Die And'ren aber hört man nicht

Gedicht zum Thema Gesellschaftskritik

von  Citronella


Den meisten scheint sie rosarot,

die Welt - egal, was auch passiert.

Der Rest nagt still am Gnadenbrot,

er hat sein Dasein längst quittiert.


Die Mehrheit liebt den Sonnenschein,

will keine dunklen Wolken sehn.

Der Rest erkennt von vornherein:

Die Sonne wird bald untergehn.


Die Menge gibt die Stimmung vor:

Denkt positiv, dann wird es gut!

Der Rest verharrt im Schweigechor,

entwickelt mählich große Wut.


So gräbt sich tief ein Graben ein,

die Heit'ren hier, die Grübler dort.

Die Masse tanzt im Sonnenschein

sich sorglos von den Übeln fort.


Und wenn dereinst die Welt zerbricht,

sind sie es, die erbärmlich schrein.

Die And'ren aber hört man nicht,

so war es stets, so wird es sein.



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Kommentare zu diesem Text


 Nuna (12.02.26, 14:05)
Ich glaube den meisten erscheint sie ambivalent.  Das Gedicht ist bestimmt schon ein paar Tage älter, nicht wahr.
So krasse Gegensätze nehme ich jedenfalls nicht mehr wahr. Natürlich lieben die Menschen den Sonnenschein, doch können genauso den Regen und Sturm wahrnehmen.

Die Menschen werden nachdenklicher, haben Angst, die Fassade nach aussen manchmal nur ein Clown mit einem weinenden und einem lächelnden Auge.

Gut geschrieben allemal, wie so oft, dafür mein Däumchen. Machs gut.

LG Nuna

 Citronella meinte dazu am 12.02.26 um 15:32:
Du hast recht, Nuna, das Gedicht ist tatsächlich schon 10 Jahre alt. Dennoch gibt es auch heute noch genügend Menschen, die immer noch nicht erkennen (wollen), was im Land vorgeht. Einerseits beneidenswert, wenn man Alltagsprobleme gar nicht erst an sich herankommen lässt ...  :(

LG Citronella
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