Benachteiligt?

Text

von  Verlo

Ja, ich bin benachteiligt:


– als ich acht Wochen alt war, vertrieb meine Mutter meinen Vater, trieb ihn in den Tod, ermordete ihn,


– den Kontakt zu seinen Eltern und Geschwistern brach sie ab,


– was sie an ihn erinnerte, erzog sie mir ab, unterdrückte sie, schnitt sie aus mir heraus,


– daß ich ein Junge war, gefiel ihr ganz und gar nicht: ich wollte ihr helfen und war bereit, mein Geschlecht mit der großen Schere abzuschneiden,


– meine kindlichen sexuellen Aktivitäten mit ihr und anderen, klammere ich aus, damit es nicht zu lustig wird,


– als ich nach zehn Jahren endlich wieder dauerhaft einen Vater hatte, entpuppte der sich gewünschte Verbündete als dummer Sadist, der Kinder mehr mag als Frauen.



Als würde das nicht reichen:


– mein Vaterland hat mich verstoßen, 


– mein Buch will keiner lesen,


– Frauen wollen nichts mehr mit mir zu tun haben, 


– mein Geld reicht vorn und hinten nicht,


– mein Körper schrumpft,


– mein Geist trocknet.



Aber.



ABER: Ich fühle mich nicht benachteiligt!  


Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren

Kommentare zu diesem Text


 Wastl (15.03.26, 14:41)
Optimismus pur

 Wastl (15.03.26, 14:41)
Optimismus pur

 Wastl (15.03.26, 14:41)
Optimismus pur

 Wastl meinte dazu am 15.03.26 um 14:42:
Dass sich die Doppelmoppelsoftware mit ihrem doppel - und jetzt auch noch dreifachmoppel nicht schämt?

 Verlo antwortete darauf am 15.03.26 um 14:43:
Sie weiß, wie ernst du deinen Kommentar meinst und unterstützt dich.

 Wastl schrieb daraufhin am 15.03.26 um 14:44:
und noch mal optimismus

 Wastl äußerte darauf am 15.03.26 um 14:44:
und noch mal optimismus

 Wastl ergänzte dazu am 15.03.26 um 14:44:
und noch mal optimismus

 Wastl meinte dazu am 15.03.26 um 14:45:
echt jetzt, ich schwöre, das war keine absicht entweder liegt das an meiner tastatur, weil die ein wenig verzögert oder holprig ist oder

also echt doof

superdoof

 Verlo meinte dazu am 15.03.26 um 14:47:
Kein Problem für mich, Wastl.

 LotharAtzert (15.03.26, 15:56)
Gesegneter, Du kannst Dich glücklich schätzen, denn was Du an schlechtem Karma in nur einem Leben losgeworden bist, wird Dir im schlechtesten Fall einen leichten Tod ermöglichen und im besten überspringst Du ein paar Entwicklungsstufen und landest dort, wo Du nicht einmal geglaubt hättest, daß es solche wunderbare Orte überhaupt gibt.

Kommentar geändert am 15.03.2026 um 16:10 Uhr

 Wastl meinte dazu am 15.03.26 um 17:32:
Meine Rede

 Wastl meinte dazu am 15.03.26 um 17:32:
Meine Rede

 Verlo meinte dazu am 15.03.26 um 19:39:
Danke, Lothar.

Ich glaube zwar, daß ich nicht wirklich würdig bin, versuche mich aber vorzubereiten: einige Stufen überspringen – das war mir bisher noch nie möglich.

 Moppel meinte dazu am 16.03.26 um 10:22:
erschreckend, Verlo. ich ,möchte Lothar gerne glauben. Man muss immer nach vorn schauen... lG von M.

 Verlo meinte dazu am 16.03.26 um 22:01:
Moppel, vergessen habe ich den Zwang, mich als extremen Linkshänder mit der rechten (falschen) Hand schreiben zu lassen. Als ich mich Jahrzehnte zurückgeschult habe, war das ein sehr großer Schritt zum Ich.

Aber – das ist das Schlimmste: was ich mir alles selbst angetan habe.

#

An Wiedergeburt glaube ich nicht. 

