Diese moderne Gesellschaft hat es einfacher gemacht, gut zu sein, und hat es den Guten umso schwerer gemacht.
Sie, die Gesellschaft, pendelt oft zwischen Adjektiv und Nomen, steht wackelig da zwischen dem ´wie es ist´ und dem ´was ist´. Sie ist zwischen Freiheit und Normen, der Zustand eines Zustandebringens. Man kann es zum Guten bringen mit Dingen und Taten, mit Sprüchen und auch mit einem Dafürhalten. Und man kann es vom Guten schöpfen, wie von einer Sammelstelle, von einem Brunnenloch, einem Berg, der einige Steine hat, die das eigene Haus zur Dekoration doch auch ´vertragen´ könne.
Die Gutmenschen sind da ein Charakter mit einer Auswahl aus guten Plakaten, die man ihnen erst noch abkaufen muss. Die Party muss erst noch steigen. Eine schlussendliche Handlung fehlt. Akt wie Akteure sind irgendwie fragwürdig und daher auch irgendwie unfertig.
Wer nun zu den Guten zählt, zählt in der Regel schneller die Schafe vor seinen Augen, als das er/sie, sie, im Traum über den Zaun hüpfen sähe. Apropos, hier lechzt die lüsterne Zunge nach gutem Fleisch und dem Fleisch des Guten und da stehen sie bald im Dunkeln: „Ja, was ist denn gut, was ist denn der/die Gute? Wir wollen probieren. Wir schämen uns nicht …“ Die Güte eines wissenden wollen von Wölfen, die im Schafspelz in der Nacht schlendern ist es nicht; auch gibt es da zwar gute Wölfe, die Schafe reißen und es gibt schlechte Wölfe, die es ihnen gleichtun und das im Wissen, das es unter der Wolle schmackhaft ist. Schließlich bleibt nur noch zu sagen:
Diese moderne Gesellschaft hat es einfacher gemacht, schlecht zu sein, und hat es den Schlechten umso einfacher gemacht.