Eines schönen Morgens

Text

von  Nanna

Eines schönen Morgens

Ich möchte eines schönen Morgens sterben,
mein Oberkörper soll sich noch erheben,
als ginge es hinaus ins Tagesleben,
dem Dasein einen Strich noch einzukerben.

Fall ich zurück aufs Bett, sei dies das Ende:
Die Seele soll schon weit im Himmel schwimmen
in dem Gefühl, es würde alles stimmen
Und niemand von euch ringe seine Hände!

Wie groß das ist, ins All empor zu stürzen
sekundenschnell, vom Körper losgelassen!
Der Lohn ist Tiefe, diesseits nicht zu fassen;
macht sie auch Angst, sie wird den Tod verkürzen.


Auf Erden bringe ich nichts mehr zustande,
die Hand kann nichts mehr greifen, nichts gestalten;
die Seele kann nichts mehr für sich behalten.
Ein Außen wird aus meinem Innenlande.

Bevor die Zeit neu spinnt am Schicksalszwirne,
bin ich durch mich wie durch den Wald gegangen
und werde neu ins nächste Sein gelangen
mit nichts als Gottes Siegel auf der Stirne.

Wie groß das ist, ins All empor zu stürzen
sekundenschnell, vom Körper losgelassen!
Der Lohn ist Tiefe, diesseits nicht zu fassen;
macht sie auch Angst, sie wird den Tod verkürzen.


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