Schmidt erklimmt den Gipfel

Terzine

von  Tula

Schmidt versucht, sich dichtend von der Plage
seines tristen Alltags zu befrein.
Nägel-knabbernd stellt er sich der Frage:

Preisen meine Verse süßen Wein,
Gladiolen, Orpheus oder Schinken?
Nein, ruft er, das WORT soll Thema sein!

Wörter, reimt er, sind geheime Klinken
an den Herzens-Türen. Leider auch
wilde Seen, in denen wir versinken.

Hin und wieder sind sie Schall und Rauch.
Sinngemäß belegen sie die Zunge.
Die ganz bösen wackern schwer im Bauch

oder stechen ätzend in der Lunge.
Meidest du ein Wort, dann kann es sterben.
Streichelst du es zärtlich, kriegt es Junge.

Wörter kann man schlachten, häuten, gerben.
Neu gebären, siehe „Glatzenzopf“.
Die sie häckseln, nennt man Goethes Erben.

Wörter tanzen pausenlos im Kopf
oder purzeln ungeschickt zu Boden.
Wörter hängen ab und an am Tropf.

Manche jucken fürchterlich am Hoden.


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Kommentare zu diesem Text


 klausKuckuck (25.10.26, 00:34)
Hey Dirk,
du weißt, wovon du dichtest!

Gruß an den Tejo,
Peter

 Aron Manfeld meinte dazu am 25.10.26 um 00:42:
Inhalt und Form perfekt, Peter.
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