddhafamilie, das heißt, eine von den fünf Aggregaten zieht dich etwas mehr an, als andere und - wie man hinein ruft, so schallt es von dort zurück. Nur wenn du dich nicht entscheiden kannst, bist du automatisch in der Mitte der vollkommenen Buddhaweisheit Vairocanas.

 

Ja Du. Ich habs auch lang nicht glauben wollen und heute ist es so, wie es ist. Das Ich besteht in fünf Aggregatszuständen, die sich stetig fließend verändern und wenn man was festhält, verfestigt sich das und wird dürr, vom Wind gebrochen, im Feuer verbrannt.

Wind, die Weisheit der Tatvollendung, der grüne Amogha Siddhi versus Neid und Eifersucht, die ihn ausschließen.

Zu dieser nördlichen Familie zählt auch die grüne Tara, die weibliche Entsprechung, die aus dem Lotussitz bereits ausgestiegen ikonografiert wird, um kraft ihres Wesens schneller in Not Geratene zu retten. OM TARE TUTTARE TURE SVAHA

 

 

 2. Teil von Ole Nydahl

Man sieht, wie die Sachen kommen und gehen; man weiß, früher gab es das nicht und später wird es auch wieder weg sein. Warum sollte man sich also jetzt einmischen? Man bleibt „cool“, man bleibt „easy“, ruht in sich, ist in seiner Mitte. Man ist einfach der „fool on the hill“ und schaut zu, wie Welten entstehen und vergehen, so wie McCartney das gesungen hat.

Aber zur selben Zeit ist man völlig klar und sich darüber bewusst, was läuft und man ist natürlich auch bereit, seine Erfahrungen mit anderen zu teilen.




Anmerkung von LotharAtzert:

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Kommentare zu diesem Text


 Jack (18.08.25, 17:14)
Oben Westen, rot, Feuer, Wahrnehmung, Geisstesgift Begierde, Anhaftung – Umwandlung in die Weisheit der Klarschau, bzw. des urteilenden Verstandes.
Ich bekenne mich schuldig. Chat GPT und ich machen es am Ni dom fest (Der introvertierte intuitive Typ nach C. G. Jung, wie er selber auch; er Fe aux, ich Te aux).


Klarschau in Sicht oder schon klare Sicht? Die nächsten Tage werden es zeigen.

 LotharAtzert meinte dazu am 19.08.25 um 08:59:
Die wahre Sichtweise besteht darin, keine Position einzunehmen.
Garab Dorje

 Jack (18.08.25, 17:14)
Oben Westen, rot, Feuer, Wahrnehmung, Geisstesgift Begierde, Anhaftung – Umwandlung in die Weisheit der Klarschau, bzw. des urteilenden Verstandes.
Ich bekenne mich schuldig. Chat GPT und ich machen es am Ni dom fest (Der introvertierte intuitive Typ nach C. G. Jung, wie er selber auch; er Fe aux, ich Te aux).


Klarschau in Sicht oder schon klare Sicht? Die nächsten Tage werden es zeigen.

 LotharAtzert antwortete darauf am 19.08.25 um 09:05:
Oben ohne

Die wahre Sichtweise besteht darin, keine Position einzunehmen.
Garab Dorje (1. menschlicher Dzogchenpa und Lehrer Padma Sambhavas)

 Jack schrieb daraufhin am 19.08.25 um 11:47:
Das ist wahr. Nur ist dieses „Das ist wahr“ auch eine Sichtweise, und somit nicht die wahre. 

Das soll keine sophistische Widerlegung sein. Jedes logische System ist unvollständig (Gödel), und die Sophisten freuen sich wie Kleinkinder, wenn sie logische Widersprüche entdecken. Aber selbstverständlich ist das Wahre, in einem unvollständigen System gefasst, widersprüchlich, aporetisch, paradox.

 LotharAtzert äußerte darauf am 20.08.25 um 09:16:
So ist es wohl. Bleibt noch, die Mudras zu erwähnen, die nonverbalen Gesten, über die selten Belehrungen erteilt werden.

Vor dem einseitigen Gebrauch der Logik warnt auch das Bild von den zwei Flügel, die nur im Zusammenwirken zum Fliegen verhelfen: Es bedarf sowohl des Mitgefühls, als auch der Weisheit. Weisheit ohne Mitgefühl läßt erstarren und Mitgefühl ohne Weisheit macht sentimental etc.
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