ich bin der ernste mann

Terzine

von  Tula

ich bin der ernste mann mit schlips der sitzt
topp tipp und rührt sich nicht selbst wenn im schwall
aus mund und augen weiße weisheit spritzt

auf meinen gegen-fritz in seinem fall
zieh ich dem laffen - paff! die nase lang
ich schaff mir rang und fang den masken ball

der prallt im blick auf ihren über hang
zurück auf mich in stücke reißt der blitz
die heiße grütze wallt im wellen gang

ach! wüsste sie wie ich im traum erhitzt
ihr willig unter und ergeben bin
ich spielte bloß den mann mit schlips der sitzt

auf ihrem schoß und gibt sich fügsam hin



Anmerkung von Tula:

2018

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Kommentare zu diesem Text

lyrikPower (84)
(28.05.23, 01:01)
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 Tula meinte dazu am 28.05.23 um 01:15:
Hallo lieber Nachtpoet am Rhein

die Erotik der Bürowelt ...der Mann mit Schlips muss zwangsläufig auf ernst machen. Aber wenn er ihren Überhang erblickt, wäre er sooo gern ganz schwach ...  ;)

Nachtpoetische Grüße
Tula

 niemand antwortete darauf am 28.05.23 um 20:14:
Mir geht es wie Lyrikpower. Wirkt alles so bemüht und künstlich.
Irgendwie als ob man Applaus von "Eingeweihten" erwartet und es finden sich immer welche, so nach dem Motto: Wir sind halt nicht so bleed wie die anderen. Gut mag sein, aber sind diese Eingeweihten auch ehrlich, oder nur bemüht ihrerseits so "hervorragend zu interpretieren" dass jeder Bleede   8-)  neidisch werden muss
So ein bizzi wie Theaterkritiker: Nur den Kollegen imponieren, je verquaster die Kritik desto besser für den Kritiker.
LG niemand

 Tula schrieb daraufhin am 28.05.23 um 21:47:
Hallo niemand
So richtig verstehe ich nicht, wem du hier was genau ins Poesiealbum krakeln willst. Natürlich "erwarte" ich hier überhaupt nichts, schon gar nicht, dass dieses oder irgendein anderes Gedicht jedem gefällt, ob inhaltlich, stilistisch oder aus anderen Gründen.

Ich stimme zu, dass Lyrik zugänglich sein sollte, einschließlich eher hermetischer Texte, welche nichtsdestotrotz eine räsonable Erarbeitung ermöglichen sollten. Ich würde mich aber davor hüten, dies als zu enges Kriterium der Bewertung heranzuziehen. Wenn ein Leser inhaltlich nicht sofort einsteigt, muss das weder ein Mangel an Verständnis desselben bezeugen, noch irgendein Unvermögen des Autors. Lyrik lässt sich ohnehin nicht (bzw. nur bedingt) auf eine definierte inhaltliche Ebene reduzieren. Der sogenannte Zugang zum Gedicht hat eben weitere Komponenten, nicht zuletzt die emotionale (Reaktion im Leser), welche wiederum von der sprachlichen Formulierung gewissermaßen moduliert wird. 
in summa: Es gibt kein Maß.

LG
Tula

 AchterZwerg (28.05.23, 07:01)
Tja, lieber Tula,
da heißt es "kooperativ" konkurrieren, seiner Rolle gerecht werden.
Ein Besuch bei der volkseigenen Domina kann hier einen gesunden Ausgleich schaffen.
Oder auch nicht. :(

 Tula äußerte darauf am 28.05.23 um 11:18:
Moin lieber 8er
Ich kann dir sagen, wenn diese mein Gedicht liest, fliegen aber die Pantoffeln ...
:D

Pfingstgrüße
Tula

 Létranger (28.05.23, 09:17)
sehr fein gewebt.

 Tula ergänzte dazu am 28.05.23 um 11:20:
Moin Lé
Ja, wenn der Dichter von gewissen Maschen träumt ..  ;)

Pfingstgrüße
Tula
Agnete (66)
(28.05.23, 09:26)
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 Tula meinte dazu am 28.05.23 um 11:22:
Moin Agnete
Eigentlich passt ja alles zusammen, der Kampf der Alphas im Revier ... je schöner die Sekretärin, desto heftiger  :D

LG
Tula

Antwort geändert am 28.05.2023 um 12:21 Uhr
Teolein (70)
(28.05.23, 09:35)
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 Tula meinte dazu am 28.05.23 um 11:23:
Moin Teolein
Hin und wieder kommt hier eins aus der verstaubten Truhe. Freut mich, wenn es noch immer unterhält

LG
Tula
lyrikPower (84)
(28.05.23, 13:42)
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 Tula meinte dazu am 28.05.23 um 21:12:
Hallo nochmal
Keine Sorge, es kommt irgendwann wieder mehr in klassischem Terzinen-Stil. Ich mag die besonders, weitaus mehr als Sonette.

Bei diesem ist der gedankliche Sprung zur Arbeitswelt sicher nicht sofort erkennbar. Ich setzte auf das Alpha-Gerangel um Ruhm und Rang ... Wie das jetzt am Theater läuft, weiß ich ja nicht. Vielleicht ist es dort der extravagante Schal und nicht der Schlips  ;)

LG Tula

 Didi.Costaire (28.05.23, 14:06)
Hallo Dirk,

das hast du großartig beschrieben. Dennoch fehlt es mir beim d-Reim (blitz, erhitzt, sitzt) an der nötigen Disziplin. Ich glaube, der Kerl wird bald entlassen, und zwar ungefähr so wie Oli Kahn.

Schöne Grüße,
Dirk

 Tula meinte dazu am 28.05.23 um 21:21:
Hallo Didi-Dirk
Du hast wohl recht, bei derart gravierendem dichterischem Vergehen, sollte es harte Konsequenzen geben. Immerhin sollte jeder hier mindestens drei anerkannte Preise pro Jahr vorlegen, alles andere ist die blanke sportlich-literarische Enttäuschung.
Aber gut, bei unseren Dichter-Honoraren (ganz nebenbei, kommt von 'Honor' und 'rar') müssen wir nicht ganz so streng sein.

Was unsin Oli jetzt wohl machen wird mit seiner Zeit? Er könnte es auch mal mit einem Sonett-Kranz versuchen. Oder wenigstens ein Elfchen für jeden vergoldeten Manschettenknopf im Bayern-Vorstand.

LG Tula-Dirk

 harzgebirgler (28.05.23, 15:07)
:) :) :) 
hallo Tula,

da kriegt marquis de sade ja noch gefühle
und ritter masoch spielt auch nicht grad mühle
nein lässt sich von ner dame tierisch kneifen
die ist erfreut denn er kriegt glatt 'n steifen... :D

lg
harzgebirgler

 Tula meinte dazu am 28.05.23 um 21:23:
Hallo harzgebirgler

Es träumt der härteste Ritter
von Schinken und schwabbelndem Flitter  :D

LG
Tula

 Saira (28.05.23, 21:11)
Wow Tula,

ja, auch einem Mann mit Schlips kann es am Schreibtisch heiß werden, wenn die Kollegin mit ihrem Überhang kokettiert :) . Da geht schon mal die Fantasie mit einem durch :silly:

Liebe Grüße
Sigi

 Tula meinte dazu am 28.05.23 um 21:28:
Hallo Sigi
Ich bin erstmal froh, hier irgendeinem me-too Vorwurf entronnen zu sein. Natürlich ist auch die Arbeitswelt nicht völlig steril und blutarm. Wäre ja schade  8-)

LG
Tula
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