Amrum

Gedanke zum Thema Abendstimmung

von  AchterZwerg


Die Sonne löscht den Tag

mit dunklem Pyrrole Rot

versinkt im Meer

und malt den Tod

von seiner Sehnsuchtsseite

 

Die weiße Wüste färbt sich grau

und Wellenmuster schwinden

Die Hügel betten sich zur Ruh

sobald das Dünengras beginnt

sich flüsternd einzuwiegen

 

Die Welt hört auf



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Kommentare zu diesem Text


 S4SCH4 (20.09.26, 08:42)
Ein Abend mit zwei Gesichtern, die gleiches Ende auf unterschiedlichen Wegen zeichnen.
 
Vielleicht ist aber auch das Versprechen, das über dem Meer liegt in der Welt nicht einzulösen, also die Sehnsucht nach einem süßen Lebensabendende in „weißer Wüste“ (als Traum /Wunsch) wird nicht erfüllt; das Ende kommt zwar dennoch, aber mit üblichen Phrasen („die Hügel betten sich zur Ruh“) und samt einem letzten Aufbäumen (…“Dünengras beginnt...“) zum abschließendem „einwiegen“.
Diese eher gebräuchliche Todesformel , die es nun schlicht und ergreifend „einfach aufhören lässt“, scheint mit der Sehnsucht in Konkurrenz zu stehen, macht daheraus etwas Angst und gibt den Sinn nichts als ein Rätsel mit auf dem Weg, warum, wieso, weshalb gerade ich und gerade jetzt …
´du, Sonnenuntergang auf Amrum versprachest mir doch einst …´ möchten vielleicht die letzten Worte in Gedanken sein.

Schönes Werk.

 AchterZwerg meinte dazu am 20.09.26 um 18:40:
Und ein sorgfältiger Kommentar.  :)

Zunächst hatte ich das Gedicht um eine Versgruppe länger
angedacht

Aus allem ragt der Leuchtturm
und trotzt Gewissheit ab:
Es wird ein Morgen geben
 
doch eilt das nicht 


dann aber wieder verworfen. Das nur zu deinem letzten Satz ...  ;)

 S4SCH4 antwortete darauf am 22.09.26 um 07:56:
Okay, diese Versgruppe hätte mir nochmal eine weitere Instanz hereingebracht, den Leuchtturm, der über die Dinge wacht (vielleicht eine moralische Instanz), etwas, das den nächsten Tag bereits im sehnsüchtigen Menschen geplant hat und es nicht abrupt enden lässt.

Sehr treffend finde ich „doch es eilt nicht“ als Kontrapunkt zur besagten Sehnsucht und zum Sofortausstieg.

Ich kann beiden Varianten etwas abgewinnen. Wobei ich bei der Leuchtturmvariante gerne ausführlich so etwas lesen würde, wenn ich es mir denn wünschen dürfte, wie ein Dreiergespräch aus besagten Sichtweisen zum Tod, das der Mensch schließlich ´für sich entscheidet`? (ala ja, wo kommt der denn her?).

Wie auch immer, deine Arbeit, wie sie dasteht ist klasse. So oder so.

Lg,sascha

 willemswelt (20.09.26, 08:44)
schöne Bilder,mein lieber Zwerg,es ist schon eine eigene Welt auf den Nordseeinseln-ich liebe sie auch-einen Morgengruß,Willem

Kommentar geändert am 20.09.2026 um 08:46 Uhr

 AchterZwerg schrieb daraufhin am 20.09.26 um 18:42:
Das finde ich auch!
Ebenso gern mag ich Borkum. - Und überhaupt die ganze, eher wilde Nordsee mit all ihren Inseln.  <3 <3 <3

 Maroon (20.09.26, 09:56)
Amrum am Abend fehlt mir leider noch in der Sammlung. Bin immer spätestens mit der letzten Fähre zurück ...

 AchterZwerg äußerte darauf am 20.09.26 um 18:43:
Tja, Maroon - vielleicht fällt ja mal eine Fähre wegen Niedrigwasser aus oder so ... 8-)

 Quoth (20.09.26, 10:20)
Blick über den Kniepsand (die weiße Wüste) nach Westen ... Sehr schön.

 AchterZwerg ergänzte dazu am 20.09.26 um 18:44:
Dankeschön, Quoth! Und

errötende Grüße direkt zu dir

 Moppel (20.09.26, 11:37)
eine melancholisch sille Welt, 8 er, die wir manchmal brauchen, um wieder Fuß zu fassen... lG von M.

 AchterZwerg meinte dazu am 20.09.26 um 18:46:
Das stimmt.

Ein paar Tage Meer, und ich fühle mich wie neugeboren!
Aber auch in jeder Hinsicht.  :)

 DanceWith1Life (20.09.26, 13:30)
In einer Düne lärmt
bevor das Knäuel Mensch
sich dort verheddert
Das Meer im Innern 
die Sehnsucht Saite
Schwingt verklingt als Farbe
Der Möwenschrei
aus jeder Narbe

 AchterZwerg meinte dazu am 20.09.26 um 18:49:
Lieber Dancer,

irgendwie ergeht es dir wir mir.
Du "brillierst" entweder als stand comedian oder als kluger, spontaner Kommentator. Echt getz.  8-) :D

 DanceWith1Life meinte dazu am 20.09.26 um 19:16:
Das wenn die Krähen hören kullern sie vor Krächzen aus den Ästen, oder ? und wenn mein innerer Faust das hört, fühlt er sich garantiert nicht ernst genommen. wie man’s auch macht ein Debakel.
Wolfsgrüsse an die See, Coyote aber auch

 AchterZwerg meinte dazu am 21.09.26 um 07:32:
Adipöse Krähen sind ja eher selten zu finden, aber vielleicht gibt es bereits eine tierfeindliche Mast-Aufzucht für Singvögelgourmets?  :(

 DanceWith1Life meinte dazu am 21.09.26 um 16:36:
Jetzt wo die Hühnerfarmen abgeschafft werden?

