Lied aus dem März 1

Songtext zum Thema Melancholie

von  S4SCH4

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sie zieht nervös an einer Zigarette

der Kaffee kalt, ihr blauäugiger Blick gefroren

vergangene Tage die Hoffnung vergaben

vergraben in ihren Falten jäh

und im Moment verdeckt vom Tabakdunst

wie Nebel über Täler

am Morgen wo die erste Sonne

als Versprechen steigt

während alles was vorher daran gebrochen wurde

die Nacht vergaß

 

schlafen

verwehen

besessen im Licht sein

von zaghaften Fäden

die sich um Glieder wickeln

Tränen harzdick

schwer und stämmig der Atem

gewachsen und doch so kahl

erwachsen

unbelebt

 

Träume bleiben und wandeln Verbliebenes

sie glühen kurz auf und verpuffen

innen bald außen

und nie sind sie wirklich da

außer im Muskel der es vollbrachte

die Grenzen zu überschreiten

 

sie zieht beruhigt an ihrer Zigarette

ein letzter Zug, ein letzter Schluck

ein letzter Blick -

und der Tag ist hell

 

und der Tag ist hell



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Kommentare zu diesem Text


 lugarex (17.03.26, 07:59)
super melanchonisch! :angry:

 S4SCH4 meinte dazu am 18.03.26 um 09:10:
nur für dich und dein grimmiges Emoji:)

 Saira (17.03.26, 15:04)
Moin S4SCH4,

dein Text trägt die Melancholie wie einen zarten Nebel durch den Morgen: nervöse Zigaretten, kalter Kaffee, Augen, die alles sehen und doch nichts festhalten. Die Träume glühen kurz auf, vergehen wieder, und alles wird spürbar im Körper, in jedem Atemzug. Und dann, ganz leise, zieht der Tag auf: hell, trotz aller Schatten, ein flüchtiger Moment der Versöhnung.

LG
Saira

 S4SCH4 antwortete darauf am 18.03.26 um 02:54:
Moin Saira, 

"alles sehen und nichts festhalten" (können) trifft es sehr schön, das hast du sehr fein beobachtet. Danke Dir. 

lg 
sascha

 Moppel (23.03.26, 18:15)
und der Tag ist hell, trotz allem- so ist dein Resumee. Oder wolltest du das Gegenteil sagen, dann würde ich grell nehmen. Quasi für sie ist er nicht hell, aber eigentlich ist er hell... lG von M

 S4SCH4 schrieb daraufhin am 23.03.26 um 20:10:
Hallo Moppel,
mir ging es im Gedicht ja um die Melancholie, eine die gleich verführerisch wie verräterisch ist. Für manche ist oder wird sie Fluch und für manche ist sie süßer Segen. Die Melancholie, die sich nur aufrechterhält, wenn man vergeben und vergessen kann, immer und immer wieder, sonst wird es zu schwer und depressiv. Auch die direkte Konfrontation ist da - aber beiläufig (Nebel über Täler wie Dunst über die Falten des Gesichtes). Im Grunde ist die Stimmung hier eher leicht wie etwas das ständig Ladung abwirft, sich betrachtet und eine Bilanz führt mit jedem Atemzug.
Aber das Körpergedächtnis kann man scheinbar nicht täuschen, es merkt sich die ewigen melancholischen Anflüge und wird „schwer und stämmig“. Träume arbeiten dagegen, denn man will seine Ruhe nicht aufgeben und sich immer wieder beruhigen.
Der Schluss kommt dann eher als ein neutraler Gongschlag zur nächsten Runde. „Der Tag ist hell“ … nun zeigt sich was kommt. So in der Art, genau weiß ich aber auch nicht. Es ist bewusst offen … ohne Vorurteile, fest steht nur: da kommt was.
Danke für dein Interesse liebe Moppel. Beste Grüße Sascha

 Moppel äußerte darauf am 24.03.26 um 11:52:
ok, dann soll es so sein, S ;) Sascha
lG von M.

 Nuna (31.03.26, 10:24)
Moin Sascha, ich bin ja kein studierter Musiker und lerne Texte und Melodien nur  übers Hören in den 2 Chören in denen ich mitsinge.

Ich hoffe Du bist mir jetzt nicht böse...denn ich empfinde Deine musikalische Begleitung im Gegensatz Deines wie ich finde super lyrischen sehr gelungenen gefühlvollen Prosatextes eher fad und rhythmisch zusammengepuzzelt.

Die Leserin hat sich mitgenommen gefühlt in die Welt einer Frau die bis zum Ende hin ihre Zigarette als fälschlicherweise lebensspendend empfindet.

Chapeau
LG Nuna

 S4SCH4 ergänzte dazu am 31.03.26 um 17:41:
Moin Nuna, 

mit der Kritik zu meiner Musik befindest du dich in bester Gesellschaft. :) Es macht mir nur einfach zu viel Spaß als das ich es sein ließe... aber ein wenig schade ist es schon, dass du meine (hust...) Astrud Gilberto / Carlos Jobim Nummer nicht magst ... aber ja, am Ende war es wohl nicht der Bossa-Nova ...

Hier was zur Entschuldigung: 
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