Tiefseeschaukeln

Essay zum Thema Bewusstsein

von  Vaga

Manchmal frage ich mich, wenn eine Frage mich anspricht, warum ich doch oft zögere, darauf zu antworten. Passiert das, weil ich Antworten generell mit Skepsis begegne? Besonders meinen eigenen? Lässt mich diese gewisse Ambivalenz zwischen Ja und Nein, dieses Schaukelgefühl zwischen Fürwahrnehmung und Selbst-Trug innehalten?


Kann es sein, dass ich meine inzwischen in langen Jahreszeiten erworbenen Weisheitsgedanken viel eher mit Gegenfragen bereichere, als sie zu blockieren durch unüberlegte Antworten, deren Wahrheitsgehalt mir bereits auf der Zunge zu zerfließen droht, bevor sie meinen Mund verlassen?


Wie weit könnten wir dieses Frage-Frage-Spielchen treiben, ließen wir uns auf Augenhöhe mit einem Gegenüber darauf ein? Käme es am tiefsten Punkt des gemeinsamen Eintauchens ins Frage-Mehr endlich zum ein- oder gar gemeinsamen Erkenntnisgewinn? Oder wüssten wir dann endgültig über die unendliche Begrenzung unseres Antwortpotenzials Bescheid?


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Kommentare zu diesem Text


 Juli (16.09.26, 12:32)
Gegenfragen können sehr unhöflich sein. Sie signalisieren: bevor du mich fragst, frage dich mal selber.

Es kommt auf die Atmosphäre an. In einem angeregten Gespräch kann beides Gegenfrage und Antwort bereichernd sein. Antworten muss man ja nicht unbedingt als endgültig und erschöpfend auffassen, sondern als Teilantworten, vorläufige Antworten ...
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