Morgendliches Postulat zum ich im Spiel des Lebens

Gedanke zum Thema Philosophie

von  S4SCH4

1. Sofern ich nicht als Brückenbauer gelte zu allem, was nicht ich sei, bin ich alles, was sich dagegen abgrenzt.

2. Das Bewusstsein, unteres -, unbewusstes -, wie höheres -, nimmt von mir edelste wie niederste Motive und macht den König zum Bettler und andersherum.

3. Im Bewusstsein gebettet zu sein, hieße: sich dort hineinlegen zu können und das Vermögen zu besitzen mit nichts außer mir (1) dem Nichts zu begegnen und zu sein; und genauer: Das Vermögen sich im Bewusstsein (2) zurechtzufinden als etwas, das weiß, glaubt und fühlt, und zwar an und mit der Welt ist Kern meines ichs und ebenfalls wiederum Material dafür (1). Ich spreche hier von einem eigenen Ich-Bewusstsein.

4. Das ich, dass dem Bewusstsein allerdings ausgeliefert sei, ist dort nicht gewogen gebettet, es ist indifferent und unbestimmt und eine Unwägbarkeit in der Unwägbarkeit (des Bewusstseins). Dieses ich ist nicht anerkannt, es ist verneint und scheint kontinuierlich vernichtet durch einen letzten Atemzug, der als letzter Atemzug selbst im Verblassen begriffen ist; also: das ich verhungert am Bewusstsein, so wie ein Hungriger im Salzwasser ertrinkt oder wie ein unsicher laufendes Reh auf der Suche nach Futter zum Futter für wild- tobende Hunde wird.

5. Das ich das erst noch zum Leben führen will, muss unbelebt sein (Tod?). Fraglich! Anm.: Zen-Mönche sprechen zwar vom „großen Tod mitten im Leben“, doch ist dies vermutlich nur ein Kuhhandel mit einem (höheren) Bewusstsein auf Kosten des ichs. Wer verloren haben muss, darf kein Ass im Ärmel haben. Wer gewinnen soll, muss jetzt weniger haben, als der versprochene Gewinn auswiese.

6. Ein diesbezüglicher Opferkult ist eine Vermählung aus Anbetung (des ichs) und seiner Teufeleien. Ein betreffender Heldenkult hingegen ist eine Vermählung aus Glauben und Angst. Für die Heirat fänden sich Bewusstsein und ich zusammen.


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