Künstler?

Text

von  Verlo

Nein, ich bin kein Künstler.


Vielleicht habe ich als Kind Künstler gespielt so wie ich Dampflokomotiv-Führer oder Rangierer oder Kameramann beim Fernsehen spielte. 


Aber mir ging es nie um das Einmalige, das jeder erkennt, sondern darum, Ich zu sein.


Ich war immer mein Maßstab, nicht mich von anderen einzigartig abzuheben. 


Damit wäre ich auch nur wieder ein anderer gewesen. Das läßt sich auf Dauer nicht einmal aushalten, wenn man dafür bezahlt wird.


Das machen auch Millionen, die man damit verdient, nicht besser.


Oder Millionen, die einen bewundern und zujubeln.




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Kommentare zu diesem Text


 niemand (12.03.26, 17:00)
Aber mir ging es nie um das Einmalige, das jeder erkennt, sondern darum, Ich zu sein.
Im Grunde genommen ist die obige Aussage das wesentliche im Leben.

Nicht wenigen die sich "Künstler" nennen, egal auf welchem Gebiet, geht es nur darum umjubelt, bewundert und als etwas anerkannt zu werden, was sie, bei genauem Besehen nicht sind und auch nicht sein werden. Da spielt glaube ich eine große Portion Eitelkeit und auch Exhibitionismus eine Rolle. Man merkt nich selten, wie jemand der sich Künstler nennt, oder als solcher benannt werden möchte bei der kleinsten Kritik zusammenfällt. Man spricht dann vom zarten Pflänzchen,doch ich würde eher von einer übergroßen Eitelkeit und Selbstüberschätzung sprechen wollen. Viele bemühen sich darum, was man so  "everbodys darling" nennt. Dafür muss man nur gefällig sein und sich auch gefällig äußern, sonst verspielt man sich Sympathien und ohne die fällt ein "Künstler" nicht selten in ein Loch, bildlich betrachtet. Künstler im stillen Kämmerlein will keiner sein, also muss man sich seine Fan-Gemeinde quasi erdienen, wie auch immer dieses Dienen aussehen mag. Häufig ist es eine Art Arschkriecherei, für die nicht jeder gemacht ist. Da braucht man schon ein paar Proteges, die das Image des "Künstlers" aufbauen/stärken. Ohne steht er einsam auf dem Feld der Eitelkeiten. Und will ein sogenannte "Künstler" von seinen Elaboraten auch noch leben [materiell] braucht er noch mehr. Gefällige Rezensionen, Vitamine der Sorte B und Presse. wobei auch der kleinste Forenschreiberling ein Aufmischen braucht um im Gespräch zu bleiben.
Man kann zum Beispiel durchaus eine Künstlerseele sein, wird aber ohne Aufstand nichts werden, denn das eine ist das eine und das andere braucht
andere Zutaten. Im Grunde genommen wird der Begriff "Künstler" überbewertet.
LG niemand

 Verlo meinte dazu am 12.03.26 um 21:37:
Danke, niemand.

Während ich deinen Kommentar las, sah ich den gealterten Herbert Grönemeyer vor mir: mehrfach leidenschaftlich gegen Corona geimpft und trotzdem so krank, daß eine Tour abgesagt werden mußte.

 J.B.W (12.03.26, 17:14)
Kommt wie immer drauf an, in dem Fall auf die Definition von Kunst und Künstler... Wenn ein Künstler jede Person ist die Kunst schafft und Kunst alles ist, was von einer ausreichenden Menge an Personen als solche betrachtet und in ausreichendem Maß, vom allgemeinen Verständnis des Begriffes her (auch je nach Zeitgeist), als Kunst bezeichnet werden kann, dann kannst du dir das garnicht aussuchen, ob du Künstler bist oder nicht 😌
LG

 Verlo antwortete darauf am 12.03.26 um 21:39:
Jeder darf mich gern als Künstler bezeichnen, aber ich strebe nicht an, Künstler zu sein.

Du denkst beim Thema weiter als ich.

Danke, JBW.

Antwort geändert am 12.03.2026 um 21:46 Uhr

 J.B.W schrieb daraufhin am 13.03.26 um 10:00:
https://youtu.be/foZZvRY7MpM?is=87n0Z66KNG801JH2

Dann dürfte das Lied von Rainald ja in deinem Sinne sein? 😅

LG

 Verlo äußerte darauf am 13.03.26 um 17:26:
Der Sinn Rainalds Lied ist mir nicht zugänglich.

Aber: er ist für mich ein Künstler und in seiner Darbietung weit von allem entrückt, was ich jemals als Texter, Sänger, Pianist, Schauspieler und Unterhalter geleistet habe.

Zu meinem Trost: von der bei ihm (im Video) wahrgenommene Verrücktheit bin ich ebenso weit entfernt.

 J.B.W ergänzte dazu am 14.03.26 um 00:05:
:)

 Moppel (12.03.26, 17:21)
um es mal humorvoll auszudrücken, Verlo: Wer es schafft, authentisch er/sie selbst zu sein, DAS ist ein Künstler. Ein Lebenskünstler. Lächeln von M.

 Verlo meinte dazu am 12.03.26 um 21:42:
Danke, Moppel. 

... wobei authentisch zu sein, nie künstlich ist, oder?
Teo (73)
(12.03.26, 17:41)
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 Verlo meinte dazu am 12.03.26 um 21:43:
Danke, Teo.

Mein Text ist kein Klagelied, denn ich keine zu viele Künstler, die sich selbst nicht gefunden haben.

 EkkehartMittelberg (12.03.26, 18:15)
Künstler bemühen sich oft vergeblich, den treffend zu beschreiben, der sich selbst findet.

LG
Ekki

 Verlo meinte dazu am 12.03.26 um 21:44:
Danke, Ekki.

Dabei bräuchten sie, falls sie sich selbst gefunden haben, nur aufzuschreiben, was passiert ist.

 EVdR meinte dazu am 25.03.26 um 02:32:
Gerade „Künstler“ sind oft Handwerker:  
Sie feilen an Schnörkeln, um Schönes zu schaffen.  

Mir ist die natürliche Wahrheit lieber.  
Meine Kunst will nicht schön sein.  
Die Texte wollen wahr sein!

Actor of Words
(Nix Literat, Schriftsteller oder Autor)

LG
EVdR

Antwort geändert am 25.03.2026 um 02:34 Uhr

 Verlo meinte dazu am 01.04.26 um 10:28:
EVdR hat geschrieben:
Mir ist die natürliche Wahrheit lieber.
Wie du

deine Texte

präsentierst,

ist für Wörter

nicht

natürlich,

sondern teilt

eine eigene

Wahrheit

mit.

(Wobei du geübter darin bist.)
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