Die ist nur sinnvoll, wenn man alle seine Erfahrungen mitnimmt, um sich auf das nächste Niveau zu entwickeln.

Davon habe ich aber nichts mitbekommen.

#

An alle, die überzeugt sind, die Diktatur ist das Schlimmste, was Menschen angetan wird: weder Staat (DDR) noch Partei (SED) haben mir so viel geschadet, obwohl ich Staatsfeind wurde, wie meine Mutter und ihr zweiter Mann.

 LotharAtzert meinte dazu am 18.03.26 um 09:41:
An Wiedergeburt glaube ich nicht. 

Die ist nur sinnvoll, wenn man alle seine Erfahrungen mitnimmt, um sich auf das nächste Niveau zu entwickeln.

Davon habe ich aber nichts mitbekommen.
Das Verdrängte ist im Unbewußten gespeichert und taucht nach dem Tod wieder auf, um als Projektion den Verstorbenen durch die Nachtodsphären zu jagen. Hierbei handelt es sich um Wissen und nicht um Glauben, ob Ihrs glaubt, oder nicht. Und je weniger man verdrängt und je mehr man in sich das Verdrängte noch in der Lebenszeit ins Bewußtsein aufsteigen läßt, umso besser, umso mehr kann man sich später erinnern.

 Verlo meinte dazu am 18.03.26 um 13:24:
Hierbei handelt es sich um Wissen und nicht um Glauben, ob Ihrs glaubt, oder nicht.
Lothar, das behauptest du immer wieder, aber hast es nicht einmal nachvollziehbar bewiesen.

Mit anderen Worten: entweder wir glauben dir oder nicht.

Es ist so, als würde ich immer wieder sagen: ich schreibe an einem Bestseller, der nicht nur die literarische Welt, sondern auch die wirkliche ungeahnt verändern wird, aber nie jemand auch nur eine Seite zum Lesen gebe.

 LotharAtzert meinte dazu am 18.03.26 um 22:24:
Hierzu fällt mir ein Satz vom Dichter Brentano ein: "Der Sehende versteht den Blinden; nicht aber dieser jenen".

Das war auch immer ein Streitpunkt mi Graeculus gewesen. Der meinte auch immer, ich müsste irgendwas beweisen, aber der, der wissen will, muß zu dem kommen, der weiß, nicht umgekehrt. 
Wenn Du zu einem Lama gehst, sagt er Dir schon, was Du tun kannst. Und wenn Du kein Vertrauen hast, hast Du halt Pech, Verlo.

 Verlo meinte dazu am 18.03.26 um 23:32:
Lothar, ich streite mich nicht mit dir.

Es ist nur so: du sagst, du liebst mich, aber ich fühle es nicht.

Antwort geändert am 19.03.2026 um 07:23 Uhr

 Wastl meinte dazu am 18.03.26 um 23:43:
Wo steht, dass Lothar Dich liebt?

 Verlo meinte dazu am 19.03.26 um 01:01:
Wastl, ich habe leicht umformuliert.

Wird es jetzt deutlich?

 Wastl meinte dazu am 19.03.26 um 01:12:
Ich vermute, ich verstehe was Du meinst.

Liebt Lothar ... ?

Und was verstehen wir alle unter Liebe?

Zuneigung? Zuneigung gemischt mit Angst vor Ablehnung?

Ich sehe das geistig. Wenn man ... also von mir aus gehend ... mit dem eigenen inneren Kern womöglich ... vermute ich ... in Kontakt kommt ... kann man gar nicht anders als zu lieben ... auch jeden Menschen ... die Natur auch ... eigentlich alles ... und man fühlt sich mit allem auf eine nicht leicht definierbare Art und Weise verbunden ... das sind, nach meiner Wahrnehmung, eher weiche Gefühle ... aber auch sehr schöne, befreiende Empfindungen ... und man bedauert es sehr, dass viele andere nicht ebenso empfinden ... einsam sind ... sich von allem abgetrennt fühlen ... also bitte nicht alles Wort für Wort nehmen, was ich hier zu beschreiben versuche ... aber in etwa ...
Möchtest Du einen Kommentar abgeben?
Diesen Text kommentieren
Zur Zeit online: