heute Nacht #2 (die letzte Erektion oder fängt es jetzt erst an?)
Text zum Thema Sex/ Sexualität
von S4SCH4
In ein Alter kommend, in dem die begehrenswerten Frauen alle um mindestens ein Drittel jünger zu sein scheinen (MILF ausgenommen), stelle ich mir Fragen außerordentlicher Tragweite.
Ich lebte in den Zwanzigern und noch in den Dreißigern gut damit, ein gleichbleibendes Alter bei den Frauen anzusprechen. Es schien zu passen. Nun komme ich in den Vierzigern aber in ein Alter, in dem sich neben dem Pimmel auch das Gewissen regt und meint, die Zwanzigerdamen seien nun passé (falls du es nicht mitbekommen haben solltest!) und bei den Dreißigern gäbe es Ausnahmen (aber nicht mehr lang, die Tore schließen, sobald du auf der Ziellinie zu den Fünfzigern bist!).
Also, dass die Schranke fällt, ist angesagt. ÜBRIG bleiben werden die Ü40-Frauen, und das bald, sehr bald. Diese Einsicht, diese Einschränkung wird meine Sicht radikal ändern, mutmaßlich, und mein Verhalten? Grundsätzlich bin ich nett und höflich, ja, aber ich weiß – naja, wir und eigentlich alle wissen: Einen Teil seiner Freundlichkeit verdankt oder verdenkt man(n) dem Gehänge zwischen den durchaus auch immer müder werdenden Beinen.
Nicht nur, dass meine originäre Lebenskonzeption eine Heirat um die 20, 30 vorsah, ferner Gleichaltrigkeit wünschte, damit man im Alter möglichst gleich ticke und wisse, wovon man ächzte, und nicht nur, dass es für Kinder zu spät wird … alles in allem kracht diese Lebenskonzeption doch irgendwie ein und begräbt demnächst (?) wohl einiges an Wünschen und Träumen.
Gerechtfertigterweise werde ich mich fragen, ob ich nun frei von diesem über die Jahre immer enger gewordenen Korsett sein werde, gleichsam wie ich mich fragen muss, ob ich meinen Traum nicht genug verfolgt habe. Ich sehe das Schwert bereits vor mir und wappne mich langsam zum Kampf.
Mitleidigen Sex mit mittelalten Frauen will ich eigentlich nicht. Erstens hört sich „mittelalt“ nach Gouda an und zweitens ist Mitleid im treibenden Akt eher unangebracht und kommt mir als Schwanzus-Schlaffus daher. Im Gegensatz zu Schwanzus-Longus, der in den 20ern noch eine (über)tragende Rolle spielte, ist besagter Schlaffus-Bruder aufnahmebereit für alles „Geht nicht mehr“ und das apokalyptische „Es ist aus“, dem Tod eines ´Handlungsreisenden´ oder auch: das Gehänge, das gehängt wurde.
Doch vielleicht liegt in diesem Jüngsten Gericht über den Pimmel eben auch die Freiheit, endlich frei zu kommen von der Dummfickerei. Von dem elenden Gesumpfe und Geräkele, das als Ü40-Vertreter hier (mit Halbsoalten) und da (mit Gleichsoalten) nicht besser wird. Endlich ein Ende dem Schweinkram? Oder Schweinkram bis zum endlichen Ende?