Wenn die Uhren nicht mehr zählen
und die Nacht das Licht verschlingt,
wenn die letzten Feuer schwelen,
bis der letzte Tag verklingt.
Wenn aus tiefen Gründen Klagen
steigen, fremdartig und kalt,
wird kein Mensch nach morgen fragen,
wenn der letzte Ruf verhallt.
Letzte Schatten treiben
durch die Dunkelheit,
bis der letzte Stern verglüht.
Nur die Nacht wird bleiben,
jenseits aller Zeit,
wenn kein neuer Morgen blüht.
Wo sich einst die Städte hoben,
fällt kein Sonnenstrahl mehr ein,
wo die Menschen Zukunft woben,
wird nur Staub und Stille sein.
Aus den Meeren steigt das Ende,
mächtiger als je zuvor,
Feuer zeichnet an die Wände
seine Zeichen überm Tor.
Letzte Schatten treiben
durch die Dunkelheit,
bis der letzte Stern verglüht.
Nur die Nacht wird bleiben,
jenseits aller Zeit,
wenn kein neuer Morgen blüht.
Keine Vögel werden fliegen,
und kein Wind bewegt das Meer,
schwarze Wolken bleiben liegen,
und der Himmel lastet schwer.
Wenn die Menschenstimmen schweigen,
wenn der letzte Mensch vergisst,
wird die Welt nur Leere zeigen,
wenn kein Morgen übrig ist.
Letzte Schatten treiben
durch die Dunkelheit,
bis der letzte Stern verglüht.
Nur die Nacht wird bleiben,
jenseits aller Zeit,
wenn kein neuer Morgen blüht.
©Sigrun Al-Badri/ 2026