Anfang ohne Hände

Gedicht zum Thema Apokalypse

von  Saira

Ein Blau,
verletzt,
dreht sich im Schatten der Zeit
wie ein abgerissener Nerv.

 

Ewigkeit:
Staub, der glaubt,
unsterblich zu sein.

 

Der Anfang simuliert sich selbst,
ein Architekt mit amputierten Händen,
fragt den Schutt,
ob Mensch noch ein Name ist.

 

Rauch kniet.
Eis schweigt.
Winde wiegen Knochen.

 

Im Riss der Erde
trinkt ein grüner Puls
die Tränen der Nacht.
Ein Atem.
Ein Schrei.
Ausgelöscht.

 

Das Unverderbliche
legt Eier ins Nichts.
Die Leere wird Brutkasten.
Münder huldigen ihm,
mit Zähnen.

 

Eine Lehmschöpfung greift
nach dem Artefakt Apfel.

 

Der Sturm erinnert sich.
Der Tag zieht die Haut aus.
Die Nacht zieht sie an.

 

Atem brennt.
Zeit geht.
Zeit geht weiter, ohne uns.

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




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Kommentare zu diesem Text


 KriegerinDerTräume (29.01.26, 10:48)
Starker Anfang. Starke Metaphern. Sehr lebendige Zeilen. LG A.

"Rauch kniet.
Eis schweigt.
"


"Der Sturm erinnert sich.
Der Tag zieht die Haut aus.
Die Nacht zieht sie an.
"
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