Sommertag, einst

Gedicht

von  Redux

da ist er noch

der knisternd brütend frühe sommernachmittag

so still und so heiß

leer der hofplatz

katzen und hühner entschwunden

in das land der schatten

die längst verstorbenen großeltern

ruhen im dämmer der kleinen stube

neunzehnhundertdreiundsiebzig

eine stunde aus der zeit hinaus gefallen

alles fügt sich in dieses eine bild

das nur einen augenblick lang

in diesem august gerinnt

die blätter der buchen

wie kleine silberne spiegel

die flirrende luftschicht kocht

über dem grauen glas des ackers

traumgefangen der flug der schwalben

blind in eine zeit hinein

die nie vergeht

und doch verschwindet



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Kommentare zu diesem Text


 Drita (17.06.26, 06:00)
Mich berührt, wie hier ein scheinbar gewöhnlicher Sommernachmittag durch die Erinnerung zu einem zeitlosen Bild wird, in dem die vergangene Welt noch einmal für einen Augenblick lebendig ist.

Liebe Grüsse
Drita
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