VERSESCHMIEDEREI'N MIT BLAU & BLÄUE WERFEN SELTEN PERLEN VOR DIE SÄUE... (3)

Gedicht zum Thema Farben

von  harzgebirgler


LCTk9DEXXpLOh5GWF93ZoCu5oCMn8PbGPP7YF3VQJvV49x3f6aAmsK7D4KjHnSNtObVMj+fym6NbnzChsvAAAAAElFTkSuQmCC

der mann im mond blickt hin zum blau'n planeten

sich sagend: „das ist wirklich ein juwel!

doch schrott von satelliten und raketen

umschwirrt zuhauf es längst!“ - erst recht kein' hehl

würd' er bestimmt aus seinem unmut machen

beim einblick in des menschen gierschlundrachen

der für profit selbst meere so vermüllt

dass sie schon plastik mehr als fisch erfüllt!...


**


xqasb4U7cbgkI6IWDSlI3kWEPySH8vNepQfHPOgvmSGpsmSRhuWLLrpUuIxpYHZcu0mXPkLM+8CIKKdv5O8H37DekvrYOC2LfyAkVhj43L9+HqdXL42HFG9f7y0cfvISvvjrt3oXyE6fNTDuWnjKmHDmPrl4Ciqy76Tp8whtW62oYMp3lCS0ilYiiZSpdHFfvXv1eVBZ3N8K25HKgZsnHQCIWahjbOEomAx32GSf8PNGYtCvpNJdEAAAAASUVORK5CYII=

die blauen dragoner die breiten
die fallen beim spähritt vom pferd
ja himmel herrschaftszeiten
saufen im dienst ist verkehrt

die nüchternen rosse sie schauen
auf reiter die liegen im dreck
nicht einer von den blauen
dragonern rührt sich vom fleck

sie schlafen den schlaf der gerechten
besoffen wie sie nun mal sind
doch daß sie so derb zechten
davon kriegt gar keiner wind

die fahnen sie riechen nach fusel
nicht eine davon weht am mast -
die kerls haben echt dusel
und das scharmützel verpasst...



**


es soff der blaue rhapsode
sich einst zum glück nicht zu tode
weil ihm die selbst blauen noten
noch rechtzeitig einhalt geboten

und sprachen: „beiss' bloß nichts ins gras
nein schau doch mal richtig ins glas
dann summen wir dir was ins ohr
das kommt dir mit recht auch blau vor

macht aber durchaus vollen sinn
darum setz dich alsogleich hin
und schreib als produkt dieser schau
ein tolles musikstück in blau!“...


ecfoBXWS8NkGJQAAAAASUVORK5CYII=

**


blaue berge - gar mit füßen
gott wo gibt’s denn so etwas?
da wo LATSCHENkiefern grüßen
an den hängen gibt’s auch das!

*

blaue berge - gott die saufen :
nichts nutzt denen jetzt ihr fuß
können blau nicht mal mehr laufen
bis zum nächsten greyhoundbus...


**




ein heißer feger fuhr einst ab auf einen
der war jedoch fast laufend ziemlich blau
und hatte dann ein’ sitzen, keinen kleinen,
stand überdies latent auf mann statt frau

drum hatte es ihm auch seit je das blaue
welches im weingeist liegt voll angetan
„denn wenn ich“ wusste er „ins glas voll schaue
hab’ ich nen strammen
blaumann mit im kahn!“

der heiße feger hätte fahrradkette
mit ihm vielleicht mal einen trinken soll’n
und kriegte ihn womöglich so ins bette

als liebeskrank daheeme rumzuschmoll’n --
wer sich jetzt fragt „wie heißt das blau genau?“
weiß es im grunde längst:
kornblumenblau!...
RyVbhPAF6TwAAAABJRU5ErkJggg==



**


der kleine blaue elefant
ist kindern landesweit bekannt -
entwickelt hat ihn friedrich streich
er starb vorletztes jahr
der maus-zeichner, ideenreich,
der ja auch "vater" war
der gelben ente und zu dritt
war’n die der maustrickfilme hit...

a5PFqkMXM0wAAAABJRU5ErkJggg==

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Streich

(2016)


**


es setzt' sich einst wer blau auf seine säge
die kreiste zum glück nicht nein hieß nur so
und war was kreisen angeht völlig träge
doch stets des auf-dem-kopf-tragens voll froh

zerknautscht lag sie nun unter seim gesäße
und wünschte sich das wär' der fall echt nicht
„selbst wenn ich mich jetzt glatt vor wut vergäße
stünd' ich eh nie wem gut mehr zu gesicht!“

war sie zutiefst betrübt am räsonnieren
derweil saß er „voll“ weiter auf ihr drauf
ganz ohne was von ihrem leid zu spüren

stand aber ahnungslos irgendwann auf
und wollte sich mit ihr den kopf bedecken
alsdann blieb ihm das wort im halse stecken...


