... hat es sich eingeschlichen ins Oberstübchenatelier, in dem das Ich bisher allein schöpferisch tätig war: Das künstliche Ich.
So wie das Lyrische Ich es vor Urzeiten bereits tat, betritt nun eine neue Persönlichkeit das stille Kämmerlein. Das (Selbst-)Ich wehrt sich zuweilen dagegen, mit dem Lyrischen Ich verwechselt oder gleichgesetzt zu werden. Als Grund dafür gibt es unter anderem die Liebe zur künstlerischen Freiheit an - dieses unendlich weite Feld der unbegrenzten Möglichkeiten.
Doch genau in diesen Weiten finden sich heute auch neue Möglichkeiten der Hilfe zur Selbsthilfe. So kann das künstliche Ich, das dem künstlerischen Ich zunehmend mit Rat und Tat zur Seite steht, peu à peu zur unverzichtbaren Assistenz werden. Wird es jedoch irgendwann die Arbeit des künstlerisch tätigen Ichs ganz übernehmen?
Im Grunde benötigt es dann am Ende nur noch den einen, letzten schöpferischen Akt vom Ich persönlich - nämlich dem vorgefertigten Werk die Seele einzuhauchen.
Wo bleibt das wahre Ich in des Menschen Wort, das gern alles so deutlich ausspricht? Wo bleibt das Selbst in den eigenen Bildern?
Eines Tages …?
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