Eine Antwort auf einen nächtlich geschriebenen Brief, der von Schneebällen, Schuld und anderer Obskurität erzählte
Monolog zum Thema Leben
von S4SCH4
Kommentare zu diesem Text
Der zweite Teil bricht das Pathos des ersten mit irritierender Nüchternheit.
Der Morgenmann, so pragmatisch er klingt, entlarvt sich durch seine Heiterkeit selbst ... sie ist zu glatt, zu hell, zu perfekt.
Gerade darin liegt die Tragik: die Normalität als Selbstverteidigung gegen Erkenntnis.
Du schaffst hier einen frappierenden Perspektivwechsel – das Gestern ruft, und das Heute lächelt höflich zurück.
Ich lese das wie das erste Zittern vor einer beginnenden Spaltung.
Ich lese weiter … bin gespannt, wie die Stimmen sich verändern.
Der Morgenmann, so pragmatisch er klingt, entlarvt sich durch seine Heiterkeit selbst ... sie ist zu glatt, zu hell, zu perfekt.
Gerade darin liegt die Tragik: die Normalität als Selbstverteidigung gegen Erkenntnis.
Du schaffst hier einen frappierenden Perspektivwechsel – das Gestern ruft, und das Heute lächelt höflich zurück.
Ich lese das wie das erste Zittern vor einer beginnenden Spaltung.
Ich lese weiter … bin gespannt, wie die Stimmen sich verändern.
Ja, „Normalität als Selbstverteidigung“, super. Ich frage mich hier präzise: darf und muss diese Normalität nicht verteidigt werden? Ist es nicht die Pflicht von Morgenmann, der sein „Leben“ schützt, das auch den Gestern des Nachts „beherbergt“?
Diese Heiterkeit, die Du ansprichst, ist ein weiterer guter Punkt, das fiel mir nicht so sehr auf, aber es ist durchaus so.
Besonders gefällt mir die Synthese Deiner Lesart, wenn du schreibst:
„…das Gestern ruft, und das Heute lächelt höflich zurück...“ und gleich darauf erkennst:
„…wie das erste Zittern vor einer beginnenden Spaltung.“
Denn wo das Erste, diese Höflichkeit eigentlich banal ist, ja zum gesellschaftlichen Usus gehört, ist es zum Zweiten, und gleichzeitig, eben dieses Zittern von einem sich anbahnenden Zerwürfnis. Diesen stillen und kaum wahrnehmbaren Prozess mit so viel Spaltungspotential zu erkennen, habe ich bisher nicht so prägnant zu sehen vermocht. Ich danke dir für deine diesbezügliche Aufmerksamkeit und die Wachheit deiner feinen Wahrnehmung.
Diese Heiterkeit, die Du ansprichst, ist ein weiterer guter Punkt, das fiel mir nicht so sehr auf, aber es ist durchaus so.
Besonders gefällt mir die Synthese Deiner Lesart, wenn du schreibst:
„…das Gestern ruft, und das Heute lächelt höflich zurück...“ und gleich darauf erkennst:
„…wie das erste Zittern vor einer beginnenden Spaltung.“
Denn wo das Erste, diese Höflichkeit eigentlich banal ist, ja zum gesellschaftlichen Usus gehört, ist es zum Zweiten, und gleichzeitig, eben dieses Zittern von einem sich anbahnenden Zerwürfnis. Diesen stillen und kaum wahrnehmbaren Prozess mit so viel Spaltungspotential zu erkennen, habe ich bisher nicht so prägnant zu sehen vermocht. Ich danke dir für deine diesbezügliche Aufmerksamkeit und die Wachheit deiner feinen Wahrnehmung.