Was weiß ich ?!
Text zum Thema Wahrnehmung
von S4SCH4
Eigene Wahrnehmung?
Seit Descartes kann man wissen oder Verständnis dafür haben, dass der eigenen Wahrnehmung nicht zu trauen ist, denkbar sei: alles an Sinnen und Gedanken hinge an einem bösen Geist, der uns unentwegt täuscht, was die Wahrheit und oder die Realität (?) anginge. Anmerkung: Da dieser Geist aber, um tatsächlich im Leben für uns böse zu sein, nicht kontinuierlich sein Unwesen treiben kann, sondern in Teilzeit abgelöst wird durch etwas Gutes, etwas, dass dem Individuum Selbstbestimmung und Bestätigung, Freiheit und Sinn verschafft, ja das ist der Grund, weshalb ich vom Wärter spreche, jemand der mit den Ketten rasselt und verschmitzt dreinschaut. Er ist körperliche und geistige Grenze, die sich durch Leid aufweicht. Die größte Wahrheit im Leben bleibt eben Lüge.
Gehirn im Tank?
Die moderne Variante von Descartes Beispiel zum bösen Geist, die da lautet, der Mensch sei ein ´Gehirn im Tank´, könnte angenommen werden, um an wissen zu gelangen. So es nach weiteren logischen Erklärungen schreit, nach einem ´wissen mit /nach gleichen Mitteln´, kann man nur sagen, dass die Begriffe „Gehirn im Tank“ für ein Gehirn im Tank an sich sinnlos sind und daher zu nichts führen. Es ist, als sage der Mensch eben: Ich bin Mensch. Die Erwartungshaltung, dass ein ´Gehirn im Tank sein´ besondere Erkenntnisse mit sich brächte, ist eitle Illusion, eines Menschen, der sich davon etwas sinnvolles ´für/über sich´ verspräche.
Es wird lediglich bejaht, wir Menschen seien auch ein Gehirn im Tank und dürften damit alles Weitere ´wissen´, man kommt der Unsicherheit zuvor und akzeptiert diesen Umstand und spricht nicht länger davon es nicht zu wissen, sondern sagt: Ja ich bin auch das und genieße die damit einhergehenden Vorzüge.
Und ferner: wenn ich weiß, dass ich ein Gehirn im Tank bin, weiß ich auch, dass ich es nicht (nur) sein kann, es zwingt sich die höhere Wesenheit (Mensch?) von beiden Seiten auf; entweder man ginge von ihr aus oder landet bei ihr.
Doch zurück und es fragt sich nun: Ist ein ´Gehirn im Tank sein´ auch noch(?) menschlich im Sinne ganz allgemeiner humaner Aspekte, fern vom ganzen Cyperpunk? Und wird der Mensch dadurch größer? Wird der Mensch dadurch kleiner? Wird er verschwinden / entmenschlicht (durch Technik sein)?
Können wir im Folgenden genauso blind und bejahend vorgehen wie bei der Anmerkung der Annahme wir seien eben auch ein Gehirn im Tank?
Mal sehen: Die Technik und ihre einzelnen Komponenten (als Idee) ist/sind Schnittmenge der Ideenwelt eines Menschen, also umfasst der Mensch diese und er scheint dadurch von der Idee umfassender, also größer, ja! Reduziert er sich aber existenziell darauf, scheint er kleiner zu werden, denn die Idee des Menschen und sein allgemeiner Realismus ist größer bzw. gefühlt weitreichender als der einer Technik-Reduktion, also ja!
Zwischenstand: Der Mensch ist sowohl ´größer´ als auch ´kleiner´ als ein Gehirn im Tank. Wird er also auch ´entmenschlicht´? ... Stillschweigen. Könnte der Mensch etwas nicht mehr sein, was er ist? Kann man ihm Menschheit widerspenstig machen? Gar absprechen?
Der eingangs erwähnte Wärter grinst verdächtig: Er scheint mehr zu wissen, hüllt sich aber in Schweigen … ich mag ihn nicht wecken.
Wie weit reicht aber diese Kette der erfolgten Bejahung am Beispiel? Ist alles, was denkbar sei, gleichsam zu bejahen, oder nur das was ´da ist´? Also die Frage/n, die sich tatsächlich und unverspielt stellt/e/n?
Die Annahme wir wären ein „Gehirn im Tank“ ist also abzugrenzen von der eventuell spontanen und bösgeistig-irrigen ´muss-doch-logisch-sein´ Verspieltheit weiterer Denkbarkeiten die zum Hohn erfolgen. Feine Linie, unsagbar fein.
Aber denkbar!
Real?