Entartete Visionen der Realität
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Wer was aufschreibt hat was zu sagen !
Wer etwas aufschreibt –
sei es auf einen flüchtigen Zettel,
ins Tagebuch
oder mit der Absicht,
es zu veröffentlichen –,
tut das nicht aus bloßem Zeitvertreib.
Wer den Stift ansetzt
und Buchstaben in die Realität zwingt,
bricht das Schweigen!
Es ist genau der Punkt:
Wer schreibt,
hat etwas zu verhandeln.
Es ist der Versuch,
dem eigenen Chaos eine Form zu geben,
das Erlebte zu fixieren,
bevor es verweht,
oder
der Welt ein Zeugnis hinzuzufügen,
das nicht mehr zu ignorieren ist.
Ob dieser Zettel in der Tasche verschwindet
oder veröffentlicht wird
– der Impuls bleibt derselbe:
Es muss heraus,
weil es
da ist.
© EVdR 10_2026