Per Anhalter durch die Ostzone - (History)

Text zum Thema Reisen

von  Gabyi

Als vierzehnjähriger Teenager ließ ich mich öfter von meiner Freundin Anke dazu überreden, per Anhalter in Schleswig-Holstein zu fahren. Einmal nach Itzehoe, denn da war ein Bundeswehrsoldat stationiert, den wir als Schwimmlehrer bei der DLRG kennengelernt hatten und den wir süß fanden. Er war am “Hungrigen Wolf” stationiert. Leider trafen wir ihn hier nicht an. Ein anderes mal trampten wir nach Flensburg, wo Ankes Verwandte wohnten. Wir statteten ihnen einen kurzen Besuch ab, bekamen etwas zu essen und dann sagte Anke zu mir, ich bleibe jetzt hier. Du kannst alleine zurückfahren. Ich tat es wohl oder übel, was sollte ich auch anderes tun. Auf der Rückfahrt schlotterten mir die Knie, weil ich allein war. Ich eignete mir auf diese Weise eine gewisse Übung an. Später fuhr ich auf diese Weise nach Kiel, als ich dort studierte. Ein Autofahrer bog mit mir in einen Feldweg eim und ich quatschte ihn so lange voll, bis er den Rückweg antrat. Ich weiß nicht mehr, wie ich das geschafft habe. Dann sehr viel später fuhr ich regelmäßig per Autostop von Berlin nach Westdeutschland Geesthacht, wo ein Freund von mir bei der GKSS seine Doktorarbeit anfertigte. Durch die DDR auf der B5. Und nie hat mich jemand angebaggert. Man hatte wohl Resprekt vor der Ostzone. Einmal schenkte mir jemand Schokolade, weil er die in seinem Auto transportiert hatte und ein anderes mal gab mir ein Autofahrer einen 10 DM Schein, weil ich vorher meine Geldbörse verloren und das erzählt hatte. Und noch ein anderes mal hatte ich keine Lust zu reden, obwohl das bemängelt wurde. Undank ist der Welten Lohn.


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