Er trägt die Zärtlichkeit in sich
wie andere ein Messer;
tief in der Tasche,
damit niemand sie sieht.
Jahrelang hat er
jede Regung
gegen Wut und Lärm eingetauscht,
hat den Schmerz
so lange zugedeckt,
bis selbst die Freude
nicht mehr wusste,
wie sie ihn erreichen soll.
Wenn Liebe an seine Tür klopft,
öffnet er erst
mit einem Witz,
dann mit einem Schulterzucken,
erst viel später
mit einem Blick,
der mehr sagt
als seine Sprache
je konnte.
Dabei ist er
nur eine Blume im Exil,
gewachsen auf Asphalt,
die viel zu lange vergessen hat,
dass ihre Wurzeln
nicht aus Beton sind.
Er lernt,
dass Weinen
keine Schwäche ist.
Dass Zärtlichkeit
nicht gefährlich sein muss,
wenn man stark genug ist,
sich selbst zu halten.
Dass ein Herz
nicht laut sein muss,
um von den richtigen Menschen
gehört und geachtet zu werden.
Und eines Tages
merkt er,
dass er längst begonnen hat,
seine Hände
nicht mehr zu Fäusten zu ballen,
sondern sie zu öffnen,
um sie den Menschen entgegenzustrecken,
die er liebt,
und dem kleinen Jungen
in sich selbst.