Dichteradel

Gedicht zum Thema Eitelkeit

von  Citronella

Sie sülzt, sie schwätzt, sie tönt,sie säuselt,
dass sich das Nackenhaar schnell kräuselt.
Metaphern wie aus einer Teufelsküche,
und man ahnt üble schweflige Gerüche.
Der Leser weiß nicht mehr, wohin das führt
und wen der Text denn überhaupt berührt.

Er schwadroniert und labert unverdrossen,
und hat den Vogel wieder abgeschossen.
Er scheißt auch heute wieder drastisch klug.
Der Leser hat nach kurzer Zeit genug.
Er wünscht sich Texte, die zu Herzen gehn,
ganz ohne Nebeldunst und Zauberfeen.

Warum kann man nicht einfach dichten,
auch mal in aktuellen schlichten
Geschichten nur zum Hier und Heute.
Ist das zu einfach für die Leute?
Vielleicht muss ich es so verstehen:
Ein Dichter will Banales nicht gern sehen.


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Kommentare zu diesem Text


 Wastl (04.06.26, 20:56)
Der letzte Satz hat bei mir dann auch noch so schön reingehauen.

Dostojewskijs Erstlingswerk 'Arme Leute' gefällt mir auch besser, als sein von der Schreibkunst beeindruckend artifiziell geschriebener Roman 'Die Brüder Karamasow'.

Liebe Grüße

Wastl
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