**


EIN BLAUWAL WAR MAL TIERISCH BLAU
UND SANG : "ICH SEH ZWEI KABEL, JAU!
STOCKNÜCHTERN SAH ICH KABEL EINS
UND WÄR ICH BLIND DANN SÄH ICH KEINS!"


**


er furcht sich so vor seiner frau -
die alte haut ihn grün und blau
macht er nicht alles was sie will
der tumbe kerl hält einfach still
statt ihr die schnauze zu polier’n

müßt’ nur einmal die furcht verlier’n
was ohne zweifel klarheit schafft
denn immerhin: er hat die kraft
fast könnt man denken ihm gefällts
wenn sie ihm derb verdrischt den pelz

die alte haut ihn blau und grün
er hat am aug oft veilchen blüh’n
und wenn wer frägt woher das ist
sagt er bloß "!stieß mich derbe, mist!"
was keiner glaubt weil jeder weiß:

die alte ist aufs prügeln heiß
und wär’ als domina ne wucht
falls mal ein mann so’n schlagsweib sucht
der ihr sogar - was er auch müsst’ -
dann bäuchlings selbst die füße küsst...


**


zum kasper sprach der kabeljau:

k7Kej9gAAAABJRU5ErkJggg==

"wir machen ab heut rot statt blau

denn haben ja die letzten acht-

zehn wochen reichlich blau gemacht


schau'n lass uns drum wo die schnecken

die den rot/hstoff liefern stecken

und wieviel die dafür wollen -

wächst ja leider nicht in knollen


unentgeltlich auf dem grunde

von gewässern bis zur stunde!
gesagt getan sie kauften ein

und hatten wirklich richtig schwein:


die schnecken waren gar nicht weit

und freudig zum verkauf bereit

füllten purpur erster güte

flott in beider einkaufstüte


für ein flösschen voll dublonen

aus dem sparschwein der burbohnen

das der kasper einst mit traute

  ihr'm burbohnerbesen klaute...


**


AomyrU4FcRcA67ML2BS3jeuB039H4umGnpGEgwPAAAAAElFTkSuQmCC

Deutsche Briefmarke von 2004 zu Ehren des 75. Jahrestags des Blauen-Band-Gewinns der Bremen


das blaue band des frühlings kennt fast jeder -
beizeiten läßt er's flattern jahr für jahr
durch die lüfte und es greift zur feder
dann manch poet beschwingt ganz offenbar

doch hat es mal ein blaues band gegeben
das war bestimmt nicht weniger bekannt
und konnte auch die stimmung prächtig heben
wie jenes welches grad in rede stand

als ehrung für den schnellsten luxusliner
hin nach new york von hier, der alten welt,
die „BREMEN“ war einst einmal echt so einer

vor fast einem jahrhundert – stolzgeschwellt
durft' deutschland rühmen sich des tollen sieges,
zehn jahre vor beginn des wahnsinnskrieges...

https://de.wikipedia.org/wiki/Blaues_Band#Rekordhalter


**


es kreist um die sonne der blaue planet
auf dem es beständig recht tödlich zugeht
mit krieg und mit terror mit hungersnot mord
die erde ein schlachthaus ein blutroter ort
das bläuliche wasser der meere und seen
es tüncht nur von fern das monströse geschehn
 
der menschliche will’n scheint ein abgrund ohn maß
und nimmt seinesgleichen in massen zum fraß
verbrämt wird das fressen mit ethikgered
das seltsamerweis nur im widerspruch steht
zu all diesem grauen das täglich geschieht
und kalt kalkulierend meist machtziele sieht
 
wen kümmert denn all unser selbstisches tun
selbst gott in den weiten des raums scheint zu ruhn
er läßt uns hübsch machen wir pflügen das feld
und pflügen schön unter die unschuld der welt
wir bilden den humus den dung für den sproß
den all dieses treiben im schoß schon verdroß
 
es wird einer kommen einst lang ist die zeit
die wege dorthin sie sind elend und weit
sie führen durch wüsten der seele ja längst
und weitaus verletzender als du es denkst
am ende wenn’s glückt und ein weiser erscheint
mag sich die not wenden wird zwist’ges geeint...

******




Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: