DIE BRENNENDE GIRAFFE

Sonett

von  ginTon

Worte zur Kunst: Surrealismus
DIE BRENNENDE GIRAFFE (Blankosonett)


mit einer Reihe dunkler Filmvignetten
zieht Farbe auf und brennt sich durch das Bild
ich sitze hier verfremdet und alleine
und denke, Spanien, immer nur an dich

schwer atmend, aus dem Mund Gespenster schreckend
die in der Nacht durch meine Träume ziehen
in puncto Fetisch: L’Age d’Or verströmend
weil dieses unbewegte DORT heiß brennt

Erfindung formt das Monster: Kriegsvorahnung
und nutzt das Wort für seinen Höhepunkt
schwarz/weiß und Schauspiel des Schubladendenkens

so gräbt Tiefblaues immer weiter und
verbrennt am Ende zwischen den Geschützen
der Sanduhr, deren Träume weiter weben…



Anmerkung von ginTon:

*Text zum Bild: Salvador Dali DIE BRENNENDE GIRAFFE Kunstmuseum Basel, Basel

Anmerkung: Während sich die Zeile »aus dem Mund Gespenster schreckend«, auf eine Szene des dramatischen Fantasyfilms Pans Labyrinth von Guillermo del Toro bezieht, siehe:  hier, würdigt der Ausdruck L’Age d’Or die gleichnamige satirische Komödie von Luis Buñuel und Salvador Dali, siehe:  hier (PS: Für alle Filmfans, die übrigens in diesem Wikipedia-Artikel vollständig angeschaut werden kann). Des Weiteren geht das vorliegende Gedicht auf die Selbstaussage Dalis ein, dass es sich beim titelgebenden Bild DIE BRENNENDE GIRAFFE, um eine surrealistische Auseinandersetzung mit dem Spanischen Bürgerkrieg handelt, siehe:  hier.

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