Erdfarben

Text zum Thema Leben

von  S4SCH4


Lange Wege wandert ein Sommer

mit dem Rötel der vollen Sonne,

bis die Erde trocken und rissig

ein Gesicht in Ocker und Umbra zeigt,

das sich im Spiegel einer

einzigen Lache aus Tränen

wiedererkennt.

 

Nur Traurigkeit erinnert mich,

welche Furchen mein Leben trugen,

und nur die Kreideblässe um meine Augen

zeigt mir, wie ich aus ihnen noch strahle.

 

Müde vom ganzen Zinnober,

das mir als Feuer nicht mehr leuchtet

und Gedanken und Ideen

abgetragen daliegen lässt

in Höhlen und Schächten,

die dunkler sind als Unkreide.

 

Wenn der späte Herbst kommt und

die Grünerde zum vorerst letzten Mal

ihr Bett hergibt,

erinnere ich mich der Nächte im Korn,

der Ernte, die nur satte Farben sahen,

und bleibe wartend

 

auf den Winter, der kalt und eisig

die Nase verstopft

und das Augenlicht schließlich dämmert.

Die dunkelste Stunde schlägt,

wem schließlich der Sand verrinnt

und alles an Farben

 

der Erde wieder überlässt.


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