Taupunkt

Gedicht

von  Vaga

Ein Gletscher bricht, reißt
alles mit sich fort,
was einmal Heimat war
für Mensch und Tier. 

Ich sitze hier und kann nichts tun,
als meinen Blick zu zügeln,
denn meine Sinneskräfte schwinden.
Kopfstimmen melden sich: 

Du kannst nicht alles Leid der Welt
mittragen, denn jede Stunde,
die du lebst, ist Überlebenszeit
für dich. 


Und jede zweite dieser fernen Tränen
wird nun auch eine für meinen Blick.
Sie spült ihn frei und hindert mich
am Blindsein für das Leid, 

das nur durch Zufall nicht das meine ist. 


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Kommentare zu diesem Text


 Janna (03.09.26, 13:32)
Liebe Vaga, ein Text, der mich total anspricht, denn ich erkenne viel von meinen eigenen Gefühlen und Gedanken darin. Aber so gut und eindringlich hätte ich es nicht ausdrücken können. Der Schlussvers ist für mich die Essenz des Gedichts. Was haben wir für ein Glück und merken oder wissen es oft nicht einmal.
Liebe Grüße

Janna
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