Andere Zeiten

Anekdote zum Thema Sicherheit

von  Citronella

Wenn ich als Kind krank war, geschah dies meistens in den Ferien, was mich aber nicht sonderlich ärgerte, denn so versäumte ich keinen Unterricht.


Ich machte alle damals üblichen Kinderkrankheiten mit: Windpocken, Masern, Röteln, Mumps. Im Angebot wäre noch Keuchhusten gewesen, aber den ließ ich aus.


Sehr häufig litt ich aber an starken Mandelentzündungen mit hohem Fieber, und so wurden mir die Mandeln mit acht Jahren herausgenommen. Ich musste mich dafür eine Woche lang in der Kreisklinik aufhalten, in der normalen Frauenstation mit mehreren älteren Frauen im Zimmer. Eine Kinderklinik gab es wohl zu jener Zeit noch nicht.


Die Besuchszeiten waren damals noch streng reglementiert. Als meine Eltern mich am Sonntag besuchen wollten, lief ich ihnen mehrere hundert Meter bis zur Busstation entgegen. Ich konnte gar nicht verstehen, warum sie sich nicht über meine Selbständigkeit freuten.


Dass ein Kind einfach am Sonntagnachmittag aus einer Klinik verschwindet, würde heute einen Skandal auslösen. Aber meine Eltern hatten mich ja eingefangen und machten kein Drama daraus.


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Kommentare zu diesem Text


 niemand (22.03.26, 13:36)
@ Citro
Ich stelle es mir grade vor, was die heutigen Eltern in einer solchen Situation veranstaltet hätten. Wahrscheinlich eine Polizei-Eskorte beordert.  Andere Zeiten, andere Sitten, anderes Verhalten. Wenn ich nur daran denke, dass ich jeden Tag kilometerlang zur Schule per pedes watscheln musste, bei Wind und Regen, bei Eis und Schnee, bei 35 Grad plus und 20 Grad minus. Ohne, dass jemand in Tränen ausgebrochen wäre.Wenn ich nach Hause kam, mit Eis am Hintern, hieß es nur, setz dich an den Ofen, dann taut das schon  :D  
Ob das Verhätscheln der Kinder heutzutage besser ist, wäre noch zu ergründen. Mit lieben Grüßen in Deinen Tag hinein, Irene
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