Waschtag 1961

Gedicht zum Thema Leben

von  Teo

Weiße Laken, Ärmel wehen

Hemden flattern froh im Wind

Unterwäsche, Sonntagsblusen

Auf den Hosen ein paar Flecken

Und der Kinder Schmusedecken

 

Bis zum Gartenzaun die Leine

Hell und strahlend der Behang

Selbst die alte Arbeitsjacke

Hat nach Mutters Würgegriffen

Fast das Weiß von Ausflugschiffen

 

Auch die Sonne gibt sich Mühe

Und mit warmem hellen Schein

Streichelt sie die Garnituren

Wie mit weichen zarten Pfoten

Spielt sie lautlos ihre Noten

 

Fast zum Ende der Sonate

Ziehen dunkle Wolken auf

Die durchwirkt von schwarzem Husten

Abbruchreifer Kokereien

Die nach Neubeschickung schreien

 

Diese Welt, man muss sie lieben

Und so kommt des Omas Bluse

Nochmals in den Schleudergang

Mutter schafft auch diese Reste

Und der Papa drückt sie feste…

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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Kommentare zu diesem Text


 Tula (01.06.26, 23:07)
Ja, lieber Teo
Das waren noch Zeiten selbst zehn Jahre später, als ich mir noch praktisch die Rotze in den Ärmel schmierte, war ja eh verdreckt nach dem Fußball-Spiel nach der Schule. Was mich am Waschtag damals am meisten imponierte, war auch bei mir die Schleuder. Die Mutprobe, mich da mal raufzusetzen, habe ich ehrfürchtig ausgeschlagen. Ich wollte Seemann werden und kein Rodeo-Cowboy.

LG Tula

Kommentar geändert am 01.06.2026 um 23:09 Uhr
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