Die wunderbare Wandlung

Gedicht

von  niemand



Sie hielt ihre Seele im leiblichen Kerker,

[ein unscheinbar sinnloses Ding,

wie sie es gern nannte] Ein Drang war viel stärker,

in dem sie sich täglich verfing.


Der Drang ihren Korpus auf Hochglanz polieren.

Die äußere Schönheit hielt stand

gar ein paar Jahrzehnte, dann kam jenes Spüren

des Wandels. Bald lag auf der Hand


die bittre Erkenntnis, es lässt sich nichts halten,

weil Schönheit, samt Frische verfliegt.

Egal was man tut, man gehört zu den Alten,

von Zeit und den Falten besiegt.


Sie schlug alle Spiegel im Hause in Scherben -

ihr Anblick verursachte Pein.

Zuweilen befiel sie der Wille zu sterben,

da rief ihr das Innere: Nein!


Es gab, nach so vielen verborgenen Jahren,

zum weiter Verleugnen kaum Grund.

So ist ihr die Seele ins Antlitz gefahren,

ins Auge, die Wangen, den Mund.


Und wer sie erblickte, der sprach: Kaum zu glauben,

was ich grad erfahre und seh -

die Zeit hat geschafft ihr die Schönheit zu rauben

und doch ist sie schöner denn je.









Hinweis: Der Verfasser wünscht generell keine Kommentare von Saira, Schtzngrrrrm und EVdR.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: