I
Jetzt sind sie verschwunden. Die aus Afghanistan. Ungefähr sieben Personen, sechs junge. "Sind Sie volljährig?" "Vierzehn?" Das Mädchen, mittlerweile wahrscheinlich ungefähr sechzehn, seh ich nie wieder.
Es gab ja auch Asylbewerber, die hatten Geld, die mieteten sich ein Reihenhaus, anstatt in der Flüchtlingsunterkunft zu leben, bis sie irgendwie halt integriert sind oder nicht...
Das Mädchen hat perfekt deutsch verstanden ("vierzehn?"), ihre ältere-Schwester-oder-so-ähnlich auch.
Ein Reihenhaus zwischen zwei anderen Reihenhäusern, hinten ein kleiner Garten.
Vorne das Mülltonnenhäuschen, ein bisschen anders.
In Bayern ist die Müllentsorgung tendenziell kommunal geregelt, in der kleinen Stadt, in der sie lebten: eine normale Mülltonne, eine für Bioabfälle, eine für Papier, und eine für recyclebare Wertstoffe wie Plastik und Metalle.
Grau, braun, blau, gelb. Gelb ist kostenlos.
Diese Familie (oder eher dieser Großfamilienteil) wollte das nicht. Jahrelang. Betrieb nur zwei gelbe Mülltonnen, in denen alles mögliche landete. Und manchmal auch sehr viel. Dass man es Ihnen noch einmal erkläre, in der kleinen Stadt gibt es keine AfD, und der Stadtrat betreibt einen (wenn auch anonymen) Flüchtlingsbeirat. Ein Sozialpädagoge?
An die kam keiner mehr ran. Auf mich hört eh kein Mensch.
"Djihad" wahrscheinlich auch gegen die bundesweite Schulpflicht. Für das Mädchen war ich irgendwie vielleicht der einzige Außenkontakt. Und vielleicht auch iwie "Hoffnung." Zwei jüngere Brüder?
II
Ich hatte einen Job in dieser Kleinstadt, so dass ich sehr viel über die Bewohner wissen sollte und durfte. Und von staatlicher Seite her sind Asylverfahren (halb) öffentlich, kommen als "gelber Brief". Fragt Carla Hinrichs, was es mit denen auch auf sich haben kann, oder besser mich.
Jetzt sind sie weg.
III
Ähnlich, sehr ähnlich, zu dem von Düzen Tekkal ca. vorgestern öffentlich gemachten Abschiebefall aus Bayern. Und vom Zeitkontext passte es auch sehr.
IV
Ich würde diese Menschen auf keinen Fall als iwie religiös ("Jeziden") verteidigen. Sondern als irgendwie modern, die nicht in so eine Burka gezwungen werden wollen usw. und umgekehrt... Niemanden in so eine Burka... usw.
V
Die freudsche Fehlleistung im Titel ist simuliert, müsste natürlich "Düzen" heißen. "Komal" ist die afghanische junge Frau mit guten Deutschkenntnissen, die es kaum gewesen sein dürfte. Die war nett.
*!*!*!!!!!