 Juli (20.09.26, 14:54)
Wer es kennt, sieht es direkt vor sich.

 AchterZwerg meinte dazu am 20.09.26 um 18:49:
Ach ja.
Und dann den Leuchtturm ... <3

 Schtzngrrrrm (20.09.26, 16:02)
EIN SCHÖNER TOD, ZWERGI. MÖGEN IHN MÖGLICHST VIELE MENSCHEN SO ERLEBEN. 

 AchterZwerg meinte dazu am 20.09.26 um 18:53:
Genau!
Und danach die Asche in der rauhen See verteilen - mein absoluter Lieblingstraum.
(Hoffentlich gilt das nicht als Umweltverschmutzung  :ermm: )

 plotzn (21.09.26, 16:17)
Schön eingefangen, die Nordseeinselstimmung!

Grüße vom Jadebusen (nur, um Dich ein wenig neidisch zu machen...)
Stefan

 AchterZwerg meinte dazu am 21.09.26 um 16:29:
Danke sehr!  :)

Es folgt eine Randbemerkung:
Du gehörtest früher mit Sicherheit zu den dreisten Knaben, die eine berühnte deutsche Ballade des Herrn Grafen von Platen durch beschämende Unterstreichungen verunstaltet haben (Nächtlich am Busento lispeln bei Cosenza ...)!

Dafür ein spätes Pfui!

 plotzn meinte dazu am 21.09.26 um 16:36:
Ein größeres Lob als ein Pfui aus Deinem Munde wage ich mir kaum vorzustellen... 

 Reliwette (28.09.26, 19:59)
Hallo, Achter /e, als ehemaliger Kultusminister von Hallig Süderoog, wo ich dreimal hintereinander als Jugendlicher meine dreiwöchigen Ferien verbrachte und seit vor über 40 Jahren mein künstlerisches Domizil in Ostfriesland einrichtete, kann ich deine Liebe zu den Ost- und Nordfriesischen, bz,w, Schleswig -Holsteinschen Inseln sehr gut nachvollziehen. Das Gedicht ist schön!
LG Hartmut

 AchterZwerg meinte dazu am 29.09.26 um 07:48:
Lieber Hartmut,
bei vier dauerhaften Einwohnern auf Süderoog war die Wahl zum Kultusminister seinerzeit sicherlich eine schwierige Entscheidung, insbesondere wenn ich die schnöde Beieinflussung durch das Netz berücksichtige!  :D
Aber immerhin: Du bist der erste Minister, dem ich persönlich für seine Zuwendung danken darf!  :) <3

 Reliwette meinte dazu am 29.09.26 um 12:53:
Hallooooo? Das kommt davon, wenn man KI benutzt und eine Fehlermeldung bekommt. Die Einwohnerzahl, jetzt aktuell wird richtig sein, Holger, Nehle und zwei Kinder. Nach 1945 gehörte die Hallig den schwedischen Eheleuten Paulsen.
Sie errichteten die Hallig zu einem Ferienlager für deutsche und schwedische Kinder, die von Sozialarbeitern/innen betreut wurden. Als ich auf die Hallig verschickt wurde, befanden sich 40 bis 45 Kinder und Jugendliche auf der Hallig, einmal mit schwedischen Kindern und Jugendlichen zusammen. Die Heimmutter war Frau Bangerter aus der Schweiz. Sie allein machte mich zum "Kultusminister", weil ich als einziger die Frage gestochen scharf und schnell beantworten konnte:"Was versteht man unter Kultur?" Die Antwort: "Kamm und Seife!" Aber ich erhielt auch noch einen  anderen Titel: "Krokettmeister von Hallig Süderoog! Immerhin von 40 Teilnehmern.
Ich musste das mal ergänzen, liebe Heidrun.
Übrigens, Frau Paulsen verkaufte alsbald in den sechziger Jahren die Hallig an das Bundesland Schleswig-Holstein. Man hat da einiges abgerissen, u.a. das kleine Häuschen, in welchem wir Theaterproben vollzogen, ach ja, ich war ja auch noch Theaterdirektor von Hallig Süderoog und musste schwedische Brocken lernen, z.B. Har dü twättat din hals, lach..
Lieber Gruß !
Hartmut
Lieber Gruß ! Hartmut

 sorrynocoffee (30.09.26, 09:44)
Hallo Achter,
 
ein feines Abendgedicht, in dem auch der Herbst mitschwingt. Die graue Wüste erinnert an ein Leichentuch und korrespondiert mit dem Tod, ist aber zugleich ein sanftes Ruhekissen für das Dünengras, das sich darin geborgen fühlt. Ich war mal in Zeeland an der Nordseeküste und wollte in den Dünen übernachten. Da war es aber saukalt. Als ich meine Taschenlampe angemacht habe, standen vor mir zwei Dutzend Karnickel. Das war ein Bild für Götter. Gerne gelesen.
 
Grüßle,
sonoco

 AchterZwerg meinte dazu am 30.09.26 um 12:25:
Gruezi, sonoco,

und ich hab mal am Rande einer Schonung geschlafen.
Als ich erwachte, stand ein riesiger Wildeeber direkt vor mir!

Däs war wenischer schee ...  :(
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