Einer der berühmtesten Aphorismen der deutschen Literaturgeschichte stammt vom legendären Physiker, Mathematiker und Aufklärer Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799):
"Er las immer Agamemnon statt ›angenommen‹, so sehr hatte er den Homer gelesen."
Lichtenberg beschreibt damit in seinen berühmten „Sudelbüchern“ auf humorvolle Weise einen extremen Gelehrten (Altphilologen). Dieser hat sich so tief in die griechische Mythologie und die Werke Homers (wie die Ilias) vergraben, dass sein Gehirn im Alltag komplett auf die Antike programmiert ist.
Wenn er das ganz normale, alltägliche Wort „angenommen“ sieht, macht sein Kopf automatisch den antiken König „Agamemnon“ daraus und liefert so das perfekte historische Beispiel für einen „Fachidioten“ oder jemanden, der den Bezug zur Realität an die Welt der Bücher verlor